Alarmsirenen bei Arbeitsbesuch von Josef Pröll in Israel

25. Mai 2010, 17:49
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Jährliche Zivilschutzübung ist diesmal besonders groß angelegt und erstreckt sich über fünf Tage

Als Höhepunkt einer landesweiten Zivilschutzübung werden heute, Mittwoch, in ganz Israel um 11 Uhr Ortszeit die Alarmsirenen heulen. Seit Tagen werden die Menschen durch Radiodurchsagen und in den Zeitungen darauf vorbereitet, dann alles stehen und liegen zu lassen und so schnell wie möglich in den nächsten Schutzraum zu laufen. Österreichs Vizekanzler Josef Pröll wird sich zu diesem Zeitpunkt gerade in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem aufhalten. Er absolviert seit Dienstag einen lange geplanten Arbeitsbesuch in Israel.

Nach Protesten Israels gegen das vorgeblich angewachsene Raketenarsenal der libanesischen Hisbollah-Miliz hatten Medien über einen Krieg im Sommer spekuliert. Israel beruhigte darum die Nachbarn: "Eine Routineübung, die lange geplant war", sagte Premier Benjamin Netanjahu.

Befriedigung im Iran

Im Libanon und in Syrien hatte man angesichts des "Kriegsspiels" zunächst Nerven gezeigt, später war auch Befriedigung darüber zu spüren, dass Israel sich bedroht fühlt. Das "Manöver" sei ein Beweis dafür, dass Israel sich vor "militärischen Konfrontationen" fürchte, sagte Irans Verteidigungsminister Ahmed Wahidi.

Die jährliche Zivilschutzübung ist diesmal besonders groß angelegt und erstreckt sich über fünf Tage. Die Annahme der Übung lautet, dass verschiedene Teile des Landes gleichzeitig mit Raketen angegriffen werden. Simuliert werden auch ein chemischer Angriff und eine Cyberattacke auf Rechnersysteme der Behörden.

Pröll trifft in Jerusalem unter anderen mit Staatspräsident Shimon Peres und Finanzminister Juval Steinitz zusammen. Am Donnerstag besucht er Sderot, das jahrelang aus dem Gaza-Streifen mit Raketen beschossen wurde. (DER STANDARD, Printausgabe 26.5.2010)

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