Schlechtes Zeugnis für Energiesparlampen

27. Mai 2010, 12:20
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"Konsument"-Test: Zwei Drittel verlieren vorzeitig an Leuchtkraft - "Marke ist kein Garant für Qualität"

In den Energiesparlampen schlummert riesiges Potenzial. 80 Prozent der zur Beleuchtung benötigten Energie könnten damit eingespart werden. In der Praxis können die Sparlampen die hohen Erwartungen jedoch noch nicht erfüllen, wie ein Test des Magazins "Konsument" ergabt.

Leuchtkraft lässt schnell nach

Überprüft wurden 19 Lampen mit großem (E27) und kleinem Sockel (E14) sowie Reflektorlampen mit unterschiedlichen Sockeln. Von diesen erzielten lediglich drei Lampen ein "gutes" Ergebnis. Elf Lampen mussten sogar mit "weniger" bzw. "nicht zufriedenstellend" bewertet werden.

Als Hauptprobleme wurden die schnell nachlassende Leuchtkraft und die geringe Schaltfestigkeit ausgemacht. Auch große Marken wie Megaman oder Philips sind dabei kein Garant für Qualität: Selbst wenn sie die drei guten Lampen im Test stellen, konnten andere Modelle kaum überzeugen. Der Preis pro Lampe bewegte sich im Test zwischen 1,20 und 31 Euro, bei den "guten" Modellen zwischen acht und 28 Euro.

Die Brenndauer wurde als noch einigermaßen zufriedenstellend bezeichnet: 14 Lampen waren am Ende der Dauerprüfung von 6.000 Stunden noch in Betrieb. Allerdings verloren zwei Drittel der Lampen vorzeitig an Helligkeit.

Für die schlechteste Lampe im Test, eine Reflektorlampe von Osram, kam bereits nach 834 Stunden der technische K.o. "Diese Lebensdauer schafft auch jede Glühbirne. Wenn eine Energiesparlampe nicht einmal ein Jahr lang verwendbar ist, dann ist ihr Einsatz aber weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll", zieht Mirko Bernhard, Energieexperte beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), Bilanz.

70.000 Schaltzyklen für viele Lampen unerreichbar

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Schaltfestigkeit. Sechs Modelle überstanden nicht einmal 10.000 Schaltzyklen, nur acht schafften mehr als 70.000. "Diese Zahl sollten Lampen jedoch erreichen, wenn sie in Nebenräumen wie Vorzimmer, WC oder Stiegenhäusern eingesetzt werden", so Bernhard.

Sparlampen benötigen auch eine gewisse Zeit, bis sie ihre volle Leuchtkraft erreichen. Bei mehreren Lampen dauerte es jedoch bis zu vier Minuten, bis 80 Prozent der Helligkeit erreicht waren.

Quecksilbergehalt zu hoch

"Dass dieser Test deutlich schlechter als jener im Vorjahr ausgefallen ist, liegt nur zum Teil an strengeren Testkriterien. Es ist zu befürchten, dass die Branche die stark gestiegene Nachfrage aufgrund des Glühlampenverbots nur mit reduzierter Qualitätssicherung decken konnte", so Bernhard.

Eine überwiegend positive Bilanz ziehen die Tester es aber zumindest bezüglich Herstellung, Nutzung und Entsorgung der Sparlampen: Nur zwei Reflektorlampen erwiesen sich als zu energieaufwändig. Allerdings fällt der Quecksilbergehalt generell zu hoch aus. "Das ist nicht zuletzt deshalb ein Problem, da Energiesparlampen immer noch häufig im Hausmüll landen." Die Lampen müssen aber zum Händler zurückgebracht werden, der diese dem Recycling zuführt. (red)

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    Kaputte Energiesparlampen müssen zum Händler zurückgebracht werden.

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