Präeklampsie

Durchbruch bei Schwangerschaftsvergiftung

27. Mai 2010, 14:27

Patientinnen an der Uniklinik Köln wurden erfolgreich mit neuer Blutwäsche behandelt

Köln - Ein Expertenteam der Uniklinik Köln unter der Leitung von Thomas Benzing, Direktor der Klinik IV für Innere Medizin, und Peter Mallmann, Direktor der Universitätsfrauenklinik, hat ein neues Verfahren zur Therapie der sogenannten „Schwangerschaftsvergiftung" (Präeklampsie), einer gefürchteten Schwangerschaftserkrankung, entwickelt.

Die Präeklampsie tritt bei circa 5 - 8 Prozent aller Schwangeren nach der 20. Schwangerschaftswoche auf und ist mit erhöhtem Blutdruck (Hypertonie) und dem Verlust von Eiweiß im Urin (Proteinurie) verbunden. Der Schweregrad der Erkrankung variiert, sie kann jedoch für Mutter und Kind lebensgefährlich sein. In Deutschland sterben bei der Geburt jährlich fünf Frauen an den Folgen der Präeklampsie. Schätzungsweise 15.000 - 20.000 Kinder müssen jährlich vorzeitig „geholt" werden.

Lebensrettender Kaiserschnitt

Bislang gibt es für die Präeklampsie keine Therapie. Um das Leben der schwangeren Mutter und das des Kindes zu schützen, bleibt einzig der Kaiserschnitt, der mit hohen Gefahren für das Kind verbunden ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Baby bei der Geburt stirbt oder mit Behinderungen überlebt beträgt je nach Schwangerschaftsalter bis zu 80 Prozent.

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Harvard Medical School aus Boston hat das Kölner Expertenteam nun einen vielversprechenden Ansatz zur Therapie dieser schwerwiegenden Erkrankung entwickelt. Im Blut von Präeklampsie-Patientinnen entdeckte man ein Eiweiß, welches zur Krankheitsentstehung beiträgt. Dieses Eiweiß heißt „sFlt1" und kann inzwischen im Blut quantitativ nachgewiesen werden. Die Höhe der gefundenen Werte lässt Aussagen über die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zu und über die zu erwartende Schwere. So entwickeln Frauen mit erhöhten „sFlt1"-Werten bis zu doppelt so häufig eine Präeklampsie.

Eiweiß aus dem Blut waschen

An der Uniklinik Köln wurden nun weltweit die ersten beiden Patientinnen erfolgreich mit einer neuen Blutwäsche behandelt. Hierbei wird das auslösende Eiweiß aus dem Blut gewaschen. Die Mediziner sprechen von einem möglichen sensationellen Durchbruch. „Zum ersten Mal sind wir dem Ziel, Patientinnen mit Präeklampsie eine effektive Therapie anbieten zu können, ganz nahe", so  Peter Mallmann, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Uniklinik. „Selbst wenn unsere Therapieform nicht dazu beiträgt, einen völlig normalen Schwangerschaftsverlauf zu erreichen, so kann das Kind trotzdem länger im Bauch bleiben. Für die Entwicklung des Fötus sind das entscheidende Tage und Wochen."

Sein Kollege Thomas Benzing freut sich darüber, dass man mit Hilfe der Technik der Blutwäsche eine neue Therapieform für eine bisher nicht behandelbare Krankheit gefunden hat: „Das ist das Resultat einer konsequenten Spitzenforschung von Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen an der Uniklinik Köln und der Harvard Universität." Der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende der Uniklinik Köln, Edgar Schömig, freut sich über die erfolgreiche, interdisziplinäre Zusammenarbeit in seinem Haus: „Mit diesem Therapieansatz können wir der Schwangerschaftsvergiftung ein wenig von ihrem Schrecken nehmen. Diese innovative Behandlung kommt direkt aus der Forschung, dient aber bereits heute unseren Patientinnen. Das ist universitäre Forschung im besten Sinn." (red)

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18 Postings
Dagmar Rehak
 
00
28.6.2010, 13:48
Also... *seufz*

Es gibt schon einmal keinen Durchbruch. Sabine Kuse von den deutschen Gestose-Frauen hat vor kurzem einen Orden bekommen, weil sie schon seit Jahrzehnten über das Thema aufklärt.

Das entdeckte Eiweiß löst die Gestose nicht aus, sondern ist lediglich ein Marker. Es nützt überhaupt nichts, den Marker rauszuwaschen. (Welch kindliche Denkweise, einfach wegwaschen, was stört, und schon ist das Problem gelöst.) In der Berliner Charité glaub ich hat man einen Marker entdeckt, der mangelndes Plazentawachstum anzeigt, und dort weiß man sich auch nur durch einen frühzeitigeren Kaiserschnitt zu helfen.

