"Zeige Parkinson-Patienten, was alles möglich ist"

30. Mai 2010, 18:36

Parkinson-Experte Dieter Volc über exakte Diagnosen, Therapie-Optionen und seine Parkinsonreisen

Standard: Nimmt das Parkinson-Syndrom zu?

Volc: Das ist schwer zu sagen. Vor einigen Jahrzehnten war Parkinson nicht das, was Parkinson heute ist. Es gibt mittlerweile bessere Methoden der Differentialdiagnose. Dadurch lassen sich Krankheiten mit Parkinson-ähnlichen Symptomen besser vom eigentlichen Syndrom unterscheiden. Die Menschen werden auch älter, die Krankheit tritt auch meist erst im höheren Alter auf. Neue Erkennungsmethoden sind von größter Bedeutung. Eine Frühdiagnose verbessert die Therapiemöglichkeiten, weil schneller neuroprotektive Maßnahmen eingeleitet werden können.

Standard: Welche Frühwarnsignale gibt es?

Volc: Parkinson beginnt oft mit einer depressiven Periode, auch mit Verstopfung, Störungen der Geruchswahrnehmung und REM-Sleep-Behavior-Disorder. Dabei schlagen Menschen im Schlaf um sich, schreien, reden, singen.

Standard: Wie stark schränkt Parkinson die Lebensqualität ein?

Volc: Es ist absolut notwendig, beim Erstgespräch viel Zeit zu investieren. Die Patienten nehmen es ähnlich schwer wie eine Krebs- diagnose. Das ist aber nicht vergleichbar. Man kann die Krankheit lange gut unter Kontrolle halten. Wichtig ist, dass ich als Patient nicht nur meine Medikamente nehme, sondern mich auch ausreichend bewege. Und ich darf mich nicht zurückziehen, ich muss mich sozialisieren."

Standard: Welche Behandlungsmethoden wenden Sie an?

Volc: Es gibt in erster Linie die Ersatztherapie mit Dopa und Medikamente, die in den Signalstoffwechsel der Nervenzellen eingreifen. Anticholinergika verwenden wir nicht so gerne, weil sie Gedächtnisstörungen verursachen können. Seit 20 Jahren wird in Österreich bei schweren Fällen die Tiefe Hirnstimulation mittels implantierter Elektroden angewendet. Mehr als 300 Betroffene wurden hierzulande bereits so behandelt. Die dritte Säule der Therapie umfasst begleitende Maßnahmen wie Psychotherapie, Ernährungsberatung, spezielle Gymnastik. Ich mache seit zwölf Jahren Parkinson-Reisen mit meinen Patienten, etwa nach Jordanien, und zeige ihnen, was mit Parkinson alles möglich ist. (Kurt de Swaaf, DER STANDARD Printausgabe, 31.5.2010)

ZUR PERSON:

Dieter Volc (57) ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und Primarius an der Confraternität Privatklinik Josefstadt.

Mani Pulatio
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31.5.2010, 12:54
und die beste Erkenntnis?

dass der grüne Tee nachweislich die problematischen Eiweiße bindet,wird verschwiegen!
"Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson werden durch die Bildung von Amyloidfibrillen verursacht. Die im Grünen Tee enthaltene Substanz EGCG verhindert deren Bildung durch Bindung an die nativen, noch ungefalteten Polypeptidketten. Dadurch werden statt der toxischen, faserförmigen Amyloidfibrillen harmlose, sphärische Oligomere gebildet." Ehrnhoefer et al. Nat. Struct. Mol. Biol. 2008

f.j.neffe
 
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30.5.2010, 20:46
Jede Diagnose wirkt als Suggestion in eine bestimmte Richtung.

Jede Diagnose ist zugleich eine SUGGESTION. Eertvoll und hilfreich wird die Diagnose deshalb überhaupt erst, wenn sie DEM PATIENTEN ZEIGT, WAS MÖGLICH IST. Wenn wir nämlich die SUGGESTIVE WIRKUNG der Diagnose nicht beachten, dann kann sie allzu oft gerade das Unheil erst heraufbeschwören, das sie bezeichnet. Die Diagnose gibt dem Bezeichneten zugleich seine ENTWICKLUNGSRICHTUNG ins Problem hinein oder aus dem Problem heraus. Als Suggestionsforscher kann ich es nur begrüßen, wenn zeigt,was möglich ist, immer in der Tendenz, JETZT BEKANNTE GRENZEN zu erreichen und zu überschreiten zu suchen.

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