Arbeiter müssen Anti-Selbstmord-Klausel unterschreiben

27. Mai 2010, 12:15
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Kurz nach eingeführter "Lebensverpflichtung" gab es erneut einen Todessturz beim Elektro-Riesen Foxconn

Peking - Nachdem sich dieses Jahr bereits mehrere Personen das Leben genommen haben, ließ sich der Elektro-Riese Foxconn von den Mitarbeitern einen Vertag unterschreiben, demnach sich die Mitarbeiter verpflichten sich nicht selbst zu töten. Wenige Stunden nach den Unterzeichnungen, gab es einen weiteren Selbstmord.

Es war der zehnte tödliche Zwischenfall und zwölfte Sturz dieser Art in der Fabrik seit Jahresanfang. Zwei Mitarbeiter wurden bei versuchten Selbstmorden schwer verletzt. Der neue Todesfall im Werk im südchinesischen Shenzhen passierte nur wenige Stunden nachdem der Vorsitzende des Mutterunternehmens Hon-Hai mit einer Gruppe von Journalisten die Fabrik besucht hatte.  Hon-Hai-Chef Terry Kuo hat den Reportern das Unternehmen gezeigt, um Vorwürfe über schlechte Arbeitsbedingungen als Ursache zu entkräften. Er versprach auch weitere Anstrengungen, um neue Selbstmorde zu verhindern.

Vor Mitternacht stürzte dann allerdings wieder ein Beschäftigter vom Dach in den Tod, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Umstände schienen auf einen weiteren Selbstmord hinzudeuten, auch wenn das zunächst nicht offiziell bestätigt wurde.

In der Fabrik arbeiten mehr als 300.000 Beschäftigte. Foxconn fertigt für Weltkonzerne wie Apple, Hewlett-Packard, Dell oder Sony. Die Todesfälle haben eine heftige Diskussion über die Arbeitsbedingungen und den als "militärisch" beschriebenen Managementstil von Foxconn ausgelöst. Die chinesische Regierung zeigte sich besorgt und hob die Fürsorgepflicht von Arbeitgebern hervor. Experten verwiesen als mögliche Ursachen auf den hohen Arbeitsdruck, ein mangelndes soziales Netz, die persönliche Isolation und Ausweglosigkeit vieler Wanderarbeiter hin. (APA)

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