Es gibt sehr wohl eine Therapie. Einfach Sabine Kuse oder Sabine Herrich anrufen. Das reicht oft schon.
In vielen Fällen wird schon bei leichter Gestose - Blutdruck 140/90 mmHg - das Kind mittels Nifedipin fast umgebracht. Dabei werden die durch den hohen Blutdruck gut aufgedehnten Spiralarterien mittels Lähmung der mütterlichen Arterien zum Erschlaffen gebracht, so dass kein Austausch von Stoffen mehr über die Plazenta stattfinden kann.
Das weiß man natürlich vorher, dass das passiert, deshalb wird das Kind auch gewissenhaft "überwacht", und wenn es fast tot ist, schnell "gerettet". So eine Performance überzeugt jede brave Schwangere.

Das ist das Resultat einer konsequenten Spitzenforschung.

Shark Abuser
10
28.5.2010, 22:58

... und natürlich kein Wort darüber, daß Rauchen gegen Präeklampsie schützt.

A Voice
11
29.5.2010, 22:08
Belladonna

bewahrt einen wahrscheinlich auch vor Präklampsie oder Arsen oder Strychnin.

Shark Abuser
01
26.6.2010, 12:29

Das ist eine verantwortungslose Aussage.

Es ist nachvollziehbar wenn Mediziner oft (zumindest offiziell) eine distanzierte Position zum Rauchen einnehmen.

Wenn die Alternative aber Kaiserschnitt oder Blutwäsche heißen ist es geradezu unglaublich, das Rauchen als Alternative zu verschweigen.

Gerade bei prädisponierten Patienten könnte das eine außergewöhnlich einfache, günstige und vergleichsweise sichere Alternative sein.

Der einzige Grund, warum darüber nicht ausreichend harte Daten existieren um es flächendeckend einzusetzen, ist daß kein Pharmakonzern Geld damit verdienen würde.

Die Medizin ist aufgefordert sich damit auseinanderzusetzen, statt reflexartig Platitüden zu verbreiten.

Dagmar Rehak
 
00
28.6.2010, 12:49
Es ist nicht unmittelbar das Rauchen, das vor Präeklampsie schützt, sondern rauchende Schwangere sind keine braven Muttis und halten sich daher auch sonst an keine Empfehlungen, sondern machen, was sie wollen, und das rettet ihren Kindern das Leben.

Viele Ernährungsempfehlungen zielen auf Entwässern ab und richten sich nach falschen Vorstellungen über den Blutdruck. Die Schwangeren essen wenig Salz, trinken Brennnesseltee oder andere entwässernde Tees, essen Spargel,... und was sonst noch so als entwässernd und Blutdruck senkend gilt. Aber das machen nur brave Muttis und die kriegen dann Gestose.

Eine Gestose entsteht so, dass nicht ausreichend embryonale Zellen in die Spiralarterien der Plazenta einwachsen, wodurch deren Oberfläche vergrößert würde, und der mütterliche Organismus daher ersatzweise verstärkt Blut in die Spiralarterien pumpt, um deren Oberfläche zu vergrößern. Und dann hat die Schwangere schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck.
Leider wird das in der Ausbildung nicht gelehrt, so dass das Symptom Bluthochdruck beunruhigt und als Ursache angesehen und bekämpft wird. Und dann besteht für das Kind allerhöchste Lebensgefahr.

Früher habe ich den Anblick einer rauchenden Schwangeren unerträglich gefunden, aber seit ich die Zusammenhänge mit schädlichem Bravsein kenne, lächle ich zufrieden.

keine/r
00
27.5.2010, 20:28
ARGE Gestose-Frauen

Weiß hier jemand, was die Gestose-Frauen zu dieser Meldung meinen (immerhin war die Selbsthilfetherapie mit salz- und eiweißreicher Kost ja angeblich oft sehr erfolgreich), und was mit der Website der Gestose-Frauen geschehen ist?

Kathi1609
 
00
27.5.2010, 22:15
Was soll mit der Homepage sein?

Es gibt in Kürze eine neue und die alte findet man eh online.
http://www.gestose-frauen.at/index.html
Das Forum ist aktiv.

keine/r
00
28.5.2010, 11:01
Es finden sich keine sachlichen Inhalte mehr.

Nur ein Verweis auf die deutsche Seite und eine Telephonnummer. Ich sehe kein Forum.

Kathi1609
 
00
28.5.2010, 11:45
tatsächlich, über den link geht es nicht.

ich hab es in den bookmarks, ist mir nicht aufgefallen.

wenn Sie es googeln
"arge gestose frauen österreich", kommen Sie hin, und da ist auch das forum, wo heut schon leute gepostet haben.

keine/r
00
28.5.2010, 15:08
Ich komm nur zum deutschen Gestoseforum.

