EU machtlos gegen Homosexuellenfeinde?

Irene Brickner, 23. Mai 2010, 19:33
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    foto: apa/hudec

Was die Regenbogenparade in Bratislava und andere umkämpfte Lesben- und Schwulenaufmärsche in Osteuropa zu Bewährungsproben für europäische Grundwerte macht

Sechzehn Botschaften aus EU-Staaten und die Vertretung der Europäischen Kommission in der Slowakei; eine Arbeitsgruppe des Europaparlaments und mehrere EU-Parlamentarier, unter ihnen die offen lesbische Grünen-Abgeordnete Ulrike Lunacek; außerdem Amnesty International und Vertreter mehrerer homosexuellenfreundlicher politischer Parteien aus Deutschland und Österreich. Ihnen allen - sowie dutzenden eigens angereisten Mitdemonstranten - ist es vergangenen Samstag, am 22. Mai 2010, mit vereinten Kräften gelungen, den Lesben und Schwulen des EU-Mitgliedslandes Slowakei das Demonstrationsrecht zumindest teilweise zu gewährleisten.

Die erste slowakische Pride Parade in Bratislava wurde nicht verboten, Polizei und örtliche Behörden sagten Schutz und Unterstützung zu. Und als es dann soweit war, hielten Polizisten die aufmarschierten Neonazis davon ab, sich auf die rund 500 Demonstranten zu stürzen. Im litauischen Vilnius war es Anfang Mai zu weit ärgeren Verhinderungsversuchen und Übergriffen gekommen.

Trotzdem weisen auch die Ereignisse in Bratislava schmerzhaft auf den nur begrenzten Einfluss der EU innerhalb der eigenen Grenzen hin. Denn weder die mutigen slowakischen Homosexuellen noch die geballte Unterstützung aus Europa konnten verhindern, dass der ursprünglich geplante Umzug durch die Bratislavaer Innenstadt aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste. Vielmehr marschierten die Paradenteilnehmer, von rechtsextremen Steinewerfern verfolgt, direkt zum Ort der Schlusskundgebung: eine massive Einschränkung der Kundgebungsfreiheit für Angehörige sexueller Minderheiten, deren Gleichstellung auf der EU-Grundrechtsagenda ganz weit oben steht.

Tatsächlich haben sich auch Länder mit mehrheitlich homosexuellenfeindlichen Bevölkerungen wie Litauen, die Slowakei - oder zum Beispiel auch Polen - der lesbischschwulen Gleichbehandlung verschrieben (wobei slowakische Homosexuellenaktivisten in ihrem Land gar keine derart einhellige Ablehnung an der Basis vermuten). Das Gleichbehandlungscommitment war als Vorleistung zum EU-Beitritt verlangt worden. Doch jetzt, wo die Bedürfnisse und Forderungen der real existierenden Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen das Thema in die politische Auseinandersetzung hinein tragen, werden deren Rechte nicht oder nur zum Teil eingelöst. Das ist inakzeptabel - und lässt sehr auf Klarstellung aus den oberen EU-Rängen hoffen; gerade weil in Ost- und Mitteleuropa zu diesem Thema noch derart viel Aufklärungsbedarf besteht.

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Posting 1 bis 25 von 57
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insertnamehere
 
00
28.5.2010, 18:03
"und lässt sehr auf Klarstellung aus den oberen EU-Rängen hoffen"

Die dann wie konkret aussehn soll?
"Das mit der Grundrechtscharta und unsere (Zitat) geballte Unterstützung meinen wir übrigens wirklich so"?

Ich mein, der Artikel liest sich an sich eh so, dass "die EU" so ziemlich alles getan hat, was sie konnte.

unterwegs in Österreich
00
31.5.2010, 18:21
Sie kann mehr - das sind alles Netto-Empfängerländer

Wenns nicht funktioniert sofort die Zahlungen einstellen bis es geht.

Geld regiert die Welt, nicht die Politik, haben wir in den letzten 12-18 Monaten sehr eindrucksvoll gesehen.

multivitamin saft
 
34
27.5.2010, 13:35

das problem ist halt (nicht nur bei diesem thema) dass man menschen nicht einfach verordnen kann was sie zu denken haben.

Marcus Frischherz
02
Aber vielleicht kann man ihnen das Steinewerfen verbieten?

