Große Hufeisennasen im kleinen Grenzverkehr

26. Mai 2010, 12:28
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Bislang vereinzelte Exemplare in Tirol gesichtet - ihr Fortpflanzungsquartier wurde nun in Südtirol aufgespürt

Innsbruck - Die Fledermaus-Familie der Hufeisennasen hat ihren Namen von dem charakteristischen Hautlappen, der ihre Nasenlöcher umgibt. Zwei Arten, die Kleine und die Große Hufeisennase, sind in unseren Breiten heimisch - bei beiden gehen die Bestandszahlen aber seit Jahren zurück. Daher ist es stets ein Anlass zur Freude, wenn irgendwo eine Kolonie der Tiere aufgespürt wird, die auf Bestandserhaltung hoffen lässt.

Im Tiroler Oberland wurden bisher immer wieder einzelne Große Hufeisennasen (Rhinolophus ferrumequinum) gesichtet, aber kein Fortpflanzungsquartier gefunden. Um zu untersuchen, wo die Tiroler Hufeisennasen ihre Jungtiere zur Welt bringen und wie weit sie fliegen, statteten Forscher im April ein Weibchen und ein Männchen in ihren Höhlen südlich von Landeck mit einem fingernagelgroßen Peilsender aus. Der zwischen den Schulterblättern der Fledermäuse angebrachte Sender brachte die Erkenntnis, dass die Tiere für die Aufzucht ihres Nachwuchses rund 40 Kilometer zurücklegen und nach Südtirol fliegen: "Eine gewaltige Leistung für solch ein kleines Tier", erklärte Fledermaus-Experte Anton Vorauer. Bei dem Quartier handelt es sich um eine Höhle im Südtiroler Schluderns, wo die Forscher etwa 90 Weibchen zählten, die dort derzeit ihre Jungen großziehen.

Jetzt wird er wartet, dass im Herbst einige Weibchen die auf den Namen "Gitsch" getaufte Tiroler Hufeisennase zurück in ihre Höhle in Landeck begleiten. "Dass unsere Fledermäuse mit den Quartieren in Südtirol Austausch pflegen, ist sehr erfreulich, weil solch eine Durchmischung die Population langfristig gesund erhält", erklärte Vorauer. Die Forschungsergebnissen geben Grund zur Hoffnung auf eine erfolgreiche Wiederansiedlung der Art in Tirol, meinte er. (APA/red)

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