ÖVAG meldet Turnaround

28. Mai 2010, 14:41
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Konzerngewinn 2010 erwartet, keine Dividende auf Staats-PS

Wien - Die Volksbanken AG (ÖVAG), die 2009 einen historischen Milliardenverlust eingefahren hatte, hat im 1. Quartal 2010 nach eigenen Angaben den Turnaround geschafft. Das Ergebnis vor Steuern wurde von -93,4 Mio. Euro (Q1 2009) auf 21,6 Mio. Euro ins Plus gedreht, das operative Ergebnis um 69 Prozent auf 115 Mio. Euro verbessert und das Konzernergebnis (ohne Fremdanteile) von -85,8 Mio. auf 7,4 Mio. Euro verbessert.

Für das Gesamtjahr rechne man auf Konzernebene mit einem Gewinn, teilte die ÖVAG am Freitag mit. Eine Gewinnausschüttung für 2010 im kommenden Jahr könne man aus heutiger Sicht aber nicht in Aussicht stellen, weil dafür ein Gewinn im Einzelinstitut der ÖVAG notwendig wäre, heißt es. Damit bleibt es dabei, dass auch der Staat für sein eingeschossenes Partizipationskapital (PS) wieder leer ausgeht.

"Die harte, konsequente Arbeit der letzten Monate wird nun mit dem ersten positiven Quartalsergebnis seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise belohnt", sagte Generaldirektor Gerald Wenzel laut Mitteilung. "Die Vorschau auf das Gesamtjahr ist deutlich positiv. Das macht uns sicher, dass der Turnaround nachhaltig gelingt."

Bilanzsumme gestiegen

Die Bilanzsumme stieg seit 31. Dezember 2009 um 3,3 Prozent auf 49,7 Mrd. Euro per 31. März 2010. Die Forderungen an Kunden erhöhten sich um 55 Mio. Euro auf 24,2 Mrd. Euro. Die verbrieften Verbindlichkeiten blieben mit 17,3 Mrd. Euro auf dem Niveau per Ende 2009. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen um 3 Prozent auf 7,5 Mrd. Euro.

Die bankrechtlichen Eigenmittel der ÖVAG-Gruppe betrugen zum 31. März 2010 3,6 Mrd. Euro, die Tier-I-Ratio betrug damit 9,5 Prozent. Die Eigenmittelquote bezogen auf das Gesamtrisiko lag bei 11,6 Prozent. Damit verfügt die ÖVAG um 1,1 Mrd. Euro oder 45 Prozent mehr Eigenmittel als vorgeschrieben ist.

Eine Trendumkehr sieht die ÖVAG-Führung auch bei den Risikovorsorgen, die im 1. Quartal 107 Mio. Euro betrugen. Damit liegen die Risikovorsorgen zwar noch immer über den Werten vor der Krise, aber bereits deutlich unter den letzten beiden Quartalen - im 3. Quartal 2009 waren es 270 Mio. Euro und im 4. Quartal 306 Mio. Euro gewesen.

Die ÖVAG braucht dringend einen starken Partner. Wie die Käufersuche ausgeht, ist zur Zeit allerdings offen. (APA)

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