Europas Börsen schließen uneinheitlich

28. Mai 2010, 18:57
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Enttäuschende US-Konjunkturdaten

Wien - Enttäuschende US-Konjunkturdaten haben am Freitag die jüngste Erholung an den europäischen Börsen erst einmal gestoppt. So trübte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago in diesem Monat deutlich stärker ein als von Experten gedacht. Zudem verharrten die Ausgaben der privaten Haushalte im April überraschend. Insofern hätten einige US-Investoren vor dem verlängerten Wochenende in den Vereinigten Staaten Kasse gemacht und damit auch die Kurse diesseits des Atlantiks belastet, sagten Händler. Andererseits bewerteten viele Anleger die Sorgen um die Schuldenkrise in der Eurozone als überzogen. Dies habe die Kursverluste an den europäischen Börsen begrenzt.

Der Euro-Stoxx 50 fiel um 0,20 Prozent auf 2.614,06 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete dies aber ein Plus von 1,55 Prozent. Der Pariser CAC-40 sank an diesem Freitag um 0,29 Prozent auf 3.515,06 Punkte. Für den FT-SE 100 ging es in London um 0,13 Prozent auf 5.188,43 Punkte nach unten.

Unter den Finanzwerten stachen die spanischen Großbanken positiv hervor und führten die Gewinnerliste im Euro-Stoxx 50 an. Banco Santander wurden 2,28 Prozent höher bei 8,40 Euro gehandelt. Die Papiere der BBVA legten dahinter um 1,59 Prozent auf 8,62 Euro zu.

Andere Branchentitel aber zählten zu den größten Verlierern im Markt. So fielen die Titel von Assicurazioni Generali um 1,46 Prozent auf 14,88 Euro und die von Intesa SanPaolo um 1,49 Prozent auf 2,14 Euro.

Eine Hochstufung sorgte beim Konsumgüterkonzern Unilever für ein Kursplus von 0,79 Prozent. Die UBS hatte die Einstufung ebenfalls auf "Buy" erhöht. Die Titel hätten in den vergangenen sechs Monaten deutlich an Wert verloren, obwohl der Konsumgüterhersteller im Februar eine besser als erwartetet Cash-Flow-Generierung für 2009 vermeldet habe, schrieb Analyst Alan Erskine in einer Studie. Zudem sei Unilever den Einflüssen der Eurozone nur geringfügig mehr ausgesetzt als die US-Konkurrenten.

Keine Erfolgsmeldung gibt es nach wie vor von BP. Die Ergebnisse der jüngsten Versuche, das Ölleck im Golf von Mexiko zu schließen, werden noch analysiert. Beteiligte Personen bezeichneten den Erfolg nach wie vor als unsicher. BP verloren 4,99 Prozent auf 494,80 Pence und waren damit schwächster Wert im Stoxx-Europe-50-Index.

Konkurrent Royal Dutch Shell will für 4,7 Milliarden Dollar das US-Erdgasunternehmen East Ressources übernehmen. Die Shell-Papiere drehten nach anfänglichen Verlusten mit 0,41 Prozent ins Plus. Händlern zufolge war dabei der weiter anziehende Ölpreis hilfreich: Rohöl der US-Sorte WTI stieg am Morgen wieder über die Marke von 75 Dollar pro Barrel. Offizielle Daten zeigten einen steigenden Ölverbrauch im Hauptverbraucherland USA, hieß es.

Schwach wiederum entwickelten sich die Aktien von Prudential, die um 0,82 Prozent auf 543,00 Pence nachgaben. Der Versicherungskonzern versucht laut der "Financial Times", den Kaufpreis für das Asiengeschäft von American International Group (AIG) herunter zu handeln, um die nötige Zustimmung kritischer Aktionäre für die Übernahme zu bekommen. Vortags noch hatten Gerüchte über eine Absage den Kurs um bis zu sieben Prozent in die Höhe schnellen lassen. Titel der Versicherers AIG fielen zuletzt in New York um 1,89 Prozent.

Zu den größten Gewinnern in "Footsie" zählten die Aktien von GlaxoSmithKline, die um 1,76 Prozent kletterten. Der weltgrößte Biotech-Konzern Amgen hatte in Europa die lange erwartete Zulassung für sein Mittel Prolia zur Behandlung von Osteoporose erhalten. GlaxoSmithKline wird die Amerikaner bei der Vermarktung unterstützen. Amgen-Aktien stiegen zuletzt um 1,25 Prozent. (APA)

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