Das Öl rinnt weiter - BP spricht erstmals von "Umweltkatastrophe"

28. Mai 2010, 14:30
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    foto: apa7env/environmental pollution

    BP überträgt die Operation per Video: Livestream auf der BP-Homepage

Aus dem Leck in der "Deepwater Horizon" strömen immer noch Öl und Gas aus - Der Ölkonzern BP hat jedoch nach eigenen Angaben Fortschritte gemacht

Houston/Washington - BP-Vorstandsvorsitzender Tony Hayward hat erstmals offiziell eingeräumt, dass es sich bei den Folgen der nach einer Explosion gesunkenen Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko um eine Umweltkatastrophe handelt. In den vergangenen Wochen hat er lediglich von einer "moderaten Umweltverschmutzung" gesprochen. Unterdessen strömen immer noch Öl und Gas aus dem Leck aus. BP hat jedoch nach eigenen Angaben gute Fortschritte bei seinem Versuch gemacht, die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko zu verschließen. Die aus einem Rohrleck am Meeresgrund aufsteigende braune Wolke, die in Live-Videos zu sehen ist, bestehe derzeit fast komplett aus Schlamm, sagt  Hayward.

Der Konzern hofft, den Ölfluss stoppen zu können, indem er mit hohem Druck Schlamm in das Bohrloch pumpt. BP habe über Nacht als Teil der "Top Kill" genannten Operation Gummistücke und anderes Material in das Sicherheitsventil ("Blowout Preventer") geschossen, das auf dem Bohrloch sitzt. Diese Maßnahme sollte dazu dienen, das Ventil zu verstopfen, damit weniger Schlamm als bisher aus der Quelle entweichen kann. Aktuelle Messungen hätten ergeben, dass dies erfolgreich gewesen sei, sagte Hayward. "Das sind gute Nachrichten."

Schlamm und Zement

Noch am Freitag wolle das Unternehmen in einem weiteren Anlauf weiteren Schlamm in die Quelle schießen. Es werde aber noch 48 Stunden dauern, bis Resultate der Aktion sichtbar seien. "Ich weißt, dass das für jeden frustrierend ist", sagt Hayward.

Die Techniker seien aber geteilter Meinung, was den Erfolg der Aktion angehe. Bisher sei aber nichts schiefgegangen. Zugleich räumte der Konzern aber ein, dass Bohrschlamm aus der undichten Leitung in 1.500 Metern Tiefe ausgetreten sei. Dies sei zwar "nicht ideal", weise aber nicht zwangsläufig auf ein Problem hin, sagte BP-Sprecher Tom Mueller. Es könne durchaus sein, dass das inzwischen wieder aufgenommen Pumpen erneut unterbrochen werde, um den Druck aus dem Bohrloch zu überprüfen, der Aufschluss über Erfolg oder Fehlschlag gebe.

Mehr Öl als angenommen

Bei der Ölpest im Golf von Mexiko ist nach Berechnungen der US-Regierung deutlich mehr Öl ins Meer geflossen als bisher vermutet. Bis zu 25.000 Barrel pro Tag (knapp vier Millionen Liter) seien seit Beginn der Katastrophe vor fünf Wochen ausgetreten, teilte die Leiterin einer Expertenkommission mit. Das wären fünfmal so viel wie bisher von BP geschätzt und die schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

US-Präsident Barack Obama wird am Freitag in dem von der Ölpest besonders betroffenen Staat Louisiana erwartet, wo er sich zum zweiten Mal seit Beginn der Katastrophe am 20. April ein Bild von der Lage machen will. Er gestand angesichts der Umweltkatastrophe ein, zu gutgläubig gegenüber der Ölindustrie gewesen zu sein. "Es war ein Fehler von mir zu glauben, die Ölkonzerne wüssten, was im Fall der Fälle zu tun sei", sagte der Präsident am Donnerstag während einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Ich habe mich geirrt."

Neue Bohrungen gestoppt

Als Reaktion auf die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat die US-Regierung neue Tiefseebohrungen auf Eis gelegt. Ein bestehendes Moratorium werde verlängert und die Genehmigungen für neue Ölbohrungen vor den Küsten der USA für sechs Monate ausgesetzt, sagte Obama. Zudem werde die Erschließung zweier Ölfelder vor der Küste Alaskas gestoppt und die Vergabe neuer Förderlizenzen im Golf von Mexiko und vor der Küste des Bundesstaates Virginia gestrichen.

