Sultane auf Post-it-Zetteln

27. Mai 2010, 15:34
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KulturKontakt Austria (KKA) hat im Rahmen des Artists-in-Residence-Programms Künstlerinnen aus Ost- und Südosteuropa, Armenien und der Türkei nach Wien eingeladen

Welche Themen beschäftigen Künstlerinnen aus der Türkei, Armenien und Südosteuropa? Welche Welten spiegeln sich in den Arbeiten dieser Frauen wider? Um diese Fragen zu beantworten 2010 lädt KKA sieben junge Künstlerinnen als Artists in Residence nach Wien ein. Sie kommen aus der Türkei, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Armenien und Serbien. Als Abschluss ihres Wien-Aufenthalts stellen sie in der zu KulturKontakt Austria gehörenden Galerie Artpoint ihre Arbeiten aus, die sie während dieser Zeit entwickelt haben.

Den Beginn machte 2010 die Kroatin Tonka Maleković. Sie nahm Wien als Ausgangspunkt für ihre Arbeit und filmte die Gänge des Wiener U-Bahn-Netzes: menschenleer, ohne Seele, austauschbar. Tonka Maleković fragte nach dem Erscheinungsbild einer Stadt, nach der Austauschbarkeit von öffentlichen Orten und danach, wie wir öffentlichen Raum und seine Veränderungen wahrnehmen.

Sultane auf Post-it-Zetteln

Noch bis Ende Juni 2010 sind die Türkin Ardan Özmenoğlu und die Kroatin Tea Hatadi in Wien zu Gast. Ardan Özmenoğlu lebt und arbeitet in Istanbul. Sie studierte am Institut für Grafik und Design an der Bilkent Universität, Ankara. Özmenoğlu arbeitet im druckgrafischen Bereich, mit Siebdruck als auch mit den Medien Skulptur und Installation. Ihre Arbeiten wurden bereits international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Vielfach nimmt Ardan Özmenoğlu in ihren Arbeiten Bezug auf ihre Herkunft und setzt traditionelle Darstellungen zeitgemäß um. In der Galerie ArtPoint präsentiert sie u.a. eine großformatige Installation aus Post-it-Zetteln mit allen 38 ottomanischen Herrschern.

Krieg und Kunst

Zeitgleich mit Özmenoğlu ist die Kroatin Tea Hatadi Artist in Residence von KulturKontakt Austria. Sie interessiert sich insbesondere für Kriegs- und Militärmuseen in Europa und erforscht im Rahmen ihrer Dissertation den Einfluss von Krieg auf die Kunst. In diesem Zusammenhang zeigt Tea Hatadi in der Galerie Artpoint eine großformatige, mit Rosen übersäte Installation, eine Art Denkmal der Erinnerung. Sie weist damit auch auf das Ende des 2. Weltkriegs vor 65 Jahren hin und - nicht ganz ohne Sarkasmus - auf die zu diesem Anlass begangenen Friedensfeiern am Roten Platz in Moskau.

Ausstellungseröffnung: 08.06.2010, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 09.06. - 30.07.2010, Mo-Fr 14-18.00 h
Ort: Galerie ArtPoint, Universitätsstraße 5, 1010 Wien

Im Juli 2010 kommen Boróka Piros aus Rumänien und Arpine Tokmajyan aus Armenien nach Wien. Ab Oktober 2010 ist gemeinsam mit der Bulgarin Violeta Tanova die Serbin Bojana Lukić in Wien Gast von KKA.

Link: Kultur Kontakt Austria

 

  • Ardan Özmenoğlu an der Druckerpresse
    foto: kka

    Ardan Özmenoğlu an der Druckerpresse

  • Süleyman der Große auf einem Post-it-Zettelchen
    foto: kka

    Süleyman der Große auf einem Post-it-Zettelchen

  • Tea Hatadi: Work in Progress
    foto: kka

    Tea Hatadi: Work in Progress

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