Mehr als 70 Tote bei Unruhen in Jamaika

28. Mai 2010, 11:43
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Premierminister überlegt Ausdehnung des Ausnahmezustandes - Drogenboss Coke nach Kämpfen in Armenviertel weiter auf freiem Fuß

Mexiko-Stadt/Kingston - Die Zahl der Toten bei den Unruhen in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston steigt weiter, laut Medien-Informationen gibt es bereits mehr als 70 Opfer. Nach den Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern des gesuchten Drogenhändlers Christopher "Dudus" Coke seien die Leichen von 73 Zivilisten gefunden worden, teilte Vize-Polizeichef Glenmore Hinds mit.

Am Mittwoch war es im Viertel Tivoli Gardens zu vereinzelten Schusswechseln gekommen. Dort hatte sich der Drogenboss mit seinen Anhängern verschanzt. Nach Coke und seinen Gangmitgliedern wird nun im ganzen Land gesucht. Bewohner des Armenviertels Tivoli Gardens warfen den Beamten vor, zahlreiche Unbeteiligte getötet zu haben.

Armee und Polizei waren bei ihrem Angriff auf Tivoli Gardens auf den erbitterten Widerstand bewaffneter Söldner und Anhänger Cokes gestoßen. 211 Personen, meist junge Männer, wurden offiziellen Angaben zufolge festgenommen. Coke gilt als ein einflussreicher Unternehmer und mutmaßlicher Drogenboss, den Washington anklagen will, weil er auch für Morde in den USA verantwortlich sein soll. (APA)

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