Die "Welt der Habsburger" öffnet sich dem Volk

26. Mai 2010, 13:10

Online-Ausstellung dreht sich nicht um die "Habsburger als Personen", sondern um den historischen und kulturellen Kontext

Wien - Die virtuelle Dauerausstellung "Welt der Habsburger" ist online gegangen. Hobbyhistoriker können sich dort über die Geschichte des Adelsgeschlechts sowie über die Lebensumstände, die wirtschaftliche Situation und das kulturelle Umfeld der damaligen Zeit informieren. Noch gibt es die Seite nur auf Deutsch, die englische Übersetzung folgt im September.

Die "Welt der Habsburger" soll rund 600 Jahre Geschichte, von 1278 bis 1918, aufarbeiten: "Ziel war es, den Zeitraum umfassend darzustellen", erklärte Franz Sattlecker, Geschäftsführer der Schloß Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH (SKB), bei der Onlineschaltung der Webseite in Wien. Die SKB finanzierte das rund 600.000 Euro teure, von der Bundesregierung initiierte Projekt.

Das Angebot

Insgesamt wurden rund 2.000 Seiten mit Texten befüllt. Der inhaltliche Bogen spannt sich dabei vom Arbeiten über die Liebe und vom Wohnen bis zum Tod. Die Themen wurden von Historikern der Universität Wien wissenschaftlich aufbereitet und zudem mit zahlreichen Bildern versehen. Dabei handelt es sich teilweise um Darstellungen, die "man bisher noch nicht gekannt hat", erklärte Sattlecker. Lebende Mitglieder der Familie waren in das Projekt nicht eingebunden, da es nicht um die "Habsburger als Personen" ging.

Besucher der Webseite haben die Möglichkeit, via interaktiver Zeitleiste, Landkarte, Stammbaum oder im Lesesaal in die vergangene Zeit einzutauchen. Inhaltlich zusammenpassende Themen sind mit Querverweisen verbunden. "Der Kontext ist leichter herzustellen als im Buch, wo man ständig hin- und herblättern muss", unterstrich Karl Vocelka, Vorstand des Instituts für Geschichte der Universität Wien.

Gedacht ist die interaktive Ausstellung für ein "breites Publikum", sagte Sattlecker. Touristen sollen vor dem Wienbesuch einen ersten Einblick in die Welt der Habsburger erhalten. Zugleich können dank der wissenschaftlichen Aufbereitung Schüler und Studenten die Seite als Informationsquelle nutzen. Sollte es neue geschichtliche Erkenntnisse geben, könne die Seite jederzeit ergänzt werden. (APA)

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24 Postings
leo lander
20
30.5.2010, 11:14
eine durch Inzest korredierte kleingeistige Familie

mit maßloser Selbstüberschätzung aber viel Erfahrung im Machterhalt. Kaum ein europäisches Herrschergeschlecht hat mehr Kriege vom Zaun gebrochen und leider auch durch schlechte Organisation verloren. schade um die 600000.

Hans Luft
01
31.5.2010, 23:02
Viel Neid, viel Ehr.

Pannonia Jack
00
30.5.2010, 18:22
Kaum ein europäisches Herrschergeschlecht hat mehr Kriege vom Zaun gebrochen

Ich bin wahrlich kein Fan der Habsburger, aber könnten sie Quellen für diese Behauptung angeben!

Nick Tameer
00
27.5.2010, 21:05

Aber wann wird sich das nurmehr kleine Volk der Habsburger der Welt öffnen?

kauwvn
51
27.5.2010, 08:40
die haben gleich nach der kirche

die meisten toten zu verantworten (kriege, hinrichtungen), 600 jahre leibeigenschaft und unterdrückung.

Mathias
 
00
28.5.2010, 21:00
600 jahre leibeigenschaft und unterdrückung

Die Habsburger sind Geschichte. Doch das Adelsgeschlecht der Windsors (Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland) bietet sich für aktuelle "Rachegedanken" besser an. Die sind noch aktuell am Hebel der Macht ...

Heartbreak Hotel
00
27.5.2010, 11:50

Das waren damals rauhe Zeiten, die Habsburger waren sicher noch unter den gütigeren Herrschern...aber wie wärs mit den Schweden, die im 30jährigen Krieg mordend und brandschatzend in Österreich eingefallen sind, oder den Türken....

Nick Tameer
00
27.5.2010, 21:51

Helfen Sie mir auf die Sprünge - wo und wann sind die Schweden damals plündernd in Österreich eingezogen?

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
00
28.5.2010, 17:55

Waren Sie als Kind auf der Burg Kreuzenstein? Die originale Burg wurde von den Schweden gesprengt.

