Kurze Immuntherapie kurbelt Insulinproduktion an

29. Mai 2010, 10:25
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Patienten benötigen weniger exogenes Insulin

Neuherberg - Eine kurze Immuntherapie kann Patienten mit Diabetes 1 langfristig helfen. Vor allem bei jungen Menschen bremst die Behandlung den oft rasanten Rückgang der körpereigenen Insulinproduktion, wie Forscher des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München entdeckten.

Die Wissenschafter untersuchten insgesamt 80 Patienten, die erst seit kurzem an der Autoimmunerkrankung litten. Die Hälfte der Teilnehmer im Alter von zwölf bis 39 Jahren erhielt an sechs aufeinanderfolgenden Tagen eine Immuntherapie mit einem Antikörper. Die übrigen Probanden bekamen dagegen ein Placebo-Präparat. Nach 18 Monaten hatte sich die körpereigene Insulinproduktion in der Antikörper-Gruppe verbessert. Diese Patienten benötigten weniger Insulin als die übrigen Probanden.

Langfristiger Effekt

"Die Folgeuntersuchungen bestätigen eindeutig, dass der Therapieeffekt auch länger anhält", erklärt Studienleiterin Anette-Gabriele Ziegler. Die körpereigene Insulinproduktion hielt sich über etwa zwei Jahre auf ihrem Anfangsniveau. "Überrascht hat uns auch die klare Altersabhängigkeit des Therapieerfolgs", sagt Ziegler.

Die Patienten unter 27 Jahren hielten das anfängliche Niveau der körpereigenen Insulinproduktion über drei Jahre lang, wie die Forscher in der Zeitschrift "Diabetologia" schreiben. Selbst nach vier Jahren brauchten diese Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe nur zwei Drittel der täglichen Insulindosis. (APA)

Diabetologia, Vol. 53, S. 614-623

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