Opposition protestiert gegen Janukowitsch

27. Mai 2010, 16:28
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Hunderte Demonstranten beschimpfen den Präsidenten in Lviv als "Moskaus Sklaven"

Lviv - Hunderte Demonstranten haben am Donnerstag dem ukrainischen Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch in Lemberg (Lviv/Lwow) im Westen des Landes einen betont unfreundlichen Empfang bereitet. Sie skandierten "Schande!" und "Moskaus Sklave!" und riefen nationalistische Losungen wie "Ehre dem Vaterland! Tod den Feinden!", Janukowitsch warfen sie vor, das Land an "Zar" Dmitri Medwedew, den Präsidenten Russlands, "verkauft" zu haben. Einige Janukowitsch-Anhänger riefen ihrerseits: "Unser Präsident!" und "Lviv grüßt Jankuwitsch".

Die Polizei hatte strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen und die Demonstranten daran gehindert, sich dem Präsidenten zu nähern, der in der Polytechnischen Hochschule mit lokalen Politikern zusammentraf. Lemberg gilt als Hochburg der pro-westlichen Opposition. Die einstige Hauptstadt des Königreichs Galizien und Lodomerien gehörte von 1772 bis 1918 zu Österreich. Vor dem Ersten Weltkrieg waren etwa die Hälfte der Einwohner Polen, ein Viertel Juden und dreißigtausend Ruthenen (Ukrainer).

Bei der letzten Präsidentenwahl hatte Janukowitsch in Lemberg nur 8,6 Prozent der Stimmen erhalten. Er hatte nach seinem Amtsantritt im Februar die Wiederannäherung an Russland zu einer seiner außen- und wirtschaftspolitischen Prioritäten gemacht. (APA)

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