Israel bot Südafrika Atomwaffen an

24. Mai 2010, 15:11
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Veröffentlichte Geheimdokumente sollen Nuklearwaffen-Besitz des jüdischen Staates beweisen - Israels Premier: "Bericht entbehrt jeder realistischen Grundlage"

London/Tel Aviv - Israel soll vor mehr als drei Jahrzehnten versucht haben, dem damaligen Apartheid-Staat Südafrika Atomwaffen zu verkaufen. Der britische "Guardian" veröffentlichte am Montag geheime Dokumente, die dies nach Angaben der Zeitung belegen. Es sei zudem der erste schriftliche Beweis dafür, dass Israel selbst über nukleare Waffen verfügt. Israel verfolgt in der Frage der Atomwaffen seit Jahren eine Politik der "Zweideutigkeit" und will den Besitz weder bestätigen noch dementieren.

Die von dem "Guardian" veröffentlichten Dokumente enthalten streng geheime Gesprächsprotokolle von Treffen zwischen ranghohen Repräsentanten Israels und des damaligen Apartheid-Regimes im Jahre 1975. Der ehemalige südafrikanische Verteidigungsminister Pieter Willem Botha hat demnach seinen israelischen Amtskollegen Shimon Peres um nukleare Sprengköpfe gebeten. Peres, heute Staatspräsident Israels, bot sie den Dokumenten gemäß "in drei Größen" an. Unter einem der Briefe aus dem Jahr 1975 ist die Unterschrift Peres' zu sehen. Er gilt auch als "Vater des israelischen Atomprogramms".

Handel scheitert aus Kostengründen

Der Handel sei letztlich aus Kostengründen gescheitert, schrieb das Blatt. Peres und Botha hätten jedoch ein umfassendes Abkommen über Militärverbindungen zwischen Israel und Südafrika unterschrieben, die jedoch geheimbleiben sollten.

Die Dokumente wurden von einem US-Historiker namens Sasha Polakow-Suransky im Rahmen von Recherchen für ein Buch über die engen Verbindungen zwischen Israel und Südafrika entdeckt. 

Peres fordert Veröffentlichung von Fakten

Der israelische Präsident Shimon Peres hat den Bericht zurückgewiesen und teilte mit, dass der Bericht jeder realistischen Grundlage entbehre. "Leider hat sich der "Guardian" dafür entschieden, den Beitrag auf der Basis einer selektiven Interpretation südafrikanischer Dokumente zu schreiben und nicht auf der Basis konkreter Fakten", hieß es in einer Stellungnahme von Peres' Büro.

"Israel hat niemals den Austausch nuklearer Waffen mit Südafrika verhandelt. Es gibt kein israelisches Dokument oder eine israelische Unterschrift auf einem Dokument, demzufolge solche Verhandlungen stattgefunden haben", ließ Peres ferner mitteilen. Man fordere von der Zeitung die Veröffentlichung der wahren Fakten.(APA/dpa)

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