Neue Initiative

Österreichs Serben wollen Volksgruppe werden

27. Mai 2010, 12:09

Unterschriftenaktion für Anerkennung als Minderheit im Laufen - Verfassungsexperte zeigt sich aber skeptisch

150 Jahre ist es her, dass die Serben in Wien ihre erste Kirchengemeinde gründeten. Nun wird bei manchen Exponenten der serbischen Community in Wien die Forderung nach der offiziellen Anerkennung als Minderheit laut. Die Gespaltenheit der Gruppe macht den Weg dorthin nicht leichter.

Volksgruppen-Initiative

Siebzig Vereine kümmern sich um die Belange der etwa 300.000 Serben in Österreich, von Einigkeit keine Spur, von Nationalisten bis Kommunisten reicht das Spektrum. Bis September, wenn das runde Jubiläum gefeiert wird, soll sich das nach dem Wunsch der Serbenvertreter ändern. Nicht nur die Vergangenheit macht die Veranstaltung in den Augen vieler Serben interessant, viele sehen darin auch den idealen Zeitpunkt einer Anerkennung ihrer Gemeinde als Volksgruppe, ähnlich jener der Kärntner Slowenen oder der Burgenlandkroaten. Angeregt hat dies Universitätsprofessor Wolfgang Rohrbach.

Rohrbach, der als Sohn einer serbischen Mutter und eines österreichischen Vaters von manchen Serben als idealer Vermittler in der Sache gesehen wird, will jedenfalls bis Herbst 80.000 Unterschriften sammeln, die er dann bei der Feier übergeben kann. "Dann könnten die Dinge recht einfach gehen."

Verfassungsexperte skeptisch

Rohrbachs Kollege, Verfassungsexperte Dieter Kolonovits vom Wiener Juridicum, erklärt die Rechtslage: "Grundsätzlich muss eine Gruppe seit zumindest drei Generationen oder hundert Jahren im Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft sein sowie ihre eigenständige Sprache und Kultur pflegen." Der Jurist bezweifelt aber, dass diese Kriterien auf die Serben zutreffen. Die meisten der in Österreich lebenden Serben seien als Gastarbeiter in den 60er-Jahren nach Österreich gekommen.

Ginge der Antrag durch und die österreichischen Serben bekämen Minderheitenstatus zugesprochen, könnten die serbischen Vereine neben höheren Förderungen auch auf serbischsprachige Schulen und Zeitungen zählen. Die entscheidende Rolle, so Dragiša Vasiljević von der Union der Serben in Österreich, kommt dabei der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde zu: "Die Kirche ist die Einzige, die uns alle einen kann."

Kirche schließt Einflussnahme aus

Pater Krstan Knežević von der orthodoxen Gemeinde Sankt Sava in Wien schließt jede politische Einflussnahme seiner Kirche aus: "Die Initiative muss vom serbischen Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten ausgehen." Dort weist man auf die mangelnde Einigkeit der österreichischen Serben hin und merkt an, dass "die österreichischen Behörden schon jetzt sehr freundlich mit den dort lebenden Serben umgehen." (red, derStandard.at, 27.5.2010)

Der englischsprachige Volltext findet sich hier.

 

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nastyAngel
 
00
18.9.2011, 23:27
Und was macht der Rest??

Was ist mit jenen die aus einer nennen wir sie Multiethnischen-Ehe Kroatisch-Serbisch, Bosn.mosl-Kroatisch oder Bosn.mosl.- Serbisch was sollen die machen.
Weder Fisch noch Fleisch. Diese Menschen brauchen einen Anerkennung als Minderheit. Sie werden weder von der einen noch von der anderen Seite so ganz akzeptiert .. weil eben eins der Eltern eine andere Nationälität hat. Ein waschechter Serbe, Kroate oder Bosn. moslem, Mazedonier uswder weis wo er hingehörtso ein Polutan*nicht.
Man hat immer erklärungsbedarf so als müsse man sich für seine Herkunft entschuldigen und wird dann noch blöd angesehen. Das wäre schon mal ein Grund für eine Minderheitenanerkennung.

