Bachmannpreis: Kleine Neuerungen und drei österreichische Beiträge

27. Mai 2010, 13:50
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Teilnehmer der 34. Tage der deutschsprachigen Literatur vorgestellt

Wien/Klagenfurt - Mit "einigen kleinen, aber dafür feinen Neuerungen" gehen die 34. Tage der deutschsprachigen Literatur heuer von 23. bis 27. Juni im ORF-Theater Klagenfurt über die Bühne.

Sibylle Lewitscharoff wird Eröffnungsrednerin, Hubert Winkens wird neues Jury-Mitglied, teilte Organisatorin Michaela Monschein am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit.

Und erstmals findet in diesem Jahr die "Klagenfurter Nachlese - Ein Abend mit Bachmann-Preisträgerinnen und -Preisträgern" am 28. Juni im RadioKulturhaus in Wien statt.

Zweieinhalb

Schlanker als im Vorjahr fällt heuer die Teilnahme der Österreicher aus: Mit Thomas Ballhausen und Josef Kleindienst werden von den Veranstaltern zwei heimische Autoren im Wettbewerb angekündigt, bei Letzterem freute sich ORF-Kärnten-Landesdirektor Willy Haslitzer "zum ersten Mal seit vielen Jahren" wieder über einen Kärntner Teilnehmer beim Bachmannpreis. In voarlbergischen Bludenz geboren und aufgewachsen ist Verena Roßbacher - und wird im Programm als Deutsche geführt.

Mit Dorothee Elmiger und Daniel Mezger sind heuer zwei Schweizer dabei, der im deutschen Gera geborene Aleks Scholz lebt derzeit in Irland. Weiters um den mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis lesen Volker H. Altwasser, Christian Fries, Sabrina Janesch, Christopher Kloeble, Max Scharnigg, Iris Schmidt, Peter Wawerzinek und Judith Zander.

Kurzbiographien

Der Autor und Kulturwissenschafter Thomas Ballhausen (Jahrgang 1975) veröffentlichte unter anderem bei Skarabaeus die Prosa "Die Unversöhnten" und erhielt neben dem Reinhard-Priessnitz-Preis 2006 u.a. auch noch das Österreichische Staatsstipendium für Literatur 2009/10.

Josef Kleindienst (Jahrgang 1972) studierte Philosophie, Theaterwissenschaften, Germanistik und Spanisch und verfasst Prosa, Theaterstücke und Drehbücher.

Verena Roßbacher, 1979 in Bludenz geboren, studierte einige Semester Philosophie, Germanistik und Theologie in Zürich, zudem absolvierte sie ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2009 erschien bei Kiepenheuer & Witsch ihr Debüt-Roman "Verlangen nach Drachen".

Die Preise

Neben dem mit 25.000 Euro dotieren Ingeborg-Bachmann-Preis haben die Nominierten am 27. Juni auch die Chance auf den mit 10.000 Euro dotierten kelag-Preis, den 3sat-Preis (7.500 Euro), den Ernst Willner-Preis (7.000 Euro) und den Hypo Group Publikumspreis.

Den österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung erhalten heuer bereits am 20. Juni im Robert Musil-Institut die niederländische Übersetzerin Nelleke van Maaren und der in Ungarn lebende Österreicher Heinrich Eisterer.

Live-Übertragungen wie gehabt

Traditionell werden alle Lesungen wieder auf 3sat übertragen, auch Ö1 und Radio Kärnten sind mit aktueller Berichterstattung dabei. Umfassend mitverfolgen kann man das Wettlesen auch online unter bachmannpreis.eu. Auf der Webseite findet heuer bereits zum dritten Mal das Projekt "Bachmannpreis goes Europe" statt, bei dem alle Texte auf Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Tschechisch, Slowenisch und Kroatisch zu finden sind.

Ausschließlich Deutsche und Schweizer finden sich heuer beim 14. Klagenfurter Literaturkurs, bei dem junge Autoren von 20. bis 24. Juni gemeinsam mit Tutoren an ihren Texten arbeiten. Im Rahmenprogramm findet sich unter anderem ein Bachmann-Preis-Public-Viewing im Lendhafen, der Nostalgie-Bus "Bachmann Erfahren" sowie ein Fußballspiel der Österreichischen Literaten-Nationalmannschaft. (APA)

 

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