Zoologisches Rätsel aus dem Kambrium gelöst

26. Mai 2010, 19:16
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    foto: jean-bernard caron

    Fossil des Nectocaris pteryx ...

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    foto: marianne collins

    ... und die Rekonstruktion seines Aussehens

Nectocaris pteryx lebte vor einer halben Milliarde Jahre und war ein Kopffüßer mit nur zwei Armen

London - Der Burgess-Schiefer in den kanadischen Rocky Mountains ist eine der berühmtesten Fossillagerstätten der Welt und wohl auch eine der wichtigsten, denn er gewährt Einblick in eine Epoche, von der wir sonst nur wenig wüssten. Vor 500 Millionen Jahren, im Mittleren Kambrium, wimmelte es in den Meeren von einer Fülle vielzelligen Lebens. Fast alle heute noch existierenden Tierstämme waren damals bereits vertreten, viele der damals lebenden Arten hatten jedoch keine festen Schalen- oder Skelettteile, weshalb Fossilienfunde selten sind. Im Burgess-Schiefer sind jedoch auch Weichtiere bemerkenswert gut erhalten geblieben.

Oft wurden dort Fossilien gefunden, die sich keiner Tiergruppe zuordnen ließen - was zur (mittlerweile stark relativierten) Theorie von der "Kambrischen Explosion" beitrug, einem plötzlichen "Kreativitätsschub" der Natur in Sachen biologischer Baupläne - inklusive Tierstämmen, die es heute nicht mehr gäbe. Eine Reihe von Fossilien konnte mitterweile aber in die Verwandtschaft von heute noch existierenden Gruppen gestellt werden. Und eine Spezies, die sich dem bislang widersetzt hat, ist nun ebenfalls zugeordnet worden: Nectocaris pteryx.

Die Analyse

Das erste Exemplar von Nectocaris pteryx war bereits in den 1930er Jahren gefunden und 1976 beschrieben worden. Die Biologie dieses Tieres blieb jedoch vorerst rätselhaft - am ehesten hielt man es für einen unbekannten Vorfahren der Krebstiere. Neue Funde aus den Burgess-Ablagerungen zeigten dagegen: Das Tierchen war ein früher Kopffüßer. Das berichten Martin Smith und Jean-Bernard Caron von der Universität Toronto im britischen Fachjournal "Nature".

Die kanadischen Forscher haben anhand von 91 weiteren Fossilienfunden der vergangenen Jahrzehnte ein genaueres Bild zusammengesetzt, nachdem bislang nur das 1976er Exemplar als Anschauungsmaterial gedient hatte. Demzufolge hatte das fünf bis sieben Zentimeter lange Tier einen flachen, flunderartigen Körper ohne Schale, am Kopf zwei große Stielaugen und zwei lange, flache und biegsame Tentakel, die dem Beutefang gedient haben dürften. Außerdem besaß es eine Körperhöhle, Kiemen und eine Art beweglichen Schlauch, der in die Körperhöhlung mündete und dem heutiger Tintenfische ähnelt: Möglicherweise hat sich Nectocaris bereits vor einer halben Milliarde Jahre des Rückstoßprinzips bedient, um sich rascher bewegen zu können.

Diese Erkenntnisse fügen der Evolution der Kopffüßer nicht nur weitere etwa 30 Millionen Jahre hinzu, sie werfen auch bisherige Theorien über den Haufen, wie diese Klasse von Weichtieren zu exzellenten Schwimmern wurde. Lange Zeit wurde angenommen, dass sie sich aus schneckenähnlichen Kriechtieren mit Schale entwickelten. Mit Gas gefüllte Hohlräume dieser Schale hätten es den Tieren schließlich ermöglicht, durchs Wasser zu treiben - doch Nectocaris hatte keine Schale. Erst viel später dürften die Kopffüßer schützende Gehäuse entwickelt haben, mutmaßen die Forscher - möglicherweise um in einem härter werdenden Umfeld neuer Nahrungskonkurrenten und Raubtiere bestehen zu können.
 (red/APA)

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15 Postings
Posten schadet der Gesundheit
02
28.5.2010, 15:25
ein Abbild seiner nudeligen Heiligkeit

in Jugendzeiten.
Ähnlich dem Turiner Grabtuch, eine Reliquie von unschätzbarem Wert!
http://www.venganza.org/

Meister Yoda
00
30.5.2010, 12:51

Ramen

graf wachibald
00
28.5.2010, 09:17
fatal error

es muss sich um eine fälschung handeln, gott erschuf nie solche tiere, ihr irrt und werdet dafür bezahlen

Cthulluh
02
28.5.2010, 10:48
Eh klar, weil sich ja der Mensch Gott schuf.

epep
11
27.5.2010, 18:03
kanns nicht sein..

..das dem exemplar zufaellig alle arme bis auf zwei von einem bösewicht ausgerissen wurden? und wir nun rätseln was das ganze soll. oder gibts davon mehr funde?

;-)

Maria Gugging
01
28.5.2010, 07:41

Einfach den Artikel noch einmal langsam durchlesen ... da hat sich die Lösung tatsächlich versteckt ;)







(Lösung: 91 weitere Fossilien)

epep
10
28.5.2010, 15:27
und wer sagt das die wissenschaft immer recht hat?

gut meistens ich.. :-) aber ich muss ja nicht immer recht haben ;-)

Laughing-Man
00
27.5.2010, 16:20

dr soidberg?

epep
01
27.5.2010, 18:07
na wenn dann der urururururururururururururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururur

rurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrurururururururururururururururururururururrururururururururururururururururururur-opa. und der dr. hat dann wieder mehr ärmchen ums maul bekommen.

The Stig
00
27.5.2010, 15:14

Rein mit dir in meinen Wanst!

denk mal
01
27.5.2010, 09:12
Machts es doch vergrößerbar!

Man kann das "Reconstruction by Pixar" so schlecht lesen.

Helge Remsgard Remsgard
04
26.5.2010, 21:13

liab :)

Fritz Rotkehlchen
 
01
26.5.2010, 21:55
möglicherweise hatte, ...

das liabe tierchen eine tetrodotoxinkonzentration, dass jeder andere schwimmer fünf meter abstand hielt ;-)

greets, Fritz

Diversion
00
27.5.2010, 11:57
"tetrodotoxinkonzentration"

Blähungen?

Nick Tameer
023
26.5.2010, 23:07

Aber möglichweise war es völlig ungiftig und schmeckte überdies nach Mousse au Chocolat, was seinem baldigen Aussterben geroße Plausibilität verleihen würde.

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