WWF: Bleivergiftungen gefährden Greifvögel

25. Mai 2010, 11:21
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Toter Seeadler im Waldviertel entdeckt - Schon geringste Mengen Blei führen zu schweren Vergiftungssymptomen

Aus aktuellem Anlass machten WWF und der niederösterreichische Landesjagdverband am Dienstag - einmal mehr - auf die Gefährdung von Greifvögeln durch Bleivergiftungen aufmerksam: Im Waldviertel entdeckte ein Jäger im April in Reitzenschlag (Bezirk Waidhofen an der Thaya) einen verendeten Seeadler - die Obduktion an der veterinärmedizinischen Universität Wien ergab als Todesursache Bleivergiftung.

Greifvögel nehmen mitunter über die Nahrung Blei in Form von Schrotkügelchen auf, wenn sie angeschossene Enten oder Gänse erbeuten oder unsachgemäß entsorgte Eingeweide von erlegten Rehen oder Wildschweinen - den sogenannten Aufbruch - fressen. Schon geringste Mengen führen zu schweren Vergiftungssymptomen, die Tiere verhungern oder kollidieren wegen ihrer eingeschränkten Reaktionsfähigkeit mit Autos, Schnellzügen und Stromleitungen.

"Wir werden unsere Jäger in Zukunft verstärkt darauf hinweisen, dass das Entfernen der Aufbrüche aus der Natur insbesondere in Gebieten mit Seeadlervorkommen einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Bleivergiftungen bei diesen geschützten Tieren darstellt", kündigte Peter Lebersorger von der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände an. Empfohlen werde auch, bei der Jagd auf Wasserwild auf Bleischrot zu verzichten. NÖ Landesjagdverband und WWF sind Partner beim Seeadler-Schutzprojekt "Vorsicht Gift!", das sich gegen den illegalen Einsatz von Giftködern wendet.

Alternativen

Aus Sicht des WWF wird mittelfristig ein flächendeckender Ausstieg aus der Verwendung von bleihältiger Jagdmunition notwendig sein. "In ökologisch besonders sensiblen Gebieten wie Nationalparks sollte schon jetzt auf Alternativen zur Bleimunition zurück gegriffen werden", forderte Seeadler-Projektleiter Christian Pichler in einer Aussendung.

Der WWF hofft, dass die Bleiproblematik nicht zu einer Unterbrechung der positiven Bestandsentwicklung beim größten heimischen Adler führt. "Unsere Seeadler sind eindeutig im Aufwind", so Pichler. "Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es keinen einzigen heimischen Seeadler mehr - und heuer halten wir bereits bei 13 Brutpaaren." Derzeit ziehen die majestätischen Adler ihre Jungen in den Horstbäumen der March-Thaya-Auen - dem wichtigsten Vogelschutzgebiet Österreichs - sowie an der Donau, im Gebiet des Neusiedler Sees und im Waldviertel groß. (APA)

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    Im Waldviertel starb ein Seeadler wegen einer Bleivergiftung.

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