Adolf Ogi
00
29.5.2010, 05:13
Schweden und Bauernkrieg

von den oberösterreichischen Bauern, die 1625 in offenem Aufstand waren, wurden die Schweden als Verbündete sogar herbeigesehnt. War aber zu weit südlich und schwedische Truppen sind keine gekommen.

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
00
29.5.2010, 07:29

Könnte vielleicht mit der Tatsache zu tun haben, dass Schweden erst 1630 in den Krieg eingriff.

Nick Tameer
00
28.5.2010, 22:30

Ach, in meiner piefkeschen Heimat stolpert man über soviel Schwedenreminiszen, dass man nicht zur Burg Kreuzenstein zu wallfahren pflegt (und gesprengte Burgen findet man eh zuhauf).

Ich hatte meine Zweifel - erkläre aber aber die bedingungslose Kapitulation - weil ich auf Anhieb nichts über Schweden in Österreich ergoogeln konnte und micht auch nicht erinnern kann, darüber je gehört oder gelesen zu haben. Wenn es auf das Ende des 30jährigen Krieges zugeht, scheint nicht nur die Kraft zu ganz großen kriegerischen Unternehmungen, sondern auch die Fabulierlust der Historiker nachzulassen.

Heartbreak Hotel
00
28.5.2010, 08:10

zB. am 31. März 1645 haben die Schweden unter Torstensson Krems besetzt, sie haben auch Laa und Mistelbach geplündert. Ich glaube, sie waren auch in Wiener Neustadt. am 5. April haben sie Korneuburg besetzt, und wenn die Hilfe von Rakoczi gekommen wäre, hätten sie sogar Wien besetzt. 1647 haben sie Bregenz geplündert ( Beute 6 Millionen Gulden).

Blablub
00
28.5.2010, 23:10

wikinger halt

Franz I. von Kakanien
00
27.5.2010, 15:20
30-jähriger Krieg

Im 30-jährigen Krieg wurde ein Begriff geprägt:

Magdeburger Hochzeit

http://de.wikipedia.org/wiki/Magd... r_Hochzeit

Und das waren kaiserliche Truppen der ach so "humanen" Habsburger!

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
02
28.5.2010, 17:53

dummerweise waren das nicht die kaiserlichen Truppen, sondern die der "katholischen Liga" unter Tilly, wo der Kurfürst von Bayern das Sagen hatte.
Warum glauben Sie, liess der Kaiser Wallenstein ein Heer aufstellen - damit er auch mitreden konnte.

Nick Tameer
00
27.5.2010, 19:22

Das ist natürlich alles sehr relativ. Machtpolitik, wie sie natürlich auch die Habsburger betrieben, ist nun einmal nicht das Feld, in dem Humanität blüht und gedeiht. Sagen wir, die Habsburger hätten inhumaner sein können.

Tilly stand allerdings weder unmittelbar im Dienste der Habsburger - er war der Feldher der katholischen Liga - noch kann man sagen, dass er zu den Greueltaten nach der Einnahme von Magdeburg ermuntert hat. Er hatte seine Truppen nur bedingt in der Hand und konnte sie einfach nicht zügeln.

Heartbreak Hotel
00
27.5.2010, 16:20

Sowas hats immer gegeben, sogar im 20. Jahrhundert ( My Lai, Lidice). Tatsache ist, daß die Habsburger z.B. von den Galiciern als die humansten ihrer Herrscher bezeichnet wurden.

Herzerzog Johann
00
27.5.2010, 09:32

Mir fallen eigentlich dazu nur drei Herren ein, welche sich im vorigen Jahrhundert betätigt haben. Die schlagen Religionen und Herscher früherer Zeiten locker ...

Franz I. von Kakanien
00
27.5.2010, 12:27

Wie war das mit "Christianisierung" Amerikas, Asiens, Afirkas? Im Namen Gottes und der Heiligen Kirche!!

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
02
28.5.2010, 17:59

Dummerweise waren die Missionare bei den Conquistadoren sehr unbeliebt, da erstere lieber lebende Schäfchen hatten als tote und dafür in Europa auch lobbying betrieben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sublimis_Deus

Nick Tameer
01
27.5.2010, 21:59

Amerika, ok, aber Afrika und Asien - die Habsburger?Und Asien, bis auf paar Flecken, christianisiert?

schafmeister
40
27.5.2010, 07:04
Untertanen

Es besteht kein Interesse an den ehemaligen Potentaten.

herbert19711
00
27.5.2010, 08:36

Doch! Ich find die Seite gelungen, hab gestern schon eine Stunde verplempert...

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