User aus Steyr wurde Opfer von "Mitleids-Schmäh"

28. Mai 2010, 16:05
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Ausgeforschte Mail-Adressaten sollten an einen im Ausland gestrandeten Bekannten Geld überweisen

Die Sicherheitsdirektion Oberösterreich hat am Freitag aktuelle Fälle von Internet-Betrug aufgezeigt, in denen mit einem "Mitleids-Schmäh" gearbeitet wird. Mail-Adressaten sollten an einen im Ausland gestrandeten Bekannten Geld überweisen. Betroffen waren die E-Mail-Kontakte eines 21-jährigen Internetusers aus Steyr, ähnliche Betrugsversuche wurden aber auch schon in Wien und Tirol angezeigt.

Der Steyrer wurde per Mail von seinem Freemailbetreiber aufgefordert, alle seine Accountdaten, wie Passwörter, seine Bankverbindungen und seine Kreditkartendaten bekanntzugeben und eine Ablichtung seines Reisepasses beizulegen. Andersfalls werde sein Zugang gesperrt.

User übermittelte Daten

Der Internetuser kam dieser Aufforderung nach und übermittelte alle Daten. Daraufhin wurden vom Absender des Mails die Accountdaten verändert. Der bisherige User kann seinen Account nun nicht mehr verwenden. Gleichzeitig wurde an alle im Account gespeicherten Mailadressen ein Mail versandt, wonach der User sein Geld und seine Kreditkarten im Ausland verloren habe. Die Empfänger wurden ersucht, ihm Bargeld mittels Money-Transmitter zu übermitteln. Ob das jemand tatsächlich gemacht hat, ist noch ungeklärt.

Dem Bundeskriminalamt (BK) sei dieser Modus Operandi bereits bekannt, sagte BK-Sprecher Helmut Greiner der APA. "Leider ist das mittlerweile gängige Praxis." Greiner machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass es keine Internet-Betreiber gebe, die Daten oder Passwörter verlangen würden, "ohne dass man zuvor etwas bestellt hat". Wer ähnliche Benachrichtigungen erhält, sollte sofort mit seinem Dienstanbieter Kontakt aufnehmen und fragen, was es damit auf sich hat. Die Daten sollten keinesfalls ohne Rückfrage übermittelt werden.(APA)

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