Trend geht zu Urlaub daheim

26. Mai 2010, 12:38
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Der heimische Wintertourismus brachte mehr Gäste, aber weniger Übernachtungen, Luxushotels sind weiterhin gefragt

Wien - Die Wintersaison 2009/2010 hat dem heimischen Tourismus einen Rückgang bei den Übernachtungen gebracht, obwohl die Zahl der Gäste (Ankünfte) zugenommen hat. Mit 62,6 Mio. Übernachtungen (minus 0,4 Prozent) habe es aber immer noch das drittbeste Ergebnis in der Geschichte des heimischen Wintertourismus (November bis April) gegeben, sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer am Mittwoch in Wien vor Journalisten. Bei den Ankünften gab es mit 15,37 Mio. (plus 1,6 Prozent) einen Rekord.

Russen vor Franzosen

Das Urlaubsverhalten der Österreicher hat letztlich die Bilanz gestützt: Heimische Gäste buchten 2,1 Prozent mehr Übernachtungen (14,8 Mio.), mehr als je zuvor, während bei Ausländern die Übernachtungen um 1,1 Prozent auf 47,8 Mio. zurückgingen. Das zeigte sich auch bei Urlaubern aus Osteuropa (CEE) - ihre Übernachtungen sanken um 0,9 Prozent auf 6,1 Mio. In den letzten Jahren war die Zahl der Gäste aus den CEE-Ländern rasant gestiegen. Besonders hohe Rückgänge gab es bei Gästen aus dem Vereinigten Königreich (minus 7,7 Prozent) und den USA (minus 4,9 Prozent), während aus Russland um 12,6 Prozent mehr Übernachtungen gebucht wurden. Inzwischen verbuchen Russen (809.000) deutlich mehr Übernachtungen in Österreich als etwa Franzosen (655.000) oder US-Amerikaner (345.000).

Trotz Krise geht der Trend zu hochwertigen Vier- und Fünfsternhotels weiter. Auch haben in diesem Winter die beiden großen Zielländer Tirol und Salzburg Rückgänge verzeichnet, während es in Wien und dem Burgenland Zuwächse gegeben habe, erläuterte Peter Laimer, Experte bei der Statistik Austria.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sieht durch die Zahlen seine Entscheidung bestätigt, für Tourismuswerbung im Inland extra Mittel frei zu machen. Der Trend zum "Urlaub daheim" sollte sich fortsetzen, bis zum Jahresende wolle ein Drittel der Österreicher im Inland Urlaub machen, erinnerte Mitterlehner am Mittwoch in einer Aussendung an Umfragen des Instituts für Tourismus- und Freizeitforschung und von IMAS. Angesichts immer kurzfristigerer Buchungen müsse Österreich "bis zuletzt um jeden einzelnen Gast kämpfen", so der Minister. Mit der neuen Tourismusstrategie müsse Österreich "künftig fokussierter vorgehen." (APA)

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    Mit 62,6 Millionen Übernachtungen hat  immer noch das drittbeste Ergebnis in der Geschichte des heimischen Wintertourismus gegeben.

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