Tausende gedenken des Mafia-Jägers Falcone

23. Mai 2010, 11:07
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18. Jahrestag der Ermordung des Staatsanwalts - Neue Ermittlungen über den Anschlag

Rom - Italien hat am Sonntag der Ermordung des sizilianischen Mafia-Jägers Giovanni Falcone durch Killer der Cosa Nostra vor genau 18 Jahren gedacht. Tausende Menschen beteiligten sich in Palermo an einer Großdemonstration zu Ehren Falcones. Die Demonstranten zogen vor den Justizpalast von Palermo, in dem Staatsanwalt Falcone seine Prozesse gegen mächtige Mafia-Bosse geführt hatte. An der Demonstration beteiligten sich die Angehörigen Falcones sowie mehrere hochrangige Politiker.

"Wir sind der Wahrheit über diesen Anschlag näher gerückt. Wir wissen jetzt, dass nicht nur die Mafia dahinter steckt. Die Italiener haben das Recht zu wissen, wie Falcone und später sein Kollege Paolo Borsellino gestorben sind", sagte Maria Falcone, Schwester des ermordeten Staatsanwalts. Sie bezog sich auf neue Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft von Palermo über die Anschläge eingeleitet hat. Demnach sollten auch hochrangige Funktionäre der italienischen Geheimdienste verwickelt sein.

Am 23. Mai 1992 waren Falcone, seine Frau Francesca Morvillo und drei seiner Leibwächter bei einem Sprengstoffattentat auf der Autobahn bei Capaci nahe Palermo getötet worden. Erst im vergangenen Jahr war der Mafia-Boss Bernardo Provenzano verhaftet worden, der den Anschlag auf Falcone angeordnet haben soll.

Falcone, der 53-jährig starb, hatte sich stets bemüht, die internationalen Verbindungen der "Cosa Nostra" aufzudecken. Eine entscheidende Rolle spielte er beim Aufbau des sogenannten Anti-Mafia-Pools, einer Gruppe von Staatsanwälten, die Mitte der 80er-Jahre große Erfolge im Kampf gegen das organisierte Verbrechen verbuchen konnten. Sein engster Kollege, Paolo Borsellino, wurde zwei Monate nach Falcone ebenfalls durch ein Sprengstoffattentat der Mafia getötet. (APA)

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