Wien: Projekt "Offener Bücherschrank" expandiert

26. Mai 2010, 14:55
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Nach dem Bezirk Neubau erhalten auch Mariahilf und Alsergrund eine Selbstbedienungsbibliothek

Wien - Seit Februar hat die Bundeshauptstadt ihren ersten "offenen Bücherschrank" in Wien-Neubau. Die Mini-Bibliothek im öffentlichen Raum, aus der kostenlos Bücher genommen als auch nicht mehr benötigte Werke eingestellt werden können, besaß bis Mitte Juni eine behördliche Genehmigung, diese Frist wurde nun bis Sommer 2012 verlängert.

Wie Initiator Frank Gassner miteilte, wird das Konzept demnächst auf weitere Bezirke ausgeweitet, der 6. und der 9. Bezirk hätten Interesse anklingen lassen. Vonseiten der jeweiligen Bezirksvertretung hieß es, die Sache sei bereits äußerst konkret. So sollen noch im Sommer, spätestens aber im Herbst, am Zimmermannplatz am Alsergrund sowie an der Ecke Otto-Bauer-Gasse/Gumpendorfer Straße in Mariahilf offene Bücherschränke aufgestellt werden.

Sozialer Austausch

Der schon bestehende Schrank befindet sich an der Ecke Zieglergasse/Westbahnstraße, wobei Freunde des gedruckten Wortes 24 Stunden am Tag Bücher ohne jegliche Formalitäten entnehmen oder hinzufügen können. Das Prinzip habe sich bisher ausgezeichnet bewährt, versicherte Gassner: "Die soziale Kontrolle hat voll funktioniert."

Bisher sei die rund 250 Werke fassende, mit zwei Glastüren versehene Konstruktion noch nie leer gewesen. Wie viel Bücher bereits die Selbstbedienungsbibliothek passiert haben, sei schwer zu sagen. Als Richtwert gab Gassner jedoch an, dass bereits 10.000 jener Sticker, mit denen jeder neu eingetroffene Band beklebt wird, verbraucht worden seien.

Alsergund: Finanzierung noch offen

Das rund 2.000 Euro teure Pilotprojekt in Neubau bezahlte Gassner aus eigener Tasche. Was Mariahilf betrifft, übernehme einen Teil der Kosten der Bezirk, der Rest werde über Sponsoren und die Gebietsbetreuung als Trägerverein finanziert, so SP-Bezirkschefin Renate Kaufmann. Am Alsergrund ist die konkrete Abwicklung noch offen.

Die Idee eines "offenen Bücherschranks" ist im deutschsprachigen Raum nicht neu. Ähnliche Initiativen gab bzw. gibt es etwa in Bonn, Mainz oder Berlin. Auch in Graz gab es Anfang der 1990er Jahre bereits eine "offene Bibliothek". (APA)

 

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