Wann und wo Haie angreifen

28. Mai 2010 12:31

Fallstudie von US-Forschern: An Wochenenden und um Neumond häufen sich die Attacken

Gainesville - Wer einen Haiangriff unbedingt am eigenen Leib erfahren möchte, sollte an einem Sonntag rund um Neumond an die Atlantikküste Floridas bei Daytona Beach surfen gehen. Zu empfehlen sind weiters seichte Küstenabschnitte und ein schwarzes oder weißes Badekostüm. Das berichten zumindest Forscher der University of Florida im zweiten Band des Buches "Sharks and their Relatives", das soeben erschienen ist.

Floridas Landkreis Volusia County wird oft als "Welthauptstadt der Haiattacken" bezeichnet, findet doch jeder fünfte derartige Vorfall weltweit hier statt. Warum, wo und wann Haie zum Angriff schreiten, wollten die Wissenschaftler nun erheben. Sie nahmen dazu Statistiken unter die Lupe, die seit 1956 in einem eigenen "Shark Attack File" geführt werden. Zusätzlich campierte einer der Forscher ein ganzes Jahr lang am Strand und beobachtete das Verhalten der Badenden.

Ergebnisse

Eine logische Erkenntnis dabei: Je mehr Menschen sich im Wasser befinden, desto größer ist auch die Chance, dass jemand auf einen Hai stößt. Besonders Surfer lassen sich ins Wasser locken, da sie mit den Sandbänken und guten Wellen des Küstenstreifens geradezu ideale Bedingungen vorfinden. Ihre Hand- und Beinbewegungen im Wasser provozieren die hier beheimateten Spinnerhaie und Schwarzspitzen-Riffhaie - sie beißen zu. "Im trüben Wasser können die Tiere Menschen kaum von ihren üblichen Opfern unterscheiden", erklärt Studienleiter George Burgess vom Museum of Natural History.

Allerdings enden die Haiangriffe im Volusia County in der Regel bei weitem nicht so tragisch, wie man aus Filmdarstellungen schließen könnte. Fast immer gelingt den Opfern die Flucht ohne ernsthafte Verletzung. "Alle Vorfälle gleich als Attacken zu bezeichnen ist irreführend, da die Folgen oft nicht schlimmer als ein Hundebiss sind. In Florida reden wir von zwei-Meter-Haien, die sich auf kleinere Fische spezialisieren. Beim ungleich größeren Weißen Hai in Kalifornien verläuft ein Angriff freilich anders", so Burgess.

Protokollierte Angriffe

Im untersuchten Küstenabschnitt gab es bisher 231 Angriffe, wobei 220 detailliert protokolliert wurden. Diese bildeten die Datengrundlage der Untersuchung. Die Opfer sind fast ausschließlich junge Männer weißer Hautfarbe, da sie auch statistisch die meiste Zeit im Wasser verbringen. Fußbisse sind die Regel, in selteneren Fällen erwischt der Hai einen Arm. Betroffen sind zu 61 Prozent Surfer, wie auch die häufigste Angriffszeit am frühen Morgen und späten Nachmittag den Zeiten entspricht, an denen die Wellen am höchsten sind. "Zu diesen Tageszeiten sitzen die meisten Surfer auf ihrem Brett oder warten stehend auf die beste Welle", so der US-Forscher.

Haie seien übrigens keine "Wochenendkrieger", heißt es in der Mitteilung der University of Florida. Die Anzahl der Angriffe hängt vielmehr mit der Freizeit zusammen, die Menschen zur Verfügung steht - und damit einer erhöhten Begegnungschance: Die wenigsten Angriffe gibt es am Mittwoch, die meisten am Sonntag, gefolgt von Samstag und Freitag. Mit der erhöhten Zahl von Menschen am Strand, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Attacke. Das zeigt sich auch während der Badesaison: Von Mai bis Oktober werden mehr Angriffe von Haien gemeldet. Der Höhepunkt liegt im August. (pte/red)


