Drei Viertel der Studenten wollen Angestellte werden

27. Mai 2010, 11:21
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Nur jeder Sechste verspürt Wunsch nach Selbstständigkeit - Nach einigen Berufsjahren steigt Wunsch nach Firmengründung oder -übernahme auf 41 Prozent

Wien - Drei Viertel der österreichischen Studenten streben unmittelbar nach ihrem Abschluss ein Angestelltenverhältnis an. Nur jeder Sechste (17 Prozent) plant dagegen den Schritt vom Hörsaal in die Selbstständigkeit (Rest unentschlossen bzw. strebt keine Erwerbsarbeit an). Das zeigt die internationale Studie GUESSS (Global University Entrepreneurial Spirit Students Survey), für die knapp 64.000 Hochschüler in 19 Ländern befragt wurden. Fünf Jahre nach dem Abschluss wollen aber bereits 41 Prozent ein Unternehmen gründen beziehungsweise übernehmen.

Damit befinden sich die Österreicher ziemlich genau im Schnitt ihrer Kommilitonen in den anderen Ländern: Auch im internationalen Vergleich wollen 76 Prozent der Studenten zunächst als Arbeitnehmer in den Beruf einsteigen - in der Schweiz, Deutschland (jeweils 83 Prozent) und Liechtenstein (81 Prozent) liegt der Anteil höher, in Südafrika, Mexiko (je 66 Prozent), Estland (67 Prozent), Ungarn (69 Prozent) und Singapur (70 Prozent) niedriger. In die Selbstständigkeit streben unmittelbar nach Studienabschluss international 16 Prozent - besonders hoch ist dieser Wunsch in Mexiko (28 Prozent), Südafrika (26 Prozent), Finnland (24 Prozent) und Indonesien (23 Prozent), am schwächsten ausgeprägt in der Schweiz und Deutschland (je zehn Prozent).

Nur Intentionen erhoben

Nach einigen Jahren Berufserfahrung steigt der Wunsch nach einer selbstständigen Tätigkeit international von 16 auf 43 Prozent (Österreich: 41 Prozent), der Wunsch nach einer Fortführung des Angestelltenverhältnisses sinkt von rund 76 auf 47 Prozent (Österreich: 49 Prozent). Die Studienautoren betonen dabei aber, dass bei der Studenten-Befragung lediglich die Intentionen erhoben wurden und nicht das tatsächliche Verhalten. Erfahrungen aus anderen Studien würden zeigen, "dass die meisten Gründungen wirklich erst nach einigen Jahren Berufserfahrung erfolgen, viele potenzielle Gründer aber diesen Schritt nicht gehen werden, da die Opportunitätskosten (beispielsweise durch das Verabschieden von einem gut honorierten Job hin in ein risikobehafteteres Umfeld mit Familie) zu hoch sind".

An der Studie teilgenommen haben Studenten aus der Schweiz. Liechtenstein, Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Irland, Finnland, Ungarn, Neuseeland, Australien, Südafrika, Singapur, Mexiko, Estland, Luxemburg, Griechenland, Portugal und Indonesien. In Österreich flossen die Antworten von knapp 6.000 Personen ein. (APA)

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