Zudem wurden 33 im Golf von Mexiko begonnene Erkundungsbohrungen ausgesetzt. Die betroffenen Bohrinseln müssten bei der nächsten sicheren Gelegenheit die Arbeit einstellen und neue Sicherheitsmaßnahmen umsetzen, erklärte Innenminister Ken Salazar. Bestehende Förderanlagen fallen nicht unter die Anordnung. Betroffen wären unter anderem Unternehmen wie Royal Dutch Shell oder Apache. (APA/Reuters)

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sophie s.
00
geld

bp glaubt wirklich alle schäden mit geld ausgleichen zu können? so wie versicherungen? die da uns menschen vorgaukeln, dass ein schaden nie ein schaden gewesen wäret? geld den tod, die folgen von vernichtung aufhebt. na sapperlot...so toll ist bp (und jeder der sich versichert oder an wiedergutmachung glaubt)

RisusSardonicus
 
00
29.5.2010, 12:49
Bp pumpt mit hohem Druck Schlamm ins Leck

Endlich landet das Management dort, wo es hingehört...

Stopfleber
03
28.5.2010, 19:23
Warum redet der Witzbold im Video von einer "Zitterpartie"?


Das ist nicht Fussball. Die Medien tun so, als wäre diese Katastrophe Teil eines globalen Unterhaltungsprogramms. Boboismus.
Und auch im Fussball redet man nicht von einer "Zitterpartie" wenn es 0 zu 17 steht.

soeinunfug
00
28.5.2010, 19:12

kann mir jemand erklären, warum man da wo man den schlamm reinpumpt nicht das öl absaugt, damit den druck oben extrem verringert und das loch von außen dicht machen kann?

Poster in spe
00
28.5.2010, 19:21
Die

"superintelligentesten" Ingenieure der ganzen Welt zerbrechen sich derzeit die Köpfe darüber und finden keine Antwort darauf.

ill sagt der hausverstand
 
04
28.5.2010, 19:12
Man könnte ja die Verantwortlichen in dieses Loch stopfen.

Pet Smile
00
28.5.2010, 19:00
einfach nicht bei BP tanken!

damit sie merken, was los ist

Poster in spe
00
28.5.2010, 19:10
Moment

und das soll die Lösung des Problems sein? Solang der Bedarf an Öl vorhanden ist, werden Bohrinseln in die Luft fliegen, Supertanker untergehen und Viecherl sterben.

A ndreas Bogeschdorfer
00
28.5.2010, 21:37
Solang der Bedarf an Öl vorhanden ist...

Richtig! Und daher kann es (abgesehen von der unmittelbaren Schadensbegrenzung) nur eine vernünftige Antwort auf diesen Wahnsinn geben:

Raus aus dem Öl (aus Gas, Kohle und Uran) hin zu den technisch verfügbaren, finanziell leistbaren (und langfristig billigeren, weil keine Schäden verursachenden) dezentral organisierten Erneuerbaren Energien.

Schrödinger's Cat
01
28.5.2010, 22:08

Das sollte doch leicht machbar sein, Öl, Gas, Kohle und Nuklearenergie decken doch nur ca. 90% des weltweiten Energieverbrauchs. Und wie wollen sie es China und Indien erklären dass sie ihre Entwicklung verlangsamen und mehr auf die Umwelt achten sollen, während wir 150 Jahre lang die Umwelt verschmutzt haben um schnell und billig reich zu werden?

Guybrush-Threepwood
01
28.5.2010, 18:55
Nächster Versuch: Black hole kill

Am einfachsten wäre wohl, man nimmt den Teilchenbeschleuniger am CERN und öffnet mal eben ein kleines schwarzes Loch am Grund, damit dann das austretende Oel abgesaugt werden kann.

locken
00
28.5.2010, 18:53
Nicht mehr bei BP tanken !!!!!!!!!!!!

Siegfried Schöch-Fitz
 
01
28.5.2010, 18:47
Endlich genug?

