Uni-Rektoren wollen alleine an Bologna-Umsetzung arbeiten

28. Mai 2010, 14:38

Wissenschaftsministerium will mitbestimmen - uniko: "Kompetenz für Studienpläne ist und bleibt bei Universitäten"

Wien - Skeptisch steht die Universitätenkonferenz (uniko) der von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) angekündigten Initiative "Bologna Reloaded" gegenüber. Damit sollen etwa die Studienpläne überprüft und gegebenenfalls reformiert werden. Die Unis wollen sich aber die Zuständigkeit für die Curricula nicht wegnehmen lassen: "Die Kompetenz für die Gestaltung der Studienpläne liegt eindeutig in der Autonomie der Universitäten und wird auch künftig von den zuständigen universitären Leitungsorganen wahrgenommen", so der Vorsitzende des Forums Lehre in der uniko, Arthur Mettinger, am Freitag in einer Aussendung.

Ministerium will bei Umsetzung mitmischen

"Bologna Reloaded" sieht unter anderem die Einsetzung einer Task Force zur Bologna-Weiterentwicklung und einen "intensivierten Austausch" zwischen Wissenschaftsministerium und den Curricular-Kommissionen an allen Universitäten vor. Die Umstellung auf die Bologna-Struktur habe "offensichtlich in der Vergangenheit nicht überall funktioniert", hieß es aus dem Ministerium. Deshalb wolle man nun gemeinsam mit Experten für eine verbesserte Umsetzung sorgen. Karl hatte zuletzt sogar angekündigt, notfalls "klare gesetzliche Richtlinien" festzulegen.

Unis wollen "eigenständige Verantwortung"

Die uniko sieht dagegen "eine ausdrückliche 'Neuaufladung' des Bologna-Prozesses mittels neuer vom Wissenschaftsministerium einberufener Arbeitskreise als nicht erfolgversprechend an". Was nun unter "Bologna reloaded" propagiert werde, stehe für die Verantwortlichen für Studium und Lehre an den Unis "seit mehreren Jahren auf der Agenda", so Mettinger. Die in der uniko angesiedelte Plattform aller für Lehre zuständigen Vizerektoren beschäftige sich schon "seit Jahren mit den Herausforderungen der dreigliedrigen Bologna-Studienarchitektur und werde das auch in Zukunft in eigenständiger Verantwortung fortführen". Die angekündigten Aktivitäten des Ministeriums hätten im Forum "eher Verwunderung ausgelöst". (APA)

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13 Postings
prado
00
14.7.2010, 11:28
die Verantwortlichen für Bologna

Caspar Einem und Wolfgang Schüssel wären zur Verantwortung zu ziehen und mit sofortiger Wirkung aller ihrer Ämter zu entheben.

kleiner Schelm
04
Und das verantwortliche System

(Administration in Ministerien) das uns Bologna eingebrockt hat beansprucht nun auch noch "Kompetenz" bei der Gestaltung der Studienpläne.

Mir tun die Studenten von Tag zu Tag mehr leid.

John Steed
02
Personalabbau jetzt

wichtig wäre eine komplette Restrukturierung der Personalstruktur der Universitäten. Gerade in den Verwaltungseinheiten geht es darum, dass Abteilung A Abteilung B beschäftigt, die widerum Daten von Abteilung C besorgen muss um Abteilung A zufrieden zu stellen. Das Ergebnis landet dann meistens in der Schublade oder im Papierkorb. Darum Verwaltung an den Unis drastisch reduzieren, die freiwerdenden Mittel sollten direkt in Lehre und Forschung gehen.Gez:. Ein Insider

Freigeist78
016
29.5.2010, 20:14

Der erste Schritt zur Verbesserung der Situation an den Universitäten wäre die Abschaffung des Wissenschaftsministeriums und die Aufteilung der frei werdenden Mittel unter den Unis.

Ein weiter Schritt wäre die diktatorischen Strukturen, die Schwarz-Blau gebracht hat zu beseitigen und die Wahl von Rektoren und Dekanen wieder zu demokratisieren.

Abgesehen davon, dass jegliche Systemdiskussion ob Bologna oder nicht irrelevant wird, wenn man nicht bereit ist die Universitäten zu finanzieren.

=8-/
07
30.5.2010, 16:54
Nieder mit dem Absolutismus an den Unis!

Zurück zur Republik!

0101011
02
29.5.2010, 18:48
Die Emanzipation der Rektoren

eagle13
 
01
29.5.2010, 15:58
Zumindest in zur Sicherung des Staates relevanten Fachbereichen, kann das Wissenschaftsministerium einheitliche Curricula durchsetzen. In dem es Staatsprüfungen siehe USMLE einführt.

Dann hat die UNI die nicht auf diesen Abschluss hinarbeitet ein Problem Studenten zu erhalten. Dies würde aber nur in JUS, Human und Veterinärmedizin, Pharmazie und einigen wenigen anderen Fächern der Fall sein. Denn in Literaturgeschichte, wäre eine staatliche Notwendigkeit schwer zu vermitteln.

mineraloge
51
28.5.2010, 15:41
Zentrale Steuerung nötig

Da man selbst bei einem Wechsel zwischen Bachelor und Master im selben Studiengang zwischen zwei österreichischen Universitäten oft noch Prüfungen nachmachen muss, weil jede Uni ihre eigenen Regeln aufstellt, ist eine zentrale Steuerung dringend nötig. Aber nicht durch Bürokraten im Ministerium, sondern durch die europäischen Fachverbände, wie z.B. die "European Geosciences Union" für die Geowissenschaften! Dem müssen sich die dann die Unis unterordnen.

smea_gol
06
28.5.2010, 21:25

ja, okay, zentrale steuerung, und missbrauchsüberprüfung.
aber bitte doch nicht von einem ministerium unter inkompetenter övp-führung!

potz
010
28.5.2010, 16:27

ich kann ihnen sagen was bei zentraler steuerung passiert (abgesehen von den erfahrungswerten aus der sowjetunion):

- das ministerium wird irgendeine windige bewertungs und qualitaetsagentur engagieren (um dreistellige millionenbetraege aus dem uni budget)

- die agentur wird hoechstwahrscheinlich enge verbindungen zur bertelsmannstiftung haben

- voellig inkompetente berater werden den unilehrenden sinnfreie seminare halten und 1000 frageboegen verteilen, und jede vorlesung muss durch den zentrrralen bewertungsrat (kosten 3k euro pro gutachten)

- die qualitaet der unilehre wird komplett den bach hinunter gehen, weil keiner mehr dafuer zeit hat

The Chaos Path
08
28.5.2010, 16:10

ich glaube, worum es geht, ist, dass man von einigen jahren den unis die autonomie gegeben hat, die aber anscheinend nur dann gültig ist, wenns um die finanzierung geht - bei allem anderen will das ministerium mitbestimmen.

noli turbare ...
00
31.5.2010, 12:41

Wenn man ganz exakt ist haben diese selektive Autonomie die Rektoren erhalten.

anlumo
05
30.5.2010, 10:56

Ja, autonome Finanzierung im Sinne von "schauts selber, wo ihr das Geld herbekommt".

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