Freispruch für Wiener Anwalt Werner Tomanek

26. Mai 2010, 17:28
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Prozess um möglichen Versicherungsbetrug - Gutachter: "Keine Feuersbrunst"

Graz - Der Wiener Anwalt Werner Tomanek und seine Ehefrau wurden am Mittwochnachmittag im Grazer Straflandesgericht vom Vorwurf der Anstiftung zu Brandstiftung sowie Versicherungsbetrug freigesprochen. Die drei anderen Angeklagten erhielten Haftstrafen von vier bis acht Jahren. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Brandsachverständige kam in seinem Gutachten zu dem Schluss, dass bei dem Brand in der Wohnung des Strafverteidigers Werner Tomanek nie die Gefahr einer Feuersbrunst bestanden hat. Ein Übergreifen auf andere Wohnungen im Haus sei ebenfalls nicht möglich gewesen, so der Gutachter. Nach den Ausführungen des Brandsachverständigen fällt der Punkt "Brandstiftung" weg, es dürfte sich eher um "schwere Sachbeschädigung" handeln, musste auch die Anklägerin Christin Amschl einräumen.

Die Staatsanwältin betonte in ihrem Schlussplädoyer: "Das war ein Versicherungsbetrug der Wohnungsinhaber, anders ergibt das keinen Sinn." Die Staatsanwältin führte aus, dass für sie nach wie vor Tomanek und seine Frau die Auftraggeber für das Feuer im Dezember 2008 waren, auch wenn beide sich nicht schuldig bekannten. Ein deutlicher Beweis dafür sei das eiserne Schweigen des Ex-Mitarbeiters von Tomanek, der während der Verhandlung sämtliche Angaben verweigert hatte. "Warum sagt er nichts? Er selbst ist zur Anstiftung zur Brandlegung geständig und kommt um eine Strafe sowieso nicht herum", meinte Amschl. Offenbar werde der ehemalige "Chauffeur und Hundesitter" des Strafverteidigers "irgendwie unter Druck gesetzt".

Das Motiv für den geplanten Versicherungsbetrug sei Geldnot gewesen, ist die Staatsanwältin überzeugt. Das Argument, dass alle verbrannten Sachen neu angeschafft werden mussten, ließ sie nicht gelten, da ihrer Meinung nach dafür bei weitem nicht genügend Rechnungen vorgelegt worden waren. (APA)

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