Epstein-Barr Virus vermutlich nicht Ursache von Multipler Sklerose

29. Mai 2010, 10:08
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Neue Studie untersuchte Blutproben von Kindern mit bestimmten Erkrankungen

München - Schon seit längerem wird diskutiert, ob das Epstein-Barr Virus (EBV) Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose auslösen kann. Dass dies nicht zwingend der Fall ist, hat eine in der aktuellen Ausgabe von "Neurology" publizierte Studie gezeigt: Die Forschergruppe um Bernhard Hemmer, Leiter der Neurologischen Klinik der TU München, hat den Nachweis erbracht, dass EBV keine Antikörper gegen ein im Gehirn vorkommendes Eiweiß (Myelin-Protein/MOG) verursacht. "Unser Verdacht, dass ein Zusammenhang zwischen einer durchgemachten EBV-Infektion und einer Antikörper-Antwort gegen das MOG-Protein bei Kindern mit entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems besteht, hat sich nicht erhärtet", so Hemmer.

Die Forscher hatten Blutproben von Kindern mit akuter disseminierter Enzephalomyelitis und klinisch isoliertem Syndrom, einer Vorstufe der Multiplen Sklerose, untersucht. Beide Erkrankungen sind Ausdruck einer akuten Autoimmunreaktion im Zentralnervensystem; an beiden können die Ursachen der Entstehung von Autoimmunität und letztlich der Multiplen Sklerose studiert werden. Frühere Studien verschiedener Forschungsgruppen hatten gezeigt, dass erkrankte Kinder eine deutlich höhere Konzentration von Antikörpern gegen das MOG-Protein im Blut aufweisen. Die aktuelle Untersuchung konnte zeigen, dass eine EBV-Infektion für das Auftreten der Antikörper keine Rolle spielte. Zudem fanden sich keine eindeutigen Hinweise, dass die EBV-Infektion bei den Kindern das Risiko erhöht, im weiteren Verlauf Multiple Sklerose zu entwickeln. Die Befunde deuteten eher darauf hin, dass EBV - wenn überhaupt - nur bei einem Teil der Patienten relevant sei, so die Forscher. (red)

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