Anstieg bereits vor aktuell bekanntgewordenen Missbrauchsfällen - Rückgang auch bei Taufen
Bonn - Bereits vor den aktuell bekanntgewordenen
Missbrauchsfällen haben sich in Deutschland mehr Menschen von der
katholischen Kirche abgewandt: Im Jahr 2009 traten insgesamt 123.585
Menschen aus der katholischen Kirche aus (2008: 121.155).
Gleichzeitig wurden in den 27 deutschen Bistümern fast 4.000
Eintritte in die katholische Kirche und rund 8.500 Wiederaufnahmen
verzeichnet. Das berichtete die Deutsche Bischofskonferenz am
Mittwoch in Bonn.
Die Zahl der Kirchenaustritte dürfte wegen der
Missbrauchsskandale
in diesem Jahr rasant ansteigen. Darauf deuten Berichte aus einzelnen
deutschen Bistümern hin. Danach gab es Austrittswellen, bei den sich
die Zahl der Austritte im Februar, März oder April im Vergleich zu
früheren Zeiträumen verdoppelte oder sogar verdreifachte. Zu den
besonders hart getroffenen süddeutschen Bistümern gehören Augsburg,
Freiburg und Rottenburg-Stuttgart.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Freiburger
Erzbischof
Robert Zollitsch, äußerte sich besorgt über die hohe Zahl der
Austritte in 2009. Positiv sei aber, dass die Zahl im Vergleich zum
Vorjahr nicht wesentlich angestiegen sei. Zugleich machten ihm die
hohen Taufzahlen Mut, die "von einer nach wie vor lebendigen Kirche"
zeugten. Bei den Taufen gab es in 2009 mit rund 178.000 einen
leichten Rückgang. (APA/dpa)