Auszeichnung im Wandel der Mentalität

27. Mai 2010, 18:55
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    foto: lukas schaller

    Ausgezeichnet: das Gemeindezentrum St. Gerold in Vorarlberg der Architekten Cukrowicz Nachbaur, ganz aus Holz

Österreichische Staatspreise für Architektur und Nachhaltigkeit

Wien - "Nachhaltigkeit war immer schon ein wichtiger Bestandteil der Architektur", sagt der Linzer Architekturprofessor Roland Gnaiger. "Wahrscheinlich ist der Stephansdom landweit das nachhaltigste Gebäude." Gnaiger war Jury-Vorsitzender für den Österreichischen Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit 2010, der heuer zum zweiten Mal vergeben wurde.

Aus 93 Einreichungen wurden zehn für den Staatspreis nominiert und vier ex aequo am Donnerstag in Anwesenheit von Umweltminister Nikolaus Berlakovich mit der grünen Plakette ausgezeichnet: das Gemeindezentrum St. Gerold in Vorarlberg (Architekten Cukrowicz Nachbaur), die Volksschule Mauth in Wels (Marte Marte Architekten), die Elementfertigungshalle Obermayr in Schwanenstadt (F2 Architekten) sowie die Passivwohnanlage Samer Mösl in Salzburg (sps architekten). Der Sonderpreis ging an das Forschungs- und Dienstleistungsgebäude HIT der ETH Zürich (Architekten Baumschlager und Eberle).

Für ihr Gemeindeamt samt angeschlossenem Kindergarten und Dorfladen realisierte die kleine Gemeinde im Großen Walsertal den ersten viergeschoßigen Vollholzbau des Landes - sogar der Aufzug ist aus Holz gebaut.

Die Weißtannen für den Rohbau stammen großteils aus den gemeindeeigenen Wäldern und wurden im Winter geschlägert und luftgetrocknet, um die Langlebigkeit des Materials zu verbessern und jene Energie zu sparen, die bei der mechanischen Trocknung feuchten Holzes anfallen würde. Auf PVC, Silikone und verpackungsintensive Materialien wurde verzichtet. Die strengen Vorgaben kamen sogar bei den Elektroverrohrungen und Verkabelungen zum Tragen.

Die Welser Volksschule als sogenannte "Bewegte Schule" besticht durch ihr flexibles Raumprogramm mit überdimensionierten Gängen und Freiräumen zum Spielen und Toben. Die Industriehalle Obermayr, in der passivhaustaugliche Wand-, Boden- und Deckenelemente hergestellt werden, zeichnet sich durch ihre Lichtführung aus. Auf Kunstlicht kann während der Produktion über längere Zeit verzichtet werden. Und die Wohnhäusern Samer Mösl sind ein soziales Passivhaus-Integrationsprojekt.

"Projekte wie diese sind extrem wichtige Multiplikatoren", sagt Umweltminister Nikolaus Berlakovich. "Mit diesem Preis wollen wir zeigen, dass nachhaltiges Bauen und herausragende Architektur sich nicht ausschließen, sondern sich im Gegenteil perfekt ergänzen." Der Weg sei noch weit, doch das Wichtigste sei bereits erreicht: ein Mentalitätswandel unter Fachplanern und Architekten, vor allem aber auch in der Bevölkerung. (Wojciech Czaja / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.5.2010)

 

hulkjr
00
28.5.2010, 10:07
sehr schöne bauten!

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