Pjöngjang machte Drohung nicht wahr

26. Mai 2010, 19:03
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Weiter Kontakte zum Süden

Seoul - Im Konflikt nach der Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffs hat Nordkorea am Mittwoch neue Drohungen geäußert, ohne die bisherigen wahrzumachen. Trotz der Ankündigung, alle Verbindungen zum Nachbarn abzubrechen, erhielten südkoreanische Arbeiter Zugang zum Industriepark Kaesong an der Grenze.

Analysten zufolge zeigt dieses Verhalten, dass das verarmte Land sehr vorsichtig mit Schritten ist, die ihm wirtschaftlich schaden könnten. "Nordkorea schließt Kaesong nicht sofort, weil es diese Trumpfkarte noch im Ärmel braucht" , sagte Jang Cheol-hyeon vom Institut für Nationale Strategische Sicherheit in Seoul.

In Kaesong beschäftigen südkoreanische Unternehmen rund 40.000 Niedriglohn-Arbeiter aus Nordkorea. Die Lohnsumme zahlt Südkorea direkt an die Regierung in Pjöngjang. Damit ist Kaesong eine der wenigen legalen Devisen-Einnahmequellen für Nordkorea.

Südkorea leitete bereits am Dienstag mehrere Strafmaßnahmen ein, von der Wiederaufnahme von Propagandasendungen bis zur Blockade von Frachtschiffen aus Nordkorea. Nordkorea drohte am Mittwoch mit der Stilllegung der letzten Straßenverbindung in den Süden, sollte Südkorea an der Grenze wieder Lautsprecher mit Propagandabotschaften aktivieren.

US-Außenministerin Hillary Clinton stärkte am Dienstag bei einem Besuch in Seoul dem verbündeten Südkorea den Rücken. Nach Treffen mit Präsident Lee Myung-bak und Außenminister Yu Myung-hwan bezeichnete Clinton die Versenkung der "Cheonan" erneut als "inakzeptable Provokation" , auf die die Staatengemeinschaft antworten müsse. (apn, dpa, red/DER STANDARD, Printausgabe, 27.5.2010)

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