Link
University of Florida: Case study analyzes why, where and when of leading shark attack site

Der erste Teil des Buches "Sharks and their Relatives" ist als pdf-Datei über die Homepage der International Union for Conservation of Nature abrufbar:
>>> "Sharks and their Relatives"

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 91
1 2 3
eujr
01.06.2010 12:24
" ...Haie zum Angriff schreiten"

Schön formuliert!
;-))

undisputed truth
29.05.2010 21:33
Zusätzlich campierte einer der Forscher ein ganzes Jahr lang am Strand

ich glaube ich werde forscher

Hossa! Hossa! Hossa! Olé!!!
29.05.2010 13:41
Die meisten Haiangriffe

passieren in Österreich in Innsbruck. ;-)

Nick Tameer
29.05.2010 22:34

Innsbruck oder Köln?

Allmächtiger Satan
29.05.2010 13:04

Ich würde auch beissen, wenn mir fremde Leute ihre ungewaschenen Füsse ins Wohnzimmer halten. Die wenigen Haiattacken erklären sich wohl eher damit, dass sich die die Seele aus dem Leib kotzen bei all den fettleibigen Schwebeteilchen im Wasser.

Nick Tameer
29.05.2010 22:35

Kultivierte Käseliebhaber.

Mad_Professor
29.05.2010 11:58
An Wochenenden mehr Angriffe? Da wird doch auch mehr Eis verkauft, oder?

Eis am Wochenende verbieten -> weniger Haiattacken!

;-)

mag2412
29.05.2010 11:36

im wasser ?

Sophist1
29.05.2010 09:08
Ich hoffe nur, dass die Haie diese Studie auch kennen.

spoiled ballot
29.05.2010 03:34
nicht die haifisch jungen vergessen:

http://www.youtube.com/watch?v=goWN07LMCl4

Herr J.K.
28.05.2010 19:34
Danke

für diesen wichtigen Artikel. Speziell der weiße Hai ist ja die Tötungsmaschine Nummer 1, wie wir seit Steven Spielbergs "Jaws" wissen.

Ava Tar
28.05.2010 23:05

die Tötungsmaschine Nummer 1 ist mit großem Abstand der Mensch

Mahlstrom ins Nichts
29.05.2010 00:03

der Sarkasmusanalphabet Nummer 1 ist mit großem Abstand der Besserwisser

schlechter Gutmensch
28.05.2010 19:00
ich bin ganz sicher...

... daß an den meisten Tagen, an denen dort Menschen von Haien angegriffen wurden, in Salzburg "Schnürdlregen" war...

Der Zusammenhang ist signifikant,auch wenn die Hintergründe noch unklar sind und weiterer Erforschun bedürfen....

;-)

potz
28.05.2010 18:31

journalismus + statistik + haie

das kann nicht gut gehen

Jonathan Möwe
29.05.2010 00:09

:D

schlechter Gutmensch
28.05.2010 16:41
Liebe Redaktion

.. bitte verschiebt diesen "Artikel" in die Rubrik "Lifestyle".

Panik vor Haien mag ja trendy sein (Danke, Steven Spielberg), aber mit Wissenschaft hat dieser Artikel rein gar nichts zu tun.

"Wer einen Haiangriff unbedingt am eigenen Leib erfahren möchte, sollte an einem Sonntag rund um Neumond an die Atlantikküste Floridas bei Daytona Beach surfen gehen. "

.. ebendort wird er aber mit hoher Wahrscheinlichkeit an Altersschwäche sterben, bevor er einen Haiangriff am eigenen Leib erfahren kann.....

schlechter Gutmensch
28.05.2010 16:34
nochmal nachgerechnet: (oder: a so a Bledsinn!!!!!)

Bei den 231 Angriffen in 54 Jahren (4,2 pro Jahr)trat also eine Häufung an Wochenenden auf.

