Simmering: "Little Istanbul" im roten Arbeiterbezirk

09. Juni 2010 22:19
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    Auf der Simmeringer Haide werden Gurken angebaut. Auch Industrie ist hier angesiedelt.

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    Bei der Gemeinderatswahl 2005 erhielt die SPÖ noch sechzig Prozent...

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    ...bei der EU-Wahl sackte sie auf 33 Prozent ab und verlor fast zwanzig Prozentpunkte.

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    Regeln sollen Konflikt in Simmerings Gemeindebauten verhindern. Der Spielplatz darf nur von neun bis zwanzig Uhr benützt werden.

Integration ist in Simmering ein wichtiges Thema - Selbst die SPÖ-Vorsteherin schließt einen blauen Bezirkschef nicht aus

Simmering war immer rot. Im elften Wiener Gemeindebezirk stellt die SPÖ seit 1945 den Bezirksvorsteher. Doch selbst Renate Angerer, die erste Frau an der Spitze des Bezirkes, will es nicht mehr ausschließen, dass die FPÖ unter Paul-Johann Stadler hier die SPÖ überholen könnte. Redet man mit den beiden Bezirkspolitikern, geht es vor allem um eines: Integration.

Die Simmeringer Hauptstraße ist die Verkehrsader des Bezirks. Hier reihen sich türkische Bäcker an türkische Obstverkäufer und türkische Schmuckhändler. Von den Bewohnern wird die Straße  laut dem FPÖ-Politiker Stadler "Little Istanbul" genannt. Der Ausländeranteil im elften Bezirk ist mit 18 Prozent zwar ein wenig geringer als in ganz Wien (20 Prozent), Probleme gibt es hier aber trotzdem und vor allem in den Gemeindebauten. Die Bezirksvorsteherin führt das jedoch nicht nur auf die Zuwanderer zurück, sondern auf "Probleme des menschlichen Zusammenlebens", die es schon immer gegeben habe.

Arbeiter entscheiden Wahl

Simmering wird oft als "Arbeiterbezirk" bezeichnet. Die Hälfte der 88.000 Bewohner hat eine Lehre oder eine berufsbildende mittlere Schule abgeschlossen, 35 Prozent haben einen Pflichtschulabschluss. Die Akademikerquote liegt in Simmering bei fünf Prozent. Zum Vergleich: Im sogenannten "Studentenbezirk" Neubau sind 22 Prozent der Bewohner Akademiker. Die Wahl wird in Simmering also vor allem von den Arbeitern entschieden.

ÖVP und Grüne haben im elften Bezirk nie ernsthaft Fuß fassen können. Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die ÖVP knapp elf Prozent der Stimmen, die Grünen wurden von sieben Prozent der Simmeringer gewählt. Die Sozialdemokraten erreichten damals noch 60 Prozent der Stimmen. Der Stimmenanteil der Blauen (kurz zuvor hatte die Partei sich in BZÖ und FPÖ aufgespalten) lag bei rund 19 Prozent. Bei der EU-Wahl 2009 war der Abstand zwischen Sozialdemokraten und Freiheitlichen jedoch schon wesentlich geringer: Sie SPÖ erreichte 33,4 Prozentpunkte und verlor 19,2 Prozentpunkte der Stimmen, während die Blauen einen Stimmenzuwachs von 18,7 Prozentpunkten verbuchen konnten, was insgesamt 23,8 Prozent der Stimmen ausmachte.

Zentralfriedhof, Alberner Hafen, Gasometer

Simmerings politische Landschaft mag nur zwei Farben haben, ansonsten ist der Bezirk aber sehr vielfältig. Auf der Simmeringer Haide werden Gurken angebaut, am Hafen Baustoffe verschifft. Im elften Bezirk steht zudem Österreichs größtes Kraftwerk: von hier aus wird Wien mit Fernwärme und Elektrizität versorgt. Gasometer und Industriegebiet lassen den Schluss zu, dass Simmering eher ein grauer Bezirk ist, was aber nicht stimmt: Mehr als ein Drittel des Gebietes sind Grünfläche. 

