Martialisch kochen

25. Mai 2010, 19:26
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Amateure kochen um die Wette - Schon der grundsympathische Titel drückt aus, wie es hinter diesem Herd zugeht

In ein ganz spezielles Paralleluniversum entführt das ZDF mit der Kochshow "Küchenschlacht". Schon der grundsympathische Titel drückt aus, wie es hinter diesem Herd zugeht. Als würde man Wasabi esslöffelweise schlucken: Es brennt.

Werktags treten je zwei Amateurköche gegeneinander zum Schaubruzzeln an und versuchen sich an vorgegebenen Speisen, während die Uhr tickt. Das nicht ganz neue Showkonzept wird bereichert durch drei wechselnde Kochautoritäten.

Johann Lafer, Horst Lichter und Alfons Schuhbeck begleiten die Talente und kommentieren deren Tun. Würze wird da gern falsch verstanden: "Hoffentlich bleibt sie noch lange dem Volke erhalten und wird nicht zu früh vom Markte genommen", scherzt Schuhbeck wenig geschmackssicher: Nicht ein Produkt preist er an, sondern seine Kandidatin. "Komm, komm, komm, anrichten!", imitiert er vermutlich den Ton in seiner Werksküche. Doch ist auch wahres Mitgefühl möglich: "Oft ist ein leichtes Gericht schwieriger, als man glaubt." Zum Schluss wird entschieden, wer bleibt, wer geht.

Ein Jurorkoch kostet sich da gekonnt durch Lachsforelle, Spargel, Kräuterspinat und findet längst nicht alles gelungen. Der Spargel zu kalt, im Fisch eine Gräte: Verzweiflung macht sich im Blick der Übeltäterin breit, doch Papa Schuhbeck hält beide Kandidatinnen fest im Arm. Daran, wie die Entscheidung in die Länge gezogen wird, könnte sich manche Castingshow ein Beispiel nehmen. Zum Schluss liegen sich alle in den Armen, nur der Chefkoch klagt: "Ich beantrage eine Verlängerung der Sendung." Sie wurde nicht genehmigt, 45 Minuten müssen reichen. Manche Portionen sind einfach immer zu groß. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 26.5.2010)

  • "Schlacht" hinter dem Herd.
    foto: zdf

    "Schlacht" hinter dem Herd.

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