Pro Jahr gibt es etwa 52 Wochenenden, d.h. selbst wenn ALLE Angriffe an Wochenenden stattgefunden haben, waren das etwa 0,08 Angriffe pro Wochenende... oder ein Angriff alle 3 Monate ( in der "Welthauptstadt der Haiattacken" und das fast immer ohne ernsthafte Verletzungen).

Wenn man jetzt noch beachtet, daß die Wochenenden etwa 28% eines Jahres ausmachen, und die erbärmliche Stichprobenanzahl
sowie den extrem langen Zeitraum berücksichtigt, kann man ermessen, wie schwachsinnig dieser Artikel ist - und daß die Gefahr von Haien getötet zu werden dramatisch geringer ist, als im Lotto zu gewinnen.


ich glaub ich bin bei BILD oder SUN ....

Nick Tameer
28.05.2010 22:03

Um gefressen zu werden, muss man also schon ein ausgesprochener Glückspilz sein.

Wenn ich das richtig sehe, stellt die Untersuchung auch gar nicht die Behauptung auf, dass die Gefahr sonderlich groß sei, sie insinuiert sie nur. Haie kommen halt gut. Die Gefahr von Verletzungen, meinetwegen durch scharfkantige Munscheln oder Treten auf Seeigel (man betrachte dies bitte nur als denkbare Beispiele!), mag höher sein, aber eine Untersuchung darüber würde eben keinen Seehund hinter dem Ofen hervor- resp. von seiner Sandbank herunterlocken.

Michael Bakunin
28.05.2010 15:28
so eine studie will ich auch mal bezahlt bekommen

ein jahr lang an einem stand in florida campieren und menschen beim schwimmen beobachten, nur um nachher als studienergebnis die tatsache zu präsentieren, dass die meisten hai-unfälle am wochenende passieren. nona. *lol*

schlechter Gutmensch
28.05.2010 16:46
also bei 4 Fällen pro Jahr...

... muß er ca. 200 jahr dort campieren, bis er statistisch einigermaßen fundierte Daten bekommt.....

vor allem weil er ja gleich 2 Parameter einführt: Mondphasen und Wochentage... (was, wenn der tödliche Neumond auf einen harmlosen Mittwoch fällt!?!?)

Ich glaube der Mann war gar kein Wissenschafter sondern einfach ein Dauercamper!

Steirerbub1
28.05.2010 16:45
Gääähhhhn

Schön fad, nur auf die Leute zu starren, ohne selbst ins Wasser gehen zu können.
In diesem Fall evtl. eher "... zu wollen" ;-)

Nick Tameer
29.05.2010 07:25

Man kann sich die Zeit mit riskanten Wetten vertreiben - welchen Schwimmer oder Surfer beißt wohl der Hai?

Michael Bakunin
28.05.2010 18:30

wieso ohne selber ins wasser zu gehen?
die leuten kann man doch am besten beobachten, wenn man selber auch im wasser ist.

schlechter Gutmensch
28.05.2010 14:58
mal nachrechnen:

jeder 5. weltweit erfassten Angriffe Fall findet hier statt... 231 seit 1956...

d.h. in den letzten 54 Jahren -> weltweit etwa 1000.
d.h. weltweit knappe 20 pro jahr, wobei fast immer ohne ernsthafte Verletzung....


zum vergleich:
allein in Ö sterben (!) jährlich ca. 12.000 Menschen am rauchen. das wären in 54 Jahren etwa 648.000 Menschen (nur in Österreich!!!)

und wie viele Menschen weltweit durch herabfallende Kokosnüsse getötet werden, möchte ich gar nicht wissen.

Man sollte mal den Horror-Film drehen "der weiße Tschick" oder den Thriller "Angriff von der Kokosnuss"...

... und die Haie in Frieden lassen:
Haie sind faszinierend und vor allem HARMLOS!
Sie wurden nur Opfer einer Verleumdungskampagne!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 91
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.