Einen nicht unerheblichen Teil der Grünfläche macht der Zentralfriedhof mit 2,5 Quadratkilometern aus. Wer hinaus bis zum Alberner Hafen fährt - und am besten bewegt man sich hier mit dem Auto fort, es verkehrt nur ein Bus im Viertelstundentakt - , könnte glauben, schon gar nicht mehr in Wien zu sein. Die kleinen Häuschen und Gärten erinnern eher an das Waldviertel als an eine Millionenstadt.

Blaue Konkurrenz

Parteiobmann der Freiheitlichen in Simmering ist Harald Stefan, der eine der "Zukunftshoffnungen" der FPÖ ist, die Anfang Mai als Teil des neuen Führungsteams präsentiert wurden. Ob er und der weniger ideologische, sondern eher pragmatische Bezirksvorsteher-Stellvertreter Stadler das "Duell um Wien", das Strache zwischen der FPÖ und der SPÖ in Wien ausgerufen hat, gewinnen können, wird sich zeigen. (Lisa Aigner, derStandard.at, 9.6.2010)

Info zum Bezirk:

Bezirksvertretung: SPÖ 33, FPÖ 10, ÖVP 5, Liste Simmering 2, Grüne 1, freie Mandatarin 1 

Wahlberechtigte bei der Gemeinderatswahl 2005: 57.708

Bezirksvorsteherin: Renate Angerer (SPÖ)

Kommentar posten
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blubbandkill
22.12.2010 00:02

Waren diese Leute überhaupt schon einmal in Istanbul?

dejanowitsch
02.07.2010 16:26
dann nehmt halt die Ausländer dort weg und schickt sie nach Hause!

Dann hat der Nawratil, Pospischil, Woplatek, Vilimsky, Hojacs, Vitlatschil, Vibiral, Meier, Mayer, Meyer, Strache, Ruzek, Nemec, Dobner, Müller, Vrbansky.... also ganz echte Wiener, wieder das sagen!
Der Konsum geht aber zurück und Geschäfte werden zusperren, aber das macht ja nichts!
Die Abgaben für leere Wohnungen, Betriebskosten werden höher und arbeiten werden dann auch andere Leute müssen auch wenn es sich um sogenannte "Drecksarbeiten" handelt!
Prost Hatsche!

Mario Gonzales
24.06.2010 11:12
Little Istanbul

komisch, dachte das liegt in Favoriten um den Reumannplatz herum.

Alexander Patjomkin
17.06.2010 10:06
Zwar wohnen die Türken in Arbeiterbezirken,

arbeiten tun sie aber nicht. Ist ihnen vielleicht bereits auch aufgefallen, dass an Wochentagen genau so viele (oder noch mehr) Türken auf den Strassen schlendern wie an Feiertagen? Bei Österreichern ist das nicht der Fall.

Blauer Dunst!
09.07.2010 20:54
Ach ja stimmt denen wird alles geschenkt und

sie haben auch andere Auflagen wie wir viiiiiiiieeeel günstigere.
Das habe ich ganz vergessen Stracherlbub!
Wie man so einen Blödsinn nur glauben kann, nur weil es der Kickl schreibt und der Strache es als Hass unters Volk bringt!
Wir haben ja auch laut Strache 800.000 (achthunderttausend Asylanten im Jahr die bei uns Schutz suchen und uns das Geld weg nehmen!
Ihr seids schon ordentlich anghaut im Kopf!

dejanowitsch
02.07.2010 16:27
Die bebauchten Männer arbeiten nicht

aber die Kinder die das ganze Geld daheim abliefern müssen und die Frauen schon.

Abu Simbel
 
02.07.2010 12:47
die österreicher sind halt in diversen beisln anzutreffen

wirklich weniger sinds nicht wenn sie mich fragen....

mkrs
24.06.2010 15:39

bist du dir da sicher?! dreh ne runde und schau wieviele die ganze szhilfe ihre bier/g'spritzer runden saufen :-D

Blauer Dunst!
09.07.2010 20:59
...am 8. jedes Monat haben sie schon kein Geld mehr!

