Opposition für Ausweitung des Mutter-Kind-Passes

27. Mai 2010, 18:11
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BZÖ für Ausdehnung bis 18. Lebensjahr, FPÖ bis zum zehnten und Grüne bis zum Schuleintritt

Wien - Obwohl die Regierung derzeit in Zeiten der Wirtschaftskrise an einem Sparpaket bastelt, ist die Opposition am Donnerstag mit einem Vorschlag zur Verbesserung einer Sozialleistung vorgeprescht. Alle drei Oppositionsparteien waren sich einig in der Forderung nach Ausweitung des Mutter-Kind-Passes. Das BZÖ will ihn bis zum 18. Lebensjahr ausdehnen, die FPÖ bis zum zehnten und die Grünen bis zum Schuleintritt des Kindes. Derzeit sind Untersuchungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes nur bis zum fünften Lebensjahr des Kindes vorgeschrieben.

"Fehlentwicklungen rechtzeitig gegensteuern"

Den Anfang machten am Donnerstag die Orangen. Familien- und Sozialsprecherin Ursula Haubner forderte einen neuen Mutter-Kind-Jugend-Pass mit Untersuchungen bis zum 18. Lebensjahr. Diese sollten einmal pro Jahr stattfinden und auch an den Bezug der Familienbeihilfe gekoppelt sein. "Falsche Ernährung, Suchtverhalten, aber auch Gewalt gegen Kinder können mit dem Mutter-Kind-Jugend-Pass erkannt werden. Das bietet die Möglichkeit Fehlentwicklungen rechtzeitig gegenzusteuern", argumentierte Haubner. Der derzeitige Mutter-Kind-Pass werde den Anforderungen nicht mehr gerecht, da Kinder und Jugendliche immer öfter mit Entwicklungsstörungen in der Motorik, Sprache oder der Wahrnehmung belastet seien. Haubner verwies zudem auf zunehmende chronische Erkrankungen im Kindesalter sowie auf psychischen Störungen bzw. Verhaltensauffälligkeiten und auf zunehmenden Kindesmissbrauch.

"Bestehende Lücken müssen geschlossen werden"

FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein meinte, eine Ausdehnung des Mutter-Kind-Passes sei eine langjährige freiheitliche Forderung. Schon vor zwei Jahren habe sie eine Ausdehnung zumindest bis zum 10. Lebensjahr gefordert. Rechtzeitige Untersuchungen könnten viele Erkrankungen verhindern und so Folgekosten ersparen. Nicht nur die körperliche und psychische Gesundheit der Kinder sollten regelmäßig untersucht, auch Misshandlungen oder sexueller Missbrauch wären bei regelmäßigen Arztbesuchen schneller erkennbar, so Belakowitsch-Jenewein.

Der Grüne Gesundheitssprecher Kurt Grünewald plädierte für eine Ausweitung des Mutter-Kind-Passes bis zum Schuleintritt. "Bestehende Lücken in der Gesundheitsförderung und Früherkennung von Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen müssen geschlossen werden", sagte Grünewald. "Nicht erkannte Schäden und verzögerte Diagnosen fördern chronische Erkrankungen und treiben die Gesundheitskosten in die Höhe." (APA)

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