Neue Methode

Gefährliche Gefäßver­engungen sichtbar machen

26. Mai 2010, 11:53

Kombination von Computertomographie und Szintigraphie bringt exaktere Vorhersage

Bern - Schweizer Forscher haben ein Bildgebungsverfahren entwickelt, mit dem sich erkennen lässt, ob eine Verengung der Herzkranzgefäße gefährlich ist oder nicht. Ärzte können so früher erkennen, welche Blutgefäße sie aufweiten müssen, um einen Infarkt zu verhindern.

Gefäßverengungen nicht immer gefährlich

Heute stütze sich die Früherkennung von Herzproblemen zu stark auf die Anatomie der Gefäße, also, ob sie verengt sind oder nicht, teilte der Schweizerische Nationalfonds (SNF) in einer Aussendung mit. Bei 20.000 von jährlich 37.000 Patienten stelle sich dann bei der Behandlung heraus, dass die Verengung gar nicht aufgeweitet werden müsste. Verengungen könnten nämlich auch unproblematisch sein, wurde Philipp Kaufmann, Leiter der kardialen Bildgebung am Universitätsspital Zürich. Wenn ohnehin wenig Blut durch ein Gefäß fließt, stellt eine Verengung oft keine Gefahr für die Blutversorgung des Herzens dar.

Kombination zweier Verfahren

In einem vom SNF unterstützten Projekt kombinierte Kaufmann deshalb zwei Verfahren, um zu einer exakteren Vorhersage zu gelangen: Die Computertomographie liefert dreidimensionale Bilder und zeigt, wo Verengungen sind. Die Szintigraphie macht sichtbar, wie viel Blut in welchen Teil des Herzmuskels gelangt. Werden nun am Computer die Bilder beider Verfahren übereinander gelegt, tritt zutage, welche Verengungen zu einer ungenügenden Versorgung des Herzens führen. An diesen Stellen ist ein chirurgischer Eingriff angebracht.

Laut Aussendung hatte das Verfahren bisher einen Nachteil: Bei der Szintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz in die Venen gespritzt, der Patient also radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Kaufmann und sein Team haben nun eine Methode entwickelt, um mit viel geringerer Strahlung an ebenso informative Bilder zu gelangen. (APA)

erich1963
00
27.5.2010, 08:44
Was isn das für eine Feststellung?:

"Wenn ohnehin wenig Blut durch ein Gefäß fließt, stellt eine Verengung oft keine Gefahr für die Blutversorgung des Herzens dar."
Geht der Arzt davon aus, dass die Blutmenge, die durch ein Gefäß fließt, immer statisch gleich ist? Bei Anstrengung fließt durch die Koronararterien ja wesentlich mehr Blut, als im Ruhezustand, und dann tritt üblicherweise das auf, was man als Angina-Pectoris-Anfall bezeichnet, wenn der Herzmuskel nicht die geforderte Menge an Sauerstoff bekommt.

naja2010
00
30.7.2010, 08:36
übersetzungsfehler aus dem Schyzerdütsch?

KKdJ
00
27.5.2010, 09:21
Also, wenn Sie mich fragen, ist das wieder einmal ein Beispiel dafür, dass derjenige, der das geschrieben hat,...

... eben keine blasse Ahnung von Medizin hat.

erich1963
00
27.5.2010, 10:23
Ich gehe mal davon aus, dass....

der Leiter der kardialen Bildgebung am Universitätsspital Zürich weiß, worum es geht. ;-)
Ich habe da nur so meine Zweifel, ob das Verfahren auch praxisrelevant ist. Eine Herzkatheteruntersuchung ist heutzutage so unkompliziert und bringt so schnell therapierelevante Ergebnisse, dass mir der Umweg über die neue Untersuchungstechnik nicht nötig erscheint.

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