Österreichischer Segel-Roboter greift nach drittem WM-Titel

25. Mai 2010, 15:40

Kollisionsvermeidung als Schritt auf dem Weg zum Praxiseinsatz

 Forscher der Gesellschaft für innovative Computerwissenschaften (InnoC) haben sich zum Ziel gesetzt, mit dem Roboter-Segelboot "ASV Roboat" den dritten Weltmeistertitel in Folge zu erreichen. Im Vorfeld der dritten World Robotic Sailing Championship vom 7. bis. 10. Juni 2010 in Kingston, Kanada, wurden für die ASV Roboat zuletzt neuen Algorithmen zur Kollisionsvermeidung erprobt.

"Bis ins letzte Jahr war der große Schwerpunkt bei Roboter-Seglern die Energieautarkie. Dazu kommt jetzt besonders die Frage, wie die Boote mit Hindernissen umgehen", meint Roboat-Teamleiter Roland Stelzer im Gespräch mit pressetext. Effektive Lösungen für dieses Problem sind nicht nur bei der diesjährigen WM, sondern nicht zuletzt mit Hinblick auf den praktischen Einsatz der Wasserfahrzeuge entscheidend.

Dynamisches Problem

Roboter-Segelboote sind als autonome Sensorsysteme beispielsweise in der Ozeanographie oder Meeresbiologie interessant. Dazu ist neben einer optimalen Routenberechnung auch erforderlich, dass bei unerwarteten Hindernissen wie Treibgut entsprechend reagiert wird. Doch dafür Kollisionsvermeidungs-Algorithmen umzusetzen, die bei Robotern an Land bereits bewährt sind, wäre kaum zielführend.

"Ein Segelboot kann nicht einfach in jede Richtung ausweichen und bewegt sich in einem hochdynamischen Umfeld", erklärt Stelzer. An Land reicht es oft zu beurteilen, ob ein Hindernis rechts oder links umfahren werden soll. Dagegen muss ein Roboter-Segelboot den vorherrschenden Winden und Meeresströmungen Rechnung tragen und mit seinen Algorithmen entsprechende Ausweichmanöver entwickeln. Eine derartige vollautonome Kollisionsvermeidung ist eine der Teilprüfungen bei der Weltmeisterschaft.

Sprung in die Praxis

An sich ist das Roboat-Team auch bei der zuletzt 2007 ausgetragenen Microtransat Challenge Titelverteidiger, doch für den diesjährigen Wettbewerb ist man nicht genannt. "Eine Atlantik-Überfahrt würde viele Ressourcen mit ungewissem Ausgang binden", sagt Stelzer. Freilich seien solch große Ziele wichtig, um das Potenzial der Roboter-Segelboote ins öffentliche Blickfeld zu rücken.

Doch für das Roboat-Team geht mittlerweile der Sprung in die Praxis vor. Ab Herbst ist geplant, gemeinsam mit der Oregon State University ein Roboter-Segelboot zur Erforschung von Walen im Pazifik zu entwickeln. "Dabei geht es auch darum zu zeigen, dass solche Boote wirklich eine gute Plattform für derartige Langzeitmissionen am Meer sind", betont Stelzer. (pte)

stuffy
00
27.5.2010, 09:07
Je mehr

elektronische "Helferlein" erfunden werden, umso weniger entwickelt sich der Mensch selber weiter.

Wenn man auf nichts mehr aufpassen, oder Rücksicht nehmen muss, wird man nicht gefordert, und somit entwickelt man sich auch nicht weiter.

Ich empfinde den ganzen elektronischen Firlefanz als komplett Kontraproduktiv!

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