Glücksspielgesetz

Psychiater warnen vor Folgen

28. Mai 2010, 12:29

Massive soziale Problematik der Süchtigen könnte verschärft werden

Graz - Entschieden gegen die Novelle zum Glücksspielgesetz sprechen sich die Vorstände der österreichischen Universitätskliniken für Psychiatrie in Graz, Innsbruck, Salzburg und Wien aus. Es bestünde die Gefahr, dass die soziale Problematik der Spielsüchtigen verschärft werde. Der Vorstand der Grazer Uniklinik für Psychiatrie, Hans-Peter Kapfhammer, kritisierte am Freitag im Gespräch mit der APA insbesondere die Möglichkeit der Vervielfachung der bisherigen Maximaleinsätze.

Noch vor dem Sommer soll das neue Glücksspielgesetz vom Parlament verabschiedet werden. Der mögliche Einsatz wird künftigauf 20 Euro und der Höchstgewinn 10.000 Euro angehoben, geplant sind aber auch Maßnahmen, die schädliche Folgen für Spieler abmildern sollen. Den Klinikvorständen für Psychiatrie warnen dennoch vor möglichen negativen Konsequenzen: "Es besteht die Gefahr, dass die bereits offenkundige, massive soziale Problematik der Spielsüchtigen dadurch nur verschärft wird", halten Hans-Peter Kapfhammer (Graz), Hartmann Hinterhuber und Wolfgang Fleischhacker (Innsbruck), Christoph Stuppäck und Friedrich Wurst (Salzburg) und Siegfried Kasper (Wien) in einer Mitteilung fest.

Zusätzliche Verlockung

Klinikvorstand Hand-Peter Kapfhammer von der Medizinischen Universität Graz erläuterte: "Durch den höheren Wetteinsatz im kleinen Glücksspiel besteht erstens die Gefahr, dass die Spieler in sehr kurzer Zeit viel verlieren. Es ist illusorisch, zu glauben, dass die geplanten Zeitlimits von zwei Stunden pro Gerät und Spieler eine Verhaltenskontrolle sein könnte - Kernspieler werden an andere Orte wechseln. Dazu kommt mit den möglichen höheren Gewinnen eine zusätzliche Verlockung".

Politiker jener Bundesländer, die sich überlegen, das kleine Glücksspiel zu legalisieren, warnt der Grazer Kliniker: "Das neue Angebot wird neue Probleme mit sich bringen. Es wird Menschen geben, die im neuen System total abstürzen werden. Und man darf nicht vergessen, dass ein Spielsüchtiger eine ganze Familie ruinieren kann", so Kapfhammer. Die verlockenden Einnahmen würden daher in den Ländern auch neue Kosten schaffen: "Ich gehe so weit zu sagen, dass die Folgekosten damit gar nicht abgedeckt werden können". (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
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agarthianer
00
20.6.2010, 14:03
1000 Kopfläuse können nicht irren
00
31.5.2010, 08:42
Mensch, gib uns Geld, gib uns noch mehr Geld.

Wir werden Dir Deine Automaten dazu jetzt aufrüsten!

Tan S. Taafl
61
30.5.2010, 18:45
Geh bitte ... diese Astrologen der menschlichen Psyche

... sollen schauen, dass sie weiterhin irrwitzige Honorare für das Therapieren überspannter Galerbesitzerinnen und 35-jähriger orientierungsloser Grünbewegter bekommen, aber Kommentare zur Gesetzen ist wirklich nicht ihre Kernkompetenz. Es reicht, wen sie gelegentlich Schwerverbrecher aus der Schuld nehmen, weil sie irgendwelche Widrigkeiten in deren Vorleben zu Psycho-Katastrophen aufblasen.

Dagmar Rehak
 
00
31.5.2010, 11:46
Galeriebesitzerinnen?

The_new_number_2
00
31.5.2010, 11:36

Mir ist schon klar, dass da ein Tippfehler passiert sein muss, aber trotz allem Nachdenkes komme ich nicht darauf: Was meintest du mit "Galerbesitzerinnen"?

