Tornados in Wien und Klosterneuburg

26. Mai 2010, 15:54
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"Spur der Verwüstung" in Klosterneuburg - Wolkentrichter in Floridsdorf gesichtet

Von einer "Spur der Verwüstung" in Klosterneuburg berichtet Franz Resperger, Sprecher des NÖ Landesfeuerwehrkommandos, am Mittwochnachmittag. Über Teile der Gemeinde sei eine "deutlich sichtbare Windhose" bzw. ein "kleiner Tornado" gefegt. Häuser seien abgedeckt, Bäume entwurzelt, Strommasten geknickt und Autos zerstört worden. Selbst eine Katze sei durch die Luft gewirbelt worden. Das Tier sei buchstäblich an einem Fenster vorbeigeflogen, habe ein Feuerwehr-Kollege berichtet. Die Feuerwehren haben bereits 70 Einsätze gezählt, so Resperger.

Tornadoverdacht über Floridsdorf

Auch über dem 21. Wiener Gemeindebezirk wurde heute Mittwoch um 14 Uhr nach Berichten der österreichischen Unwetterzentrale eine Trichterwolke gesichtet. Eine Trichterwolke gilt als Vorstufe zu einem Tornado. "Tornados treten immer in Verbindung mit Gewittern auf", erklärt Stefan Eisenbach vom Wetterdienst UBIMET.

Tornadoverdacht auch in Hollenthon

Nach Meldungen der Unwetterzentrale gab es einen weiteren Tornado-Verdachtsfall in Niederösterreich. Auch in der Gemeinde Hollenthon in der Buckligen Welt hat die Kamera der örtlichen Wetterstation eine Wolkenformation gefilmt, die sich um 14:09 Uhr bis zum Boden fortbewegt hat. Hier gibt es noch keine Schadensmeldungen. Eine endgültige Aussage kann jedoch erst nach ausführlichen Untersuchungen getroffen werden.

Tornados dauern manchmal nur wenige Sekunden

Die Lebensdauer von Tornados bewegt sich zwischen wenigen Sekunden bis zu einer halben Stunde. Langlebige Tornados von bis zu einer Stunde sind sehr selten. In Mitteleuropa werden nur selten Tornados von über 10 Minuten gesichtet. "Pro Jahr gibt es in Österreich schätzungsweise um die fünf Tornados". Wenn der rotierende Wolkentrichter den Boden erreichen würde, wäre es ein Tornado.

2003: Tornado an der Alten Donau

Den letzten dokumentierten Tornado-Fall in Wien gab es am 13.5.2003. Im Bereich der Alten Donau und beim Strandbad Gänsehäufl wurden damals Bäume umgerissen, Boote sind gekentert und Dächer wurden beschädigt. "Man schätzt, dass beim Wiener Tornado Windstärken bis zu 180 km/h aufgetreten sind", so Eisenbach. Genau sieben Jahre später, am 13.5.2010 wurde im burgenländischen Mogersdorf ebenfalls ein Tornado gesichtet, welcher Schäden in einem Waldstück anrichtete.

1916: Tote bei Wiener Neustädter Tornado

Der verheerendste Tornado in Österreich trat am 16.7.1916 auf. "Damals wurde ein ganzer Stadtteil von Wiener Neustadt zerstört. Man schätzt dass beim Wiener Neustädter Tornado Windgeschwindigkeiten um 300 km/h aufgetreten sind", berichtet Stefan Eisenbach. Damals sind 32 Menschen gestorben, und mehr als 300 Personen wurden verletzt. (red)

  • Video zum Tornadoverdacht in Hollenthon

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    Ein Feuerwehrmann zersägt in Kritzendorf einen Baum, ...

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    ... der durch eine Windhose entwurzelt wurde.

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