Dann gehen sie schnorren damit sie sich wieder den bleden Schädel vollsaufen können.
Aber wehe das AMS gibt nichts her oder sperrt sie weil sie mit der typisch österreichischen Fahne hingehen, dann sind alle Or.... und Schuld sind die Ausländer weil die nehmen uns das Geld ja weg und arbeiten nichts und die Jobs nehmens uns auch weg, weil es ja keinen Kollektivvertrag gibt!
Diese Ausländer, furchtbar nicht, da ist mir mein Nachbar der Wondraschill schon viel lieber und der Hojacs überhaupt am Liebsten!

Herr und Frau Österreicher
 
24.06.2010 11:52
"Bei Österreichern ist das nicht der Fall"

Doch, gerade in Simmering ist genau DAS der Fall!

fine
03.07.2010 16:03

das ist in allen Bezirken so! Oder sind etwa in Mariahilf oder dem 1. unter der Woche keine Männer auf der Straße, in den Geschäften und in den Beisln zu sehen? oh mei!dümmer gehts anscheinend immer noch!

good vibration
13.06.2010 14:53
das Foto find ich gut..

..erinnert irgendwie an die Hagia Sophia und doch ganz anders, Wien eben..

bdbrot
 
12.06.2010 11:36
Zeit was dagegen zu tun

Es sollte allen klar sein, was die blauen überhaupt wollen. Ich meine mit diesem Feuer sollten wir nicht spielen. Das kann uns leicht um die Ohren fliegen.

http://www.linkswende.org/index.php... loridsdorf

Madame Haram
13.06.2010 13:50
Na freilich, ausgerechnet die "Linkswende",

die gar nicht genug davon bekommt, Veranstaltungen mit dem reizenden Baghajati-Pärchen abzuhalten.

Ladet doch beim nächsten Mal auch die Rosenkranz und jemandem von der Christenpartei ein, dann wären nämlich die Richtigen beisammen.

bdbrot
 
13.06.2010 14:03
was bitteschön

hat die Linkswende mit Rosenkranz und Christenpartei zu schaffen?

Ich glaube, sie verwechseln da einiges oder haben keine Ahnung, von was sie da schreiben. Ich kann Ihrem Post jedenfalls keinen Sinn entnehmen.

Madame Haram
13.06.2010 17:15
Heucheln Sie jetzt oder sind Sie wirklich so unpackbar naiv?

Reaktionäre Muslime (wie etwa die Leute von der IGGiÖ, die ja immer wieder gerne von der "Linkswende" zu Gesprächsrunden geladen werden) sind Rechtsextremen und christlichen Fundamentalisten geistig verdammt nahe.

Deshalb muss die Frage gestellt werden, warum die "Linkswende" mit solchen Leuten Allianzen schließt, wo sie doch angeblich menschenverachtendes Gedankengut bekämpfen will.

Machtverteilung
14.06.2010 10:24

die frage ist extrem leicht zu beantworten:
es geht um grundlegende menschenrechte wie religionsfreiheit, welche parteien wie die fpö sowie die christenpartei einschränken wollen. vom baghajati-pärchen (welches sie wohl völlig grundlos mit reaktionöre muslimen meinen) habe ich bislang noch keine reaktionären aussage dieser art gehört, ganz im gegenteil.

in einem land wo religiöse minderheiten noch vor gar nicht allzulanger zeit als sündenböcke abgestempelt wurden, sollte man mit so einer religiösen hetze wie sie derzeit betrieben wird besonderns vorsichtig sein. man kann ihn jeder religion was schlechtes finden, trotzdem muss man religionsfreit mit aller kraft beschützen, egal wie man zu der jeweiligen religion steht.

Herr und Frau Österreicher
 
24.06.2010 11:57

Naja, aber die kritik ist schon berechtigt. Insofern, dass man die eine religion bekämpft und die andere hofiert. Dieser Eindruck - ob er nun den Tatsachen entspricht oder nicht - entsteht halt.
Klar soll eine moderne Linke für Religionsfreiheit sein, aber auch gegen jeden fundamentalismus und religiöse Einmischung jeglicher Art. Religion ist Privatsache! Ist einerseits als ablehnung religiös-politischer Ambitionen, andererseits aber auch als Recht auf Religionsausübung zu sehen!

