Wenn Naturkatastrophen drohen

27. Mai 2010, 12:56
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Risikostudie: Menschen in Bangladesch, Indonesien und im Iran leben mit der größten Gefahr

London - Die Menschen in Bangladesch, Indonesien und im Iran leben einer britischen Untersuchung zufolge mit der größten Gefahr, Opfer einer Naturkatastrophe zu werden. In Bangladesch kamen in den vergangenen drei Jahrzehnten über 191.000 Menschen durch Stürme, Überschwemmungen, Erdbeben und andere Katastrophen ums Leben, wie die britische Beratungsfirma Maplecroft in einer am Donnerstag veröffentlichten Risikostudie feststellte. In Indonesien gab es fast genauso viele Tote, die meisten beim Tsunami im Dezember 2004. 

In Ländern, in denen Naturkatastrophen häufig auftreten und diese zudem harte Auswirkungen haben, sei die Armut ein wichtiger Faktor, erklärte Analystin Anna Moss. Eine schlechte Infrastruktur und eine dichte Bevölkerung von Hochrisikogebieten führten zu hohen Opferzahlen im Falle von Naturkatastrophen.

Industriestaaten mit "sehr hohem Risiko"

Frankreich und Italien als Industriestaaten mit "sehr hohem Risiko" liegen mit tödlichen Hitzewellen im Sommer 2003 und 2006 auf Platz 17 beziehungsweise 18. Der Studie zufolge besteht in 15 von 229 Ländern eine "extreme" Katastrophengefahr, darunter auch in aufstrebenden Schwellenländern wie Indien und China.

In Indien seien zwischen 1980 und 2010 allein durch Erdbeben 50.000 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt starben auf dem Subkontinent in dieser Zeit 141.000 Menschen bei Naturkatastrophen. Das Gebiet des Irans sei besonders wegen Erdbeben gefährlich - 74.000 Menschen wurden der Übersicht zufolge bei Erdstößen getötet.

Kriterien

Die Mitarbeiter des Unternehmens berechneten die Katastrophengefahr mittels etlicher Faktoren. Gemessen wurde, wie viele Naturkatastrophen sich zwischen 1980 und 2010 ereigneten, wie häufig sie waren, wie viele Menschen dabei ums Leben kamen und wie das Verhältnis von Toten zur Bevölkerungszahl aussieht. Am sichersten vor Katastrophen lebt es sich demnach unter anderem in den Kleinstaaten Andorra und Liechtenstein sowie im Fürstentum Monaco an der Cote d'Azur, in Katar sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. (APA/red)

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    Das Foto vom 13. Mai zeigt Überschwemmungen in Gabura (Bangladesch). In dem südasiatischen Land besteht eine hohe Gefahr, Opfer einer Naturkatastrophe zu werden.

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