Conwert reduziert Leerstände in Deutschland

27. Mai 2010, 16:03
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Kowar: Rate im ersten Quartal um zehn Prozentpunkte auf 17 Prozent gesenkt - Renditen liegen bei sechs Prozent

Wien - Der an der Wiener Börse notierte Immobilienentwickler conwert Immobilien Invest SE fasst in Deutschland - dem zweiten wichtigen Markt neben Österreich - zunehmend Fuß. "Wir haben den Leerstand heuer im ersten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode um 10 Prozent gesenkt, nachdem wir ihn bereits 2009 um 15 Prozent abgebaut haben", sagte conwert-Chef Johann Kowar heute, Donnerstag, zur APA. Derzeit liege die Leerstandsrate in Deutschland bei 17 Prozent.

Auch das Verkaufsgeschäft gewinne immer mehr an Fahrt. Im Vorjahr habe conwert in Deutschland erstmals einen Verkaufsumsatz von mehr als 100 Mio. Euro gemacht und dort damit rund ein Drittel der Verkäufe abgewickelt. Vor einem Jahr waren es laut Kowar erst 10 Prozent. Auch heuer werde das Nachbarland wieder rund ein Drittel beisteuern. Bereits im ersten Quartal 2010 habe conwert die Verkaufsumsätze auf 17 Mio. Euro mehr als verdoppelt.

Höhere Renditen in Deutschland

"Mit unserem Deutschland-Portfolio erzielen wir aktuell Renditen von 6 Prozent", so Kowar. In Österreich liegen sie mit knapp 4 Prozent deutlich darunter. Deutschland ist einträglicher, da der Markt größer ist und conwert sukzessive Leerstand abbaut. Österreich gilt als der konservative, stabile Sockel im Unternehmen.

Wertmäßig teilt sich der Immobilienbestand je fast zur Hälfte auf Österreich und Deutschland auf. Vom Gesamtwert von 2,5 Mrd. Euro entfallen je 1,2 Mrd. Euro auf die beiden Hauptmärkte; knapp 100 Mio. Euro verteilen sich auf Tschechien, Ungarn und die Slowakei. In Deutschland verfügt conwert über 1.300 Immobilien mit einer Nutzfläche von 1,25 Mio. Quadratmeter, in Österreich sind es nur 393 Immobilien mit insgesamt rund 700.000 Quadratmetern.

An fünf deutschen Standorten hat conwert zuletzt Zinshäuser für mehr als 18 Mio. Euro an den geschlossenen Wohnimmobilienfonds DWS ACCESS Wohnen GmbH & Co KG verkauft. Die zur conwert-Gruppe gehörende deutsche Dienstleistungstochter alt+kelber Immobiliengruppe übernimmt das gesamte Asset Management für DWS.

Dividende 2009

Für 2009 schüttet der Immobilienentwickler wie berichtet erstmals eine Dividende aus, nachdem das Unternehmen im Vorjahr wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt ist. conwert hat im Krisenjahr um 361 Mio. Euro massiv Liegenschaften verkauft und dabei eigenen Angaben zufolge einen Preis von durchschnittlich 10 Prozent über dem Buchwert erzielt. Auch heuer will das Unternehmen wieder rund 250 Mio. Euro aus Verkaufserlösen erzielen.

Im ersten Quartal 2010 ging das Betriebsergebnis um 8 Prozent auf 22,2 Mio. Euro zurück, der unverwässerte Gewinn je Aktie verkleinerte sich von 0,08 auf 0,05 Euro. Die Cash-Erträge verminderten sich gegenüber der Vorjahresperiode von 23,9 auf 13,0 Mio. Euro. Der Umsatz sank von 115,4 auf 92,7 Mio. Euro. Das erste Quartal sei "traditionell nachfrageschwächer". Die gesamten Mieterlöse gingen im Berichtsquartal um 2 Prozent auf 39,2 Mio. Euro zurück, die Veräußerungserlöse um 33 Prozent auf 45,3 Mio. Euro.

Für die Wohnimmobilienmärkte in Österreich und Deutschland erwartet conwert eine anhaltend stabile Entwicklung und rechnet für das laufende Jahr mit einer positiv operativen Geschäftsentwicklung.(APA)

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