* Ausdruck für jemand der aus einer Multikulti-Ehe stammt. (nicht Abwertend

Das is da wahrheit
21
25.7.2010, 16:05

Das Problem hat auch bosnien mit den serben (ausländer die meinen ihnen gehôrt BiH)

King Drago
10
24.8.2010, 18:07

Tirol hat ja auch das problem mit den österreichern die denken es gehört ihnen gell..XD

FrostY Iceberg
10
25.7.2010, 12:27

Die Wiener Ortstafel wird bald ausgetauscht.

Niahahaha
00
25.7.2010, 09:36

lässt doch albaner rein :D die sind besser als serben :D

Killa vomBilla
00
Ohne probleme

Sie dürfen als erster einsteigen in den Zug richtung süden.

dragon.75
12
24.7.2010, 17:59

Es gibt einerseits staatliche Förderungen zur Integration und dann gibt es auch noch Anreize sich als Minderheit zu deklarieren um staatliche Förderungen zur Abgrenzung zu bekommen!

Ist das nicht Geldverschwendung und kontraproduktiv? Ich bin verwirrt ...

geilhuber
02
24.7.2010, 15:52

o gott und dann wollen die auch noch ein autonomes gebiet in AT...

Marlon62
01
25.7.2010, 10:14
Tja,

nachdem Österreich den Kosovo als eigenen Staat anerkannt hat, obwohl die dort lebenden Albaner auch "Zuagraste" und deren Nachkommen sind, ist dieser Schritt eigentlich nur Recht und billig.

SeZ54
00
25.7.2010, 03:05
ich sehs schon kommen...=))

Bald gibts eine Serbische PKK in Österreich....

geilhuber
00
25.7.2010, 15:30

SSOE= Serbische Separatisten Oesterreichs

"Oesterreich heimholen nach Grosserbien!"

"Tausche Oesterreich gegen Kosovo"

Prof Slaughterdyke
07
14.7.2010, 15:01
Minderheiten...

... und deren Schutz hat eine Berechtigung, wenn zb. durch eine unglückliche Grenzziehung (wie nach dem ersten Weltkrieg) Minderheiten in einer Mehrheitsgesellschaft entstehen. Einwanderer sollte dieser Schutz nicht zuteil werden, da sie ja die Gesellschaft, in die sie eingewandert sind aus freien Stücken gewählt und freiwillig ihre Teilnahme an der Mehrheitsgesellschaft ihres Heimatlandes aufgegeben haben.

Der Waehlerwille
 
22
14.7.2010, 14:08
zugewanderte minderheiten und autochtone minderheiten sind zwei paar schuh.

ken_park
01
22.6.2010, 21:58
ö. ist ein schmelztiegel

und die serben werden genauso assimiliert werden wie die tschechen in wien vor hundert jahren.

autochtone minderheiten gehören gefördert, aber nicht parallelgesellschaften.

I pocks net
 
00
29.7.2010, 06:44

Nein, das wird so nicht passieren. Gab es damals unter den Tschechen/Böhmen/Mähren Ghettos (eigene Kaffees, Vereine usw..??). Unsere Zuwanderungspolitik verzögert die Integration über Generationen.
Wenn das mit der Minderheit jetzt noch nicht funktioniert - warten sie eben noch 40 Jahren, aber dann brauchen wir eben 4 Sprachige Ortsschilder. Geld für Förderungen gibt es dann aber so oder so nicht (für heimische und fremde Vereine) - denn bis dahin sind wir schon 3 x pleite.

viennaeleven
14
14.7.2010, 13:55

Wenn Sie sich die Volkszählung von 1910 im Detail ansehen, werden Sie feststellen, dass diejenigen Tschechen, die nach NÖ+Wien gesiedelt sind, entweder bereits assimiliert waren oder bereits die deutsche Muttersprache beherrschten. Erst gegen 1860 sank der deutsche Bevölkerungsanteil in Prag unter 50%.