Ich weiß, das klingt furchtbar zynisch, aber mir fällt ein: Hoffentlich bekommen die US-Amerikaner jetzt endlich genug Öl. Ein Staat, der für diesen Rohstoff seit Jahrzehnten über Leichen geht.

il nerd
00
28.5.2010, 18:44
... interessant ist,

dass die live-bilder von den robotern, die da unten was auch immer machen total flüssig übertragen werden, die vom bohrlochschaden aber eher mit 2-5frames pro sekunde daherkommen ... warum wohl?

theEdge
 
01
28.5.2010, 18:33

Das Zeug wird auslaufen, bis das Ölfeld leer ist. So schauts aus.

Malamute-Power
00
28.5.2010, 18:16
Laut "US Geological Survey" sind bis jetzt rund 150 Mio. Liter Öl aus dem Bohrloch ausgetreten

etwa viermal so viel wie bei Amerikas bisher schlimmster Ölpest nach dem Unglück des Tankers „Exxon Valdez“ vor der Küste Alaskas.
http://www.focus.de/politik/a... 13342.html

Wenn wirklich ALLE Schäden von BP beseitigt werden müssen, dürfte es auch für ein solches Riesenunternehmen eng werden. ( BP = 80.000 Mitarbeiter, Umsatz 239 Mrd.USD, Gewinn 13,9 Mrd. USD. Zahlen aus dem Jahr 2009 )

daemeth
01
28.5.2010, 18:53

das ist es ja..bp kann maximal bis 75 mio. $ belangt werden, nicht darüber hinaus....

greenling
00
28.5.2010, 18:19
amerikas bisher schlimmste ölpest war ixtoc 1!!!

Malamute-Power
00
28.5.2010, 23:15
Stimmt. Zum Teil!

Bei Ixtoc1 flossen nach Schätzungen zwischen 440.000 bis 1.400.000 Tonnen Rohöl ins Meer. Das Rohöl lief über viele Monate...

Eine mexikanische Katastrophe, vor der mexikanischen Küste und mit einer mexikanischen Ölgesellschaft.

Aber Mexiko ist ja auch Amerika. Insoweit haben Sie natürlich wieder Recht.

Danke für die Erinnerung an Ixtoc

Toni Gruber
00
28.5.2010, 18:11
British Petrol

Offenbar hat BP den Beginn der Entlastungsbohrung hinausgeschoben auf den Zeitpunkt wo alle anderen Bemühungen gescheitert sein werden, das heißt dass diese Entlastungsbohrung wenn sie notwendig wird, um Wochen später fertig wird, als sie sein könnte,

Imi Söba
01
28.5.2010, 18:08
Deja vu

http://www.youtube.com/watch?v=GHmhxpQEGPo

interessant ist, dass sich damals die Natur so schnell erholt hat, dass man die Auswirkungen der Katastrophe schon lange vergessen hat. Die Familien der 12 getöteten Menschen werden sich nicht so schnell erholen.

F S 3
03
28.5.2010, 18:08
BP überlegt neues Logo…?…



http://i.imgur.com/P0qkj.jpg



…Währenddessen enthüllten Blogger, wie BP die Leute narrt. Bilder von einem angeblichen "Live-Feed" vom Bohrloch entpuppten sich als Endlosschleife mit gerade 15 Sec. Material, über dem eine normal laufende Zeitanzeige gelegt wurde.

http://pesn.com/2010/05/2... _cover-up/

absolventenverband
00
28.5.2010, 18:04
durchlesen

http://orf.at/100528-51... index.html

ein mitgrund warum man fast nichts erfährt

greenling
04
28.5.2010, 18:01
Ixtoc 1

Am Anfang habe ich mich noch gefragt, wieso nie über Ixtoc 1 gesprochen wird, sondern über Exxon Valdez, wo vergleichsweise viel weniger Öl ins Meer geraten ist.

Vielleicht ist das genau der Grund - Ixtoc 1 war auch im Golf von Mexiko, fast genau die selbe Geschichte und damals hat es 9 Monate gedauert bis der Ölfluß gestoppt war - und da war die Bohrung in 50 Meter Tiefe... damit will man es wohl nicht vergleicht sehen...

tschakomo
03
28.5.2010, 17:57

oh du lieber augustin , augustin
alles ist hin !

mal im ernst freunde niemanden juckt das.
ich seh niemand auf der strasse der das elend beklagen würde.
vorm fernseher/monitor sitzen , "staunen" und "schimpfen" , das bringts nicht.

fragen(bzw rote stricherl..) hinsichtlich meines engagements duerfen sie sich getrost sparen , sie alle tun auch nichts.

oh du lieber augustin augustin ...

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