Grazer wollte FBI und USA erpressen

25. Mai 2010, 13:59
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Per E-Mails vom Computer seiner Freundin aus 1,3 Millionen Euro gefordert - Liste potenzieller Attentäter und Infos über Bombenimport angeboten

Beamte des steirischen Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung haben am vergangenen Wochenende einen 42-jährigen Erpresser bei einer vorgetäuschten Geldübergabe festgenommen. Der Grazer wollte mit als indirekte Drohungen qualifizierten E-Mails 1,3 Millionen Euro von den USA erpressen, hieß es am Montag von der Sicherheitsdirektion Steiermark.

Der 42-jährige Grazer schickte in vergangenen Woche dem FBI in New York und zwei führenden amerikanischen Zeitungen ein Mail, in dem er 300.000 Euro sofort und einen weiteren Betrag von einer Million Euro von den Vereinigten Staaten auf ein österreichisches Bankkonto forderte. Als Gegenleistung bot er eine Namensliste von 200 potenziellen Attentätern und Informationen über einen Transport von "vier schmutzigen Bomben" in die USA an.

Geldübergabe vereinbart

Nach Einschaltung der US-amerikanischen und österreichischen Behörden wurden Kriminalisten des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Steiermark mit dem Fall betraut. Beamte vereinbarten mit dem vorerst Unbekannten für Samstag in Knittelfeld eine Geldübergabe, zu der der Mann allerdings nicht erschien. Es gelang den Kriminalisten aber, mit dem Verdächtigen einen telefonischen Kontakt herzustellen. Bei einer weiteren vorgetäuschten Übergabe konnte der Grazer in einem Cafe in Knittelfeld festgenommen werden.

Bei den Einvernahmen gestand der 42-Jährige, dass er die E-Mails vom Computer einer Freundin aus dem Bezirk Knittelfeld an das FBI geschickt hatte. Die Frau konnte in ihrer Wohnung angetroffen werden und war sofort geständig. In der Wohnung konnte auch der Computer und Kopien von sechs verschickten Schreiben sichergestellt werden.

Nach den Einvernahmen wurde die 42-jährige Komplizin auf freien Fuß angezeigt. Der Grazer wurde wegen schwerer Erpressung in Haft genommen und in die Justizanstalt Jakomini überstellt. (APA)

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