Oder schwillt schneller an als erwartet

26. Mai 2010, 10:27
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Langsame Entwarnung in Polen, gespannte Erwartung in Ostdeutschland

Frankfurt an der Oder/Warschau - Langsame Entwarnung in Polen, gespannte Erwartung in Ostdeutschland: Die Hochwasserwelle auf der Weichsel ebbt ab, während sie an der Oder und Neiße schneller anschwillt als zunächst berechnet. Die höchste Alarmstufe 4 wird vermutlich schon am Donnerstag ausgerufen - und damit einen Tag eher als zunächst angenommen, teilte das Hochwassermeldezentrum in Frankfurt (Oder) mit.

In Deutschland werde das Hochwasser allerdings nicht das Ausmaß der Jahrhundertflut von 1997 erreichen, sagte Matthias Freude, Präsident des brandenburgischen Landesumweltamtes. "Wir haben 1997 sechs Wochen Höchstwasserstände gehabt. So lange wird es dieses Mal bestimmt nicht dauern." In Frankfurt (Oder) wurden aber Ausgabestellen für Sandsäcke eingerichtet. Pro Haushalt gebe es 100 Säcke, sagte Bürgermeister Martin Wilke. Außerdem werde an einem Stegsystem gearbeitet.

Polen: Überflutungsgefahr geht zurück

Für Polen naht unterdessen das Ende der schlimmen Tage: Am Mittwoch sollte der Hochwasserscheitel auf der Weichsel die Ostsee erreichen, erklärt Lukasz Legutko vom Hydrometeorologischen Institut IMGW am Dienstag in Warschau. An der Oder in Polen galt am Mittwoch der Ort Dobrzejewice zwischen Glogow und Nowa Sol als Schwachstelle. Der Deich sei nicht vollständig und könne den Fluss nicht in seinem Bett halten, sagte ein Gemeindevertreter. Die Stelle wurde mit 150.000 Sandsäcken verstärkt. (APA)

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    Überfluteter Hof in Swiniary in Polen am Mittwoch

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