Kirchenaustritt in Deutschland beliebt wie selten zuvor

26. Mai 2010, 17:20
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Anstieg bereits vor aktuell bekanntgewordenen Missbrauchsfällen - Rückgang auch bei Taufen

Bonn - Bereits vor den aktuell bekanntgewordenen Missbrauchsfällen haben sich in Deutschland mehr Menschen von der katholischen Kirche abgewandt: Im Jahr 2009 traten insgesamt 123.585 Menschen aus der katholischen Kirche aus (2008: 121.155). Gleichzeitig wurden in den 27 deutschen Bistümern fast 4.000 Eintritte in die katholische Kirche und rund 8.500 Wiederaufnahmen verzeichnet. Das berichtete die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch in Bonn.

Die Zahl der Kirchenaustritte dürfte wegen der Missbrauchsskandale in diesem Jahr rasant ansteigen. Darauf deuten Berichte aus einzelnen deutschen Bistümern hin. Danach gab es Austrittswellen, bei den sich die Zahl der Austritte im Februar, März oder April im Vergleich zu früheren Zeiträumen verdoppelte oder sogar verdreifachte. Zu den besonders hart getroffenen süddeutschen Bistümern gehören Augsburg, Freiburg und Rottenburg-Stuttgart.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, äußerte sich besorgt über die hohe Zahl der Austritte in 2009. Positiv sei aber, dass die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich angestiegen sei. Zugleich machten ihm die hohen Taufzahlen Mut, die "von einer nach wie vor lebendigen Kirche" zeugten. Bei den Taufen gab es in 2009 mit rund 178.000 einen leichten Rückgang. (APA/dpa)

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