Egal, eigentlich ging es mir vor allem um den Hinweis auf die im Artikel verschwiegenen Präventionsmaßnahmen, bzw. wollte ich wissen, ob diese durch die neuen Erkenntnisse eine Modifikation erfahren werden. :-)

A Voice
00
27.5.2010, 18:25
doppelt so häufig eine Präklampsie

also 10-16% derer mit erhöhten Werten dieses Proteins?
Nähere Umstände der beiden Patientinnen?

Genial wäre es natürlich, wenn man eine Methode hätte, Präklampsie zu mildern.

Anyuser
 
13
27.5.2010, 17:38
Wo sind die obligaten Rehak- und Kathi-Postings?

Die Schwangerschaftstaliban kann doch so ein Thema nicht unkommentiert lassen, allein wegen des Zwischentitels "Lebensrettender Kaiserschnitt".

Ich erwarte hier schon etwas über satanische Gynäkologen, mordähnliche Kaiserschnitte, suprige Hausgeburten und eventuell auch Berichte von schaurigen Plazentaritualen "danach".

Und irgendwas mit Salz.

Dagmar Rehak
 
00
28.6.2010, 12:52
Da bin ich.

Tut mir Leid, dass es so lang gedauert hat. Ich musste CountryLife spielen.

Kathi1609
 
00
27.5.2010, 18:37
"..., bleibt einzig der Kaiserschnitt, der mit hohen Gefahren für das Kind verbunden ist."

Zitat aus dem Text.

Hat mir also für diesmal die Redaktion abgenommen.

Fürs Salz ist die Dagmar zuständig.


PS: Mir wird ja gern vorgeworfen, ob ich nichts Besseres zu tun hab als hier immer nur Böses zur Geburtsmedizin zu posten.
Wirklich erbärmlich isses aber, wenn man von sich aus vorauseilend Schimpf-Postings über andere User schreiben muss. In dem Sinne: Hast nix Besseres zu tun?

Kathi1609
 
00
27.5.2010, 22:19
PS: Bei einer akuten Präeklampsie ist ein Kaiserschnitt tatsächlich lebensrettend. Sind Sie jetzt erschrocken, weil ich das sage?

Und bei Gestose ohne akutes Bedrohungsbild sagen auch die Leitlinien der DGGG und ÖGGG, dass man keinen "präventiven" KS machen muss. Folgt nur in der Praxis kaum einer.

Das is aber nicht das Problem. Das Problem is, wenn man zulässt, dass die Gestose sich manifestiert und eine gewaschene Präeklampsie draus wird.

Da gibt's ja Gruppen wie die Gestose-Frauen, die dafür arbeiten, dass alle was dazulernen, Schwangere, Hebammen und Ärzte.

Wenn die Ärzte zusätzlich hübsche Marker finden wollen, soll's mir Recht sein. Hauptsache, sie behandeln die Frauen dann gscheit.

Dagmar Rehak
 
00
28.6.2010, 13:21

Auch bei einer akuten Präeklampsie (= Gestose) ist ein Kaiserschnitt nicht lebensrettend, sondern man muss einfach nur die auslösenden Umstände ausschalten, nichts weiter. Wenn also eine Schwangere die ganze Zeit schon so einen Gusta auf Lammsalami hat, aber keine isst, weil sie sich für ihr Kind aufopfert, einfach eine halbe Stange Lammsalami reinschieben, und innerhalb weniger Stunden genest die Frau und die Versorgung des Kindes verbessert sich.

Die Erfahrung zeigt aber, dass Ausbildung immer so hingebogen wird, dass man die Frauen dann möglichst schädlich behandeln kann. Wenn sich diese Methode durchsetzt, wird bei einem positiven Ergebnis statt wie früher erst später mit Blutdrucksenkern behandelt, sondern schon früher, und der Kaiserschnitt nicht in der 36., sondern in der 26. Woche gemacht.

Es sind übrigens nicht nur die bösen Ärzte, die hier schädigend eingreifen, sondern auch esoterische Kuschelhebammen, weibliche Verwandte und Forumstanten. Der esoterischen Kuschelhebamme wird sogar eher geglaubt als dem bösen Schulmediziner, wenn der sagt, bitte keinen Brennnesseltee, auch nicht aus kontrolliert-biologischem Anbau aus dem dreckigen kleinen Bioladen.
Und natürlich die Schwangeren selbst. Ohne eine gewisse Selbstschädigungsbereitschaft kommen die Gestosetipps ja nicht an. Man kann zwar einer rauchenden Schwangeren eine gewisse Selbstschädigungstendenz nicht absprechen, aber solange sie macht, was sie will, kann eigentlich nix schiefgehen.

Shaman141
 
31
27.5.2010, 16:26
...

wer ist bitte für den bescheuerten begriff "schwangerschaftsvergiftung" verantwortlich??? hört sich an als wäre eine schwangerschaft per se schon eine krankheit...!

A Voice
00
27.5.2010, 18:26

für mich hört sich das an wie eine Vergiftung während der Schwangerschaft. Aber der Begriff ist nicht optimal, das sehe ich auch so.

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