Moscheen in Wien

Angst vor der "Zwiebelwolke"

Maria Sterkl, 28. Mai 2010 13:59
  • Artikelbild
    Foto: standard/

    Auch heuer soll es wieder eine Anti-Moschee-Demo geben

  • Artikelbild
    Foto: standard/

    Es handle sich um eine partei-unabhängige Bewegung, betont Initiatorin Hannelore Schuster (im Bild links neben FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache)

Die Anti-Moschee-BürgerInnen werden wieder laut - mit Parteipolitik habe das gar nichts zu tun, betonen sie

„Was muss geschehen, damit es ein echtes Miteinander wird?", fragt Hannelore Schuster. Die Anti-Moschee-Aktivistin weiß die Antwort: Um ein harmonisches Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen zu ermöglichen, müssen die Islamischen Kulturzentren weg. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch forderten Schuster und ihre Floridsdorfer Geistesgenossin Leopoldine Weidinger im Namen der „Bürgerinitiativen Dammstraße und Rappgasse" eine Delogierung der bestehenden Gebetszentren - und deren Übersiedlung in Gegenden „außerhalb des dicht verbauten Wohngebietes".

"Hoffen, der 10. Oktober ändert etwas"

Seit der letzten „Anti-Moschee"-Kundgebung der BI Dammstraße im Mai 2009 war für einige Zeit Ruhe eingekehrt. Nun, viereinhalb Monate vor der Wiener Landtagswahl, machen Schuster und Co erneut auf sich aufmerksam - stets unter eifriger Betonung ihrer Partei-Unabhängigkeit. Dass bei der Pressekonferenz mit Christian Haslinger dennoch ein Brigittenauer FPÖ-Bezirksrat auf dem Podium saß, störte hier offenbar nicht. Er orte „negative Veränderungen beim Zusammenleben im Bezirk", so begründete Haslinger seine Unterstützung der Anti-Moschee-BI. „Diese Unfreundlichkeit gegenüber Damen und älteren Menschen ist etwas, mit dem ich immer wieder konfrontiert werde", meint Haslinger: „Wir hoffen, der 10. Oktober ändert etwas an unserer Situation."

Schuster warnt vor der "schleichenden Islamisierung" Wiens: „Heute ist es ein Problem im 10., 20. Und 21. Bezirk. Aber irgendwann wird es alle Bezirke betreffen." Wovon die WienerInnen angeblich betroffen sein werden, illustrieren Einträge auf der Website der BI: „Aschenwolke über Europa! Megagrillwolke mit Zwiebelgeschmack über der Dammstraße!" , beschwert sich Schuster etwa über ein Grillfest im Kulturzentrum Dammstraße. Beklagt werden zudem Parkplatznöte, Lärmbelästigung und die bestehende "Parallelgesellschaft" der Zentrums-BesucherInnen: "Der arme Türke aus Anatolien kennt sich ja nicht aus. Der wird ausgenützt von ATIB (größter Moschee-Betreiber Wiens, Anm.)", sagt Schuster.

"Eigentlich Gefahr im Verzug"

Von Aufklärungsmaßnahmen für die Klientel der ATIB-Zentren ist im Forderungskatalog der BI dennoch keine Rede. Stattdessen wird vor einstürzenden Neubauten gewarnt - etwa im Fall des geplanten ATIB-Zentrums in der Jedleseer Rappgasse: „Wenn da im ersten Stock 200 Frauen beten: Wer sagt, dass die Statik hält?", bangt auch der einst blaue, dann orange und nach einem BZÖ-Ausschluss nunmehr parteifreie Bezirks-Mandatar Hans Jörg Schimanek. „Da ist eigentlich Gefahr im Verzug."

Für den 18. Juni ist wieder eine Demonstration in Wien geplant. „Eine andere Sprache verstehen die im Rathaus nicht", meint Schuster. Ihr gehe es darum, die PolitikerInnen „wachzurütteln": Österreich verwandle sich "in absehbarer Sicherheit in ein Land, in dem der Islam, die Scharia und das Türkentum dominieren." Patriotische Sorge scheint es dennoch nicht zu sein, was die Dammstraßen-AktivistInnen anficht. Zumindest ein Satz eines ihrer Schreiben lässt darauf schließen: Es gehe um die „Rettung der tausendjährigen deutschen Kultur". (mas, derStandard.at, 26.5.2010)

 

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1282
Armand Hammer
28.06.2010 19:17
was antiislamismus anlangt ist ja der standard

über jeden zweifel erhaben.... LOL

shepherd
15.06.2010 13:39
was ich kürzlich gelesen hab,

ist der herr "hazeh" diesmal nicht eingeladen worden und auch soll auch nicht als sprecher auftreten (dürfen?) :)

die ängste der leute kann ich als favoritner allerdings schon verstehen ... hier liefs so ab

* zuerst ein gebetsraum
* dann ein türkisch-österreichisches kulturzentrum (mit beiden flaggen drauf)
* ansuchen um vergrößerung und durchführung
* dann: moschee mit markt im innenhof (nichts mehr mit türkisch-österr.)
* weiterer ausbau: es entsteht ein kebap-gassenverkauf
* weiterer ausbau: kebap-gassenverkauf hat auch noch ein kebaplokal angeschlossen

Elisabeth Stein
24.08.2010 23:28
Und demnächst:

Kebabesszwang.

Ludwig - Vogelstrauß
01.06.2010 21:30

Na wenigstens habens mit der Ideologisierung die ernsthafte Thematisierung ihrer Lärm-, Parkplatz und Geruchsnöte verkackt. Denn was sind das schon für Lappalien im vgl. zum tausendjährigen Kulturkampf Schnitzi gegen Lampi.