Madame Haram
15.06.2010 21:12
Tja, das kommt dabei heraus,wenn sich Linke im Namen von Multikulti plötzlich auf die Religionsfreiheit versteifen u. ihnen alle anderen Menschenrechte u. modernen Errungenschaften dabei am Allerwertesten vorbeigehen.Da werden dann sogar ewiggestrige

Muslime zu geschätzten Partnern.

Im übrigen kann gerade Religionsfreiheit nie absolut sein - bei den ganzen menschenverachtenden Regeln, den div. Religionen (und nicht zuletzt der Islam) parat haben.

Ihre Anspielung auf den Holocaust finde ich übrigens etwas daneben. Denn erstens ist z.B. ein Minarettverbot nicht mit der Ermordung von Menschen zu vergleichen. Und zweitens sollte nicht vergessen werden, dass die Juden in erster Linie als Volk und nicht als Religionsgemeinschaft verfolgt wurden (säkulare ebenso wie gläubige).

Dass heißt nicht, dass ich für eine Verfolgung von Religionsgemeinschaften bin. Aber eine aufgeklärte, säkulare Gesellschaft muss - im Sinne der eigenen Freiheit - extrem Religiösen die Grenzen aufzeigen dürfen.

Zwerg515
24.06.2010 07:40
Juden in erster Linie als Volk und nicht als Religionsgemeinschaft verfolgt

Jüdische Deutsche, jüdische Franzosen, jüdische Österreicher, jüdische Ungarn, .... - diese Aufzählung könnte man noch sehr lang verfolgen. Ich halte diesen Teil ihres Posting für sehr unpassend, denn hier wurden prinzipiell Menschen verfolgt. Weiters verleitet die Bezeichnung der jüdisch gläubigen Personen als Volk noch eher dazu, eine Absonderung von der Gesellschaft zu erklären. Fakt ist, daß damals z.B. die Nachbarsfamilie verschleppt und verschwunden ist, die den gleichen Paß wie alle hatten, hier wurde in die Gesellschaft ein Loch gerissen und nicht etwas abgetrennt was sowieso nicht ganz dazugehört. Meiner Meinung nach, hat die kollektive Verfolgung dazu geführt, ein starkes Gruppengefühl zu erzeugen, welches dann zu Israel führte.

Ruskij
24.06.2010 14:27

Nein, das ist schon richtig. Man hat die Juden ja v.a. nach äußeren Merkmalen identifiziert und nicht nach einem Glaubensregister.

bdbrot
 
14.06.2010 02:41

Waren Sie schon mal bei einer solche Gesprächsrunde dabei?

Madame Haram
15.06.2010 20:55
Um mir linksextremes Gegeifere

im Duett mit islamistischen Rülpsern live zu geben?

Aber irgendwie tun Sie mir leid, da Sie offenbar kein Überzeugungstäter sind, sondern tatsächlich nicht wissen, wofür die IGGiÖ steht.

Ex-Muslim
13.06.2010 02:45

Ich wähle keine Burka-Freunde und überzeugte Islamverteidiger.

Du verstehst, dass man deswegen nicht FPÖ-Wähler sein muss, oder Rassist, Nazi? Nicht? Hätte ich auch nicht erwartet... ;-)

Machtverteilung
14.06.2010 11:58

um aber die von dir beantworten frage zu beantworten:

nein, nicht jeder islamfeind ist automatisch ein nazi, genauso wie in der zwischenkriegszeit nicht jeder antisemit ein nazi war.

damls wie heute wird religiöse hetzt von parteien aus den verschiedensten richtungen benutzt, und damals wie heute gilt es antisemitismus, sowie islamfeindlichkeit und andere hetze gegen minderheiten mit aller kraft zu bekämpfen, auch wenn in beiden vorhin genannten religionen passagen stehen die sich mit meiner weltanschauung gar nicht decken.

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