Saskia Fabian
 
16
30.5.2010, 21:27
Sie machens einem aber leicht eine Diagnose zu stellen

Chocoholic
30
30.5.2010, 13:11
Wo bleibt der Aufruf bei Alkoholabhaengigen, wo bleibt der Aufruf,

nicht mehr als 1l Wein pro Tag an eine Person abzugeben. Mit Stempelausweis und Personenkontrolle?

scientific impotent
00
31.5.2010, 16:19
ist noch nicht streng genug

der liter wein darf auch nicht mehr als 10€ kosten.

besser wäre eine begrenzung aller getränke in lokalen und an sonstigen orten auf 3.50€. teurer dürfen sie nicht sein.

scientific impotent
01
30.5.2010, 02:55
eine liste aller nutznießer anfertigen

und an die spielsüchtigen verteilen.

die wissen dann, wer ihr geld hat und bei wem sie "betteln" gehen müssen.

The_new_number_2
00
31.5.2010, 11:38

Das ist eigentlich eine geniale Idee! Die Frage ist nur, wie bringt man die Liste an die Spieler heran?

scientific impotent
00
31.5.2010, 16:21
hm, an die spielautomaten kleben?

mit der warnung "spielen gefährdet ihre gesundheit. sie können sich gerne an folgende personen wenden" und darunter die liste.

Ferdinand Lachinger
07
29.5.2010, 12:48
Spielsucht

Wie krank muß eine Gesellschaft sein wenn sie Spielsucht fördert?
Aber die Gier scheint größer als alles andere zu sein!
Sieht man ja auf vielen Ebenen ...
Fragt sich noch was ist es in Uns Menschen das die Gier so grenzenlos antreibt?
Ich persönlich kann es nicht nachvollziehen was einem weiterhin Geld machen läßt wenn er objektiv gesehen keines mehr braucht.

sociovation
00
31.5.2010, 11:13
Nicht "die Gesellschaft" fördert die Spielsucht,

sondern nur ein prolitäres Netzwerk aus rücksichtslosen Spitzenpolitikern und Unternehmern.

Jake Gittes
02
29.5.2010, 10:21
Enteignet Dichand
07
29.5.2010, 04:36
Alles wurscht - es zählt allein der Profit (von Novomatic).

Allmächtiger Satan
50
29.5.2010, 13:07

Was zählt bei Ihnen? Urlaubsmaximierung bei gleichzeitiger Arbeitsminimierung und einhergehender Gehaltsmaximierung?

Kellerkapitalist.

pereswon
02
31.5.2010, 10:14
So elegant...

...hat noch keiner meine Lebensphilosophie auf den Punkt gebracht. Danke!

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
31.5.2010, 08:41
Bei Ihnen...

... scheint lediglich Geld zu zählen.

Dagmar Rehak
 
04
29.5.2010, 01:09
Wem nützt die Novelle?

Julius Pokorny
03
29.5.2010, 21:02
Cui bono allerdings!

Selten drängt sich diese Frage so offen auf wie hier!

System Steuerung
10
28.5.2010, 21:15

Werden dadurch die hauptdarsteller der seitenblicke negativ beeinflusst?

Wer würde da wohl arbeitsplätze und steuereinnahmen riskieren wollen?

Die san doch selber schuld! Eingenverantwortung bitte!

Na also...


ps: frage an gelernte erfahrene österreicher: was müsste passsieren, damit da was passiert?

Dagmar Rehak
 
04
29.5.2010, 01:08
Ein Süchtiger hat keine Eigenverantwortung.

Ein Spielsüchtiger muss wie ein Kokainsüchtiger angesehen und behandelt werden.

Rigglerobber
00
31.5.2010, 09:27
Prinzipiell

haben alle mündigen Menschen Eigenverantwortung, auch ein Kokainsüchtiger - dass diese Menschen eine Hilfestellung brauchen, ist eine andere Geschichte. Aber auch einen Heroinsüchtigen können Sie nicht therapieren, wenn er nicht will.

System Steuerung
01
30.5.2010, 01:47

Das weiss ICH. Dem gesetzgeber scheint es egal zu sein.

suboptimal
 
010
28.5.2010, 21:15
Die hausgemachte Kriminalität,

gefördert vom Staat, sollte man auch erwähnen. In Spielsucht-Raubüberfällen sind wir schon jetzt ganz große Klasse.

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