FAIL
01.06.2010 06:07
meh böse zensur ...

und dabei wollt ich ja nur schreiben, dass mich diese kellern*zis schön langsam langweilen und ich find, dass nicht jedes medium sofort hinlaufen und ihnen bereitwillig eine platform bieten sollte. wir wissen eh was für grauslichkeiten sich bei der f oder f-nahen gruppen abspieln, wir brauchen echt ned jeden zweiten tag einen großartigen bericht über geistigen durchfall des herrn harcore staChe (oder wsl besser kickl)

FAIL
01.06.2010 05:56
gähn

laaaaaaaaangweilig, gibz nix besseres als ein paar kellernazis eine platform zu bieten ...

Tuncay
29.05.2010 21:43
Um ein harmonisches..müssen Kulturzentren weg.

Tolle Dialogbereitschaft der Mehrheitsbevölkerung.

Meslier
30.05.2010 10:09
Muslimische "Kulturzentren" und "Dialogbereitschaft" (auf beiden Seiten)

ein Oxymoron das durch die hohe Integrationsresistenz perpetuierlich verifiziert wird.

Elisabeth Stein
24.08.2010 23:32
Schönes Beispiel für verplemperte Bildungsausgaben.

Elisabeth Stein
24.08.2010 23:31
ScSchönes Beispiel für verplemperte Bildungsausgaben.

King Of Wörschtlständ
09.06.2010 09:43
ein Oxymoron das durch die hohe Integrationsresistenz perpetuierlich verifiziert wird.

Über diesen Satz haben ich, der King, meine Kumpels vom Ständl und der blade Franz, unser Wörschtlmän, ein ehemaliger Schiffskoch und Weltmann von Format, wirklich lang diskutiert. Bei der Hitze jetzt, sind dabei viele 16er Bleche ins Hirn gehaut worden.
Hier das Ergebnis auf das wir alle stolz sind, weil wir uns gut ausdrücken können:
"ein Oxymoron, welches vermittels der auf unglaublichem Peak- Level jenseits jeder Referenz befindlichen Integrationsresistenz perpetuierlich der Verifizierung zugeführt wird."

Novomatic hat die ÖVP gekauft
29.05.2010 20:25

Der Unterschied zwischen Islam und Christentum ist ungefähr so groß wie der Unterschied zwischen
Volksfront-von-Judaea und der Judäaischen-Volksfront.

Dyl Ulenspegel
30.05.2010 15:00

Der größte Unterschied ist tatsächlich bei den Propheten zu suchen.
Jesus hat nie Menschen ermorden lassen, Krieg geführt oder 9 Jährige...
Leider hatte das keinen Einfluss auf das wie sich die Christen nacher aufgeführt haben.

Elisabeth Stein
24.08.2010 23:34
G'schichteldrucker.

Dyl Ulenspegel
25.08.2010 02:55

Was soll denn das „G'schichtel“ sein?

Die Wiedergeburt des Melchior Dronte
30.05.2010 00:21

bitte bitte: neues testament lesen und verstehen
koran lesen und verstehen

dann nochmal posten

die naive
29.05.2010 22:00

Die Aufklärung, die vielen Menschen die sich im Laufe von Jahrhunderten gegen die Allmacht der katholischen Kirche eingesetzt haben und dafür gestorben sind, vergessen?
Den radikalen Islam, die Islamisierung, mit der Kirche (der auch weiterhin Grenzen zu setzen sind)zu vergleichen, ist Schwachsinn.

King of Cowards
29.05.2010 11:44

"Es handle sich um eine partei-unabhängige Bewegung, betont Initiatorin Hannelore Schuster (im Bild links neben FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache)."

Epic Fail.

shepherd
15.06.2010 13:15
das war einmal,

was ich gestern gelesen hab, ist der herr hazeh diesmal nicht eingeladen worden und auch soll auch nicht als sprecher auftreten (dürfen?)

die ängste der leute kann ich als favoritner gut verstehen ... der standardweg:
* zuerst ein gebetsraum
*dann ein türkisch-österreichisches kulturzentrum (mit beiden flaggen drauf)
* ansuchen um vergrößerung und durchführung
* dann: moschee mit markt (nichts mehr mit türkisch-österr.)
* weiterer ausbau: es entsteht ein kebap-gassenverkauf
* weiterer ausbau: kebap-gassenverkauf hat auch noch ein kebaplokal angeschlossen

Elisabeth Stein
24.08.2010 23:36
Haaße gegen Kebab, das is wahre Brutalität.

parapente
29.05.2010 09:58
Ich habe Zwiebel sehr gerne,


auch Knoblauch.

Aber der menschenverachtende Koran passt nicht in die westliche, freie, demokratische Welt.

Wann wird das endlich verstanden?

Elisabeth Stein
24.08.2010 23:41
Ich schließe:

Die westliche,freie,demokratische Welt ist kompatibel mit Zwiebel und Knoblauch, aber Bücher?

el magnifico
14.06.2010 19:04
Novomatic hat die ÖVP gekauft
29.05.2010 20:11

Lesens mal das alte Testament.
Den Begriff "ausmerzen" bitte vorher nachschlagen.

serialmum
05.06.2010 13:22

Lesen kann ich auch einen russischen oder griechischen verstehen tu ich ihn nicht!
AT, Zauberwort : Exegese.
Probieren sie's doch einfach aus, positive Nebenwirkungen sind zu erwarten.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1282

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.