Lesen Sie einmal das:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesc... ich-Ungarn

Vielleicht kommen Sie ja auch dahinter, dass Siedler aus Böhmen, Richtung Wien, während der Monarchie wohl in den seltensten Fällen tschechisch gesprochen haben.

Mir ist klar, dass diese Tatsachen nicht zur "Schmelztiegel"-Theorie passen und ich entschuldige mich für meine politische Unkorrektheit.

FrostY Iceberg
01
25.7.2010, 12:26

Die Österreicher habe keine Ahnung das es in Tschechien, Ungarn, Siebenbürgen usw. tlw. sehr grosse Deutschsprachige Minderheiten gab. Die meisten "Tschechischen" Grossmütter waren keine Tschechen.
Meine Mutter hat auch immer behauptet das meine Urgrosseltern Tschechen waren nur weil sie aus dem jetzigen Tschechien stammen, bis meine Oma mich aufklärte.

Tscheina Wild
03
10.6.2010, 17:08
Serben nicht integriert?

bei den Serben die ich kennengelernt habe, fiel mir erst mit ihrem Nachnamen überhaupt auf, dass das Serben sind!

Meine Erfahrung im Westen Österreichs: die Serben (btw, alle aus dem ehemaligen Jugoslawien) sind vollkommen integriert! Sprechen gleich wie wir, Arbeiten gleich wie wir und feiern auch gleich wie wir!

keine Ahnung wie es in Wien usw ist...
mfg

chris broda
36
30.5.2010, 01:07
wo ein serbe ist, ist serbien

warum dann minderheit im eigenen land? unlogisch.

binGeladen
00
25.7.2010, 14:47

bist du auch ein nationalist? oder nur wm?

Der_Klingone
04
Von wem ist denn diese Aussage "Wo ein Serbe ist, ist Serbien"?

Weil ich bin Serbe und höre diesen Spruch eigentlich immer nur in Österreich oder meinetwegen Kroatien. In Serbien hingegen habe ich ihn noch nie gehört.

ps. Kenne ja den Originalwortlaut, der fast immer unkorrekt wiedergegeben und zudem auch noch völlig aus dem Zusammenhang gerissen wird ;-)

Lunar Corporation
00
15.7.2010, 12:32

Milosevic's famous line: "Where ever there is a Serb, there is Serbia".
Quelle? Bei seinen Reden, war immer sowas zu hören.
Muss nicht unbedingt im Internet findbar sein.

Der_Klingone
01
21.7.2010, 16:34

Ich kenne einige Reden von Milosevic, aber keine, in welchen diese Worte vorkommen. Welche Reden genau sind es denn, in denen Milosevic das sagte?

Ausserdem hatte ich dem Poster "Gerd Huber1" eine genauere Schilderung des Originals dieses Spruches dargestellt inklusive wie alt er ist, in welchem Zusammenhang er getätigt wurde und auch angeführt, daß die heutigen Varianten oftmals komplett aus dem Zusammenhang gerissen werden! Ganz zu schweigen von der Tatsache, wie eine simple Strophe eines rund 400 Jahre alten Heldenepos á la Nibelungenlied von der PR für heutige Zwecke mißbraucht und uminterpretiert wird!

Gerd Huber1
 
00
22.6.2010, 12:18
jetzt wurde ich aber neugierig auf den spruch, den es in serbien gar nicht gibt

es sei denn "im original"

brennessel
97
29.5.2010, 16:27
Und deswegen die ganze xenophobe Aufregung hier???

Da kündigt EIN Maxerl seine politische Absicht im Standard an und schon wird die Integration von 300.000 Menschen in Österreich angezweifelt?

Wollen wir nicht wieder den Boden der Realität betreten und ein bisserl weniger hysterisch diskutieren?

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