Mehrfachbenachteiligung für Migrantinnen

28. Mai 2010, 10:38
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Sie arbeiten häufiger in atypischen Beschäftigungsverhältnissen, haben eine höhere Arbeitslosenquote und verdienen weniger

Wien - Migrantinnen sind besonders benachteiligt. Das zeigt der Frauenbericht 2010, der heute präsentiert wird.  Migrantinnen - ihr Anteil liegt bei rund 17 Prozent der weiblichen Bevölkerung - haben demnach häufiger mit atypischen Arbeitsverhältnissen zu kämpfen als Österreicherinnen, die Arbeitslosenquote liegt höher und der durchschnittliche Verdienst ist niedriger.

Zu Jahresbeginn 2009 lebten rund 725.000 Migrantinnen (Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft oder Geburtsort im Ausland) in Österreich. Sieben von acht Migrantinnen stammen aus anderen europäischen Staaten, etwa die Hälfte davon kommt aus anderen EU- oder EWR-Staaten bzw. der Schweiz. Weitere Hauptherkunftsländer sind die Nachfolgestaaten Jugoslawiens und die Türkei.

Höhere Arbeitslosenquote

Bei der Ausbildung der Migrantinnen zeigt sich ein differenziertes Bild: Während 2008 rund 22,3 Prozent der 25- bis 64-jährigen Österreicherinnen als höchsten Abschluss nur die Pflichtschule vorweisen konnten, waren es bei den Ausländerinnen rund 35,4 Prozent. Allerdings verfügten rund 36,5 Prozent der ausländischen Staatsbürgerinnen über einen Maturaabschluss oder eine akademische Ausbildung, bei den Österreicherinnen war es nur etwas mehr als ein Viertel. Insgesamt rund 17,4 Prozent der Ausländerinnen hatten einen akademischen Abschluss, wogegen es bei den Österreicherinnen lediglich rund 13,3 Prozent waren.

Die Erwerbsquote der im Ausland geborenen Frauen lag 2008 bei rund 57 Prozent, bei Österreicherinnen betrug die Quote rund 68 Prozent. Die Arbeitslosenquote der Migrantinnen (7,8 Prozent) lag höher als jene der Österreicherinnen (5,3 Prozent). Mit rund 23 Prozent haben Migrantinnen außerdem häufiger als Österreicherinnen (16 Prozent) mit atypischen Arbeitsverhältnissen zu kämpfen. Im Durchschnitt verdienen Ausländerinnen um rund ein Drittel weniger als Österreicherinnen (Stand 2007), die Armutsgefährdungsquote von Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag laut EU-Silc 2007 bei immerhin rund 26 Prozent.

Migrantinnen bekommen übrigens mehr Kinder als Österreicherinnen: Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau mit österreichischer Staatsangehörigkeit (inklusive bereits eingebürgerter Migrantinnen) lag 2008 bei 1,31, bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bei rund zwei - bei Türkinnen betrug der Wert sogar 2,7. (APA)

 

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