Moskau wirft Ahmadinejad "politische Hetze" vor

26. Mai 2010, 16:38
45 Postings

Krach zwischen bisherigen "Freunden"

Moskau/Teheran - Der Streit um das iranische Atomprogramm hat erstmals zu einem handfesten Krach zwischen den bisher freundschaftlich verbundenen Ländern Russland und Iran geführt. Der Kreml warf dem iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad am Mittwoch "politische Hetze" vor. Zuvor hatte Ahmadinejad den Russen eine pro-amerikanische Position in dem Atomstreit vorgehalten.

Wenn Russland nun die Sanktionen gegen den Iran im Weltsicherheitsrat mittrage, dann aus eigenen und nicht amerikanischen Interessen. Das sagte der außenpolitische Sprecher von Kremlchef Dmitri Medwedew, Sergej Prichodko, in Moskau. Russland hatte sich zuletzt ungeachtet seiner wirtschaftlichen Interessen im Iran zu Sanktionen gegen die Führung in Teheran bereiterklärt.

Für Moskau seien "jedwede Unberechenbarkeit, politischer Extremismus, undurchsichtige und nicht nachvollziehbare Entscheidungen, die die gesamte Weltgemeinschaft beunruhigen", nicht hinnehmbar, betonte Prichodko nach Angaben der Agentur Interfax. "Bisher ist es noch nie jemandem gelungen, mit politischer Demagogie das eigene Ansehen zu bewahren", sagte er über Ahmadinejad.

Der iranische Präsident hatte Medwedew in einer beispiellosen verbalen Attacke vorgeworfen, auf der Seite der Vereinigten Staaten zu stehen. "Russland ist unser Freund, unser Nachbar, die Frage ist aber, ob Moskau noch immer auf unserer Seite steht oder andere Ziele verfolgt", sagte Ahmadinejad. Russland baut im Iran das erste Atomkraftwerk. Allerdings ist das Riesenreich - wie der Westen - gegen die Entwicklung von Atomwaffen im Iran. (APA/dpa)

Share if you care.