Au revoir, Meusburger

26. Mai 2010, 19:02
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Österreicherin in zweiter Paris-Runde trotz guter Leistung ausgeschieden. Federer, Tsonga, Söderling und Venus sicher weiter - Williams Dessous-Kleid reizt

Paris - Yvonne Meusburger ist am Mittwoch in der zweiten Runde von Roland Garros in Paris ausgeschieden. Österreichs Nummer zwei der Damen wehrte sich zwar tapfer und spielte sehr gutes Tennis, musste sich der als Nummer 30 gesetzten Russin Maria Kirilenko nach mehreren Regenunterbrechungen vom Ergebnis her klar mit 3:6,3:6 beugen. Damit sind nur noch Sybille Bammer und Jürgen Melzer, die beide am Donnerstag im Einsatz sind, im Einzelbewerb der French Open vertreten.

Stars ohne Blöße

Am vierten Tag der mit 16,807 Millionen Euro dotierten French Open hat erstmals der Regen das Programm etwas durcheinander gewirbelt. Die Geduld des Publikums wurde gleich mehrmals auf die Probe gestellt, die Stars sind darauf wohl besser eingestellt. Bei geleerten Stadien wurde einmal mehr klar, wie überfüllt die Roland-Garros-Anlage ist. Die Favoriten setzten sich zunächst in Paris aber durch, Roger Federer, Robin Söderling, Venus Williams und Jo-Wilfried Tsonga kamen jeweils ohne Satzverlust weiter.

Für Federer war auch der zweite Auftritt als Titelverteidiger keine große Hürde, auch wenn er im ersten Satz gegen den Kolumbianer Alejandro Falla doch ein wenig Mühe hatte. Immerhin hatte er bis zum 5:5 keinen Breakball und musste seinerseits seinen Aufschlag abgeben. Bei 5:6 schaffte der Weltranglisten-Erste aber das Rebreak und nach dem Tiebreak war es letztlich eine klare Sache. Am Ende hieß es aber 7:6(4),6:2,6:4 für den Schweizer dessen Drittrundengegner zwischen dem überraschend starken deutschen Qualifikanten Julian Reister und Olivier Rochus (BEL) ermittelt wurde.

"Er hat im ersten Satz sehr gut antizipiert und bei 5:6 hat man es als Rückschläger schon nicht mehr ganz selbst in der Hand", meinte "Rog" Federer. Er sei aber sehr zufrieden, dass er nun nach den trockenen Bedingungen im ersten Match auch bei den feuchten (langsameren) Konditionen gesehen habe, dass sein Spiel funktioniert.

Federer äußerte sich übrigens auch zu Jürgen Melzer, gegen den er noch nie im Erwachsenentennis gespielt hat. "Das ist schon eigenartig, weil wir ja oft die gleichen Turniere spielen. Ich kenne ihn aber von der Jugend. Er hat nach wie vor großes Potenzial für einen Durchbruch und mit Nyström einen hervorragenden Trainer", so der Eidgenosse.

Sein ihm im Vorjahr hier im Finale unterlegener Gegner zeigte sich ebenfalls von seiner besten Seite. Robin Söderling hat in den ersten beiden Runden angedeutet, dass er auch gerne wieder ins Endspiel kommen würde. Nach einem 6:0,6:2,6:3 in nur 93 Minuten zum Auftakt über den Franzosen Laurent Recouderc, war er am Mittwoch gegen den US-Amerikaner Taylor Dent noch schneller. 6:0,6:1,6:1 hieß es nach nur 71 Minuten. "Natürlich erwartet man in einer zweiten Grand-Slam-Runde nicht, so schnell zu gewinnen. Aber ich habe gut gespielt und einen guten Start gehabt", meinte der mit großem Abstand beste Schwede. Als Nummer 7 der Welt liegt er 308 (!) Plätze vor dem zweitbesten Landsmann Andreas Vinciguerra.

Daher ist er überhaupt der einzige Schwede im Hauptbewerb des größten Sandplatzturniers der Welt. Für eine Tennis-Nation wie Schweden eigentlich unglaublich. "Ja, aber ich finde, für ein Land mit nur neun Millionen Einwohnern ist es immer noch ziemlich gut, einen Top-Ten-Spieler sowie zwei Frauen im Hauptbewerb zu haben", sagte Söderling. Verglichen mit dem Niveau von vor 20 Jahren sei das vielleicht schlecht. "Doch was Schweden damals hatte wird wohl gar kein Land je wieder haben, nicht einmal Frankreich, die USA oder Spanien." Söderlings nächster Gegner ist der als Nummer 29 gesetzte Spanier Albert Montanes, da wird die Nummer fünf des Turniers sicher mehr gefordert.

Publikumsliebling Jo-Wilfried Tsonga hatte im Franzosenduell mit seinem Freund Josselin Ouanna beim 6:0,6:1,6:4 auch keine Mühe. Für Mitgefühl für Ouanna blieb danach aber kein Platz. "Ich hätte zwar lieber gegen jemand anderen gespielt und so gewonnen, aber so ist es nun mal." Auch er war froh, dass er auch für die langsameren Bedingungen gut gerüstet scheint.

Venus Williams gab nach Patty Schnyder auch in der zweiten Runde gegen die Spanierin Arantxa Parra Santonja nur sechs Games ab und qualifizierte sich als erste Dame für die Runde der letzten 32. Nicht nur mit ihrem guten Spiel sorgte Venus für Aufsehen. Ein schwarzes Spitzenkleidchen mit roten Trägern, das wie ein Nachthemd aussieht, zieht viele Blicke auf sich.

Und Williams genießt das offenbar. Selbst auf die Frage, wonach so mancher (männlicher) Zuschauer dank der hautfarbenen Unterwäsche speziell beim Aufschlag "Fantasien" bekomme, war Venus dann durchaus auch auskunftsfreudig. "Das Design hat nichts mit meinem Hintern zu tun. Es ist einfach Zufall, dass ich einen sehr gut entwickelten habe", sagte sie lachend und freute sich über das Aufsehen, das ihre Designs erregen. (APA)

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    Trotz verbissenem Kampf - Aus für Meusburger.

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    Aufreger in Paris: Die Wäsche der Venus.

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    "Das Design hat nichts mit meinem Hintern zu tun. Es ist einfach Zufall, dass ich einen sehr gut entwickelten habe", so Williams.

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