Das Meer kann mehr

26. Mai 2010, 18:00
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Wie Windturbinen im Wasser sehen Geräte aus, die Meeresströmungen zur Stromerzeugung nutzen. Allerdings ist der Wirkungsgrad viel höher und die Stromanlieferung berechenbarer

Meeresströmungen sind verlässliche Energielieferanten. Deshalb rechnen Experten mit zweistelligen Zuwachsraten für Meeresströmungskraftwerke bis 2020. Die schottische Regierung etwa will in den nächsten Jahren an ihrer Küste zehn Meereskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1,2 Gigawatt errichten lassen. Im Grunde funktioniert die Technologie wie eine klassische Windturbine, aber unter Wasser: Die 16 Meter langen, 27 Tonnen schweren, zweiflügeligen Rotoren werden von der Meeresströmung angetrieben, der sie sich je nach Strömungsrichtung und -geschwindigkeit optimal anpassen können. Sie arbeiten mit extrem hohem Wirkungsgrad, denn Wasser besitzt eine 800 mal höhere Energiedichte als Wind, erzeugt also bei gleicher Geschwindigkeit 800 mal mehr Strom. Der Nachteil: eine hohe Belastung von Material und Konstruktion, erst recht im ohnehin aggressiven Salzwasser. Auch der Transport und vor allem der Aufbau dieser Kolosse in schwieriger Umgebung können sehr aufwändig sein.

Kraft der Gezeiten

Zu den Vorreitern und Technologieführern der Energiegewinnung aus Meereströmungen zählt Marine Current Turbines, ein Unternehmen, an dem Siemens beteiligt ist. Das derzeit größte Meeresströmungskraftwerk von Marine Current Turbines in Strangford (Nordirland) versorgt rund 1.500 Haushalte mit Elektrizität. Zwei riesige Turbinen mit einer Gesamtleistung von rund 1,2 Megawatt nutzen dort die stetige Kraft der in diesem Fall von den Gezeiten verursachten Strömung.

  • Turbinen, die Meeresströmungen nutzen, erzeugen bei gleicher 
Geschwindigkeit 800 mal mehr Strom.
    foto: siemens

    Turbinen, die Meeresströmungen nutzen, erzeugen bei gleicher Geschwindigkeit 800 mal mehr Strom.

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