Zumindest das Werfen von Steinen auf Demonstranten? oder ist die Polizei so schwach, dass das hingenommen werden muss?

hlg
01
30.5.2010, 07:53
... und schon garnicht was nicht.

Gusti Rentner
 
13
26.5.2010, 14:54
Wenn es in Österreich nicht das beharrliche Engagement des Rechtsanwaltes Dr. GRAUPNER gäbe,

der diverse Ungleichbehandlungen unermüdlich den Höchstgerichten präsentiert, sähe die Republik in Sachen Gleichbehandlung gleichgeschlechtlich L(i)ebender wohl auch etwas ärmer aus.

Sibylle Rosenstrauch
11
25.5.2010, 22:06
Wenn es uns selbst nicht betrifft...

Mir gefällt nur, dass von verschiedenen Seiten bei unseren Nachbarländern immer wieder um Klarstellung durch 'obere EU-Gremien' gepocht wird. Zu Hause pflegen wir lieber unsere Doppelmoral - siehe Positionierung J.Haiders als 'Familienmensch'.

zhang sanfeng
31
25.5.2010, 17:59
falls sich jemand wundert,

warum hier eigentlich kaum zum thema gepostet wird:
es wurde, aber die redaktion musste die posts wieder entfernen - nur übelste, strafrechtlich relevante hetze.

dieter van teese
12
26.5.2010, 09:42

gegen wen oder was wurde denn strafrechtlich relevant gehetzzzt?

zhang sanfeng
10
26.5.2010, 09:50

na, gegen homosexuelle.

Poldi Fesch
12
27.5.2010, 18:29
no geh

ueberrascht ? Slowaken, Polen 6 co sind noch neu im Westen, die nehmen das mit der Meinugsfreiheit ernst

zhang sanfeng
10
27.5.2010, 19:23

die postings waren nicht in "slowakisch, polnisch 6 co" sondern in (schlechtem) deutsch gehalten.
ich nehme daher an, dass diejenigen, die gebrauch von ihrer "Meinugsfreiheit" gemacht haben österreichische homophobe waren.

- wenn dieter van teese und poldi fesch versuchen, sich dümmer zu stellen als sie sind, ist das
(ein aussichtsloser versuch, und)
dem umstand geschuldet, dass ihre wahre "Meinug" sie in schwierigkeiten bringen könnte.

Poldi Fesch
21
27.5.2010, 20:16
:)) der

Gag ist, diese "wahre" Meinung ist ganz locker mehrheitsfaehig

6=& gleiche Taste

piroschka d.
23
25.5.2010, 14:50

es ist a wahnsinn wie zurückgeblieben der osten ist ...

Poldi Fesch
42
27.5.2010, 18:30
nur weil die

dortige Bevoelkerung das mit der Meinungsfreiheit ernst nimmt ?

zhang sanfeng
02
27.5.2010, 19:26
der titel lautet nicht

"EU machtlos gegen Meinungsfreiheit"
sondern "EU machtlos gegen Homosexuellenfeinde".

können/wollen sie den unterschied verstehen?

Poldi Fesch
21
27.5.2010, 20:19
:)) schon

gut.
Immer wenn die Gutmenschen auf eine etwas "naive" Bevoelkerung stoszen tun sie so, als waeren sie ueberrascht. So eine "Antigaypride" Truppe stell ich dir in jedem EU-Staat auf

piroschka d.
02
28.5.2010, 11:01

ich bin gar nicht überrascht poldi - ich habe lang genug im osten gelebt um zu wissen wies hier zugeht.

ich seh hier jeden tag wie die leut so drauf sind.

Poldi Fesch
20
28.5.2010, 14:09
:) ich

auch nicht, nur die Leute hier tun teilweise so ueberrascht u. scheinen zu glauben, bei uns waere es nicht so

zhang sanfeng
00
27.5.2010, 22:39

ok, darauf, dass diese "naivität" weitverbreitet ist können wir uns einigen.

welcher "gutmensch" hat wo überraschung gemimt?
kommens, poldi, sie können doch auch konstruktiv posten.

Poldi Fesch
00
28.5.2010, 10:55
:) mich deucht, der

gesamte Artikel tut ueberrascht

Sibylle Rosenstrauch
910
23.5.2010, 21:08
Das ist noch ein langer, harter Weg!

Auch 'Gleichstellung' von Frauen vielerorts nicht eingelöst!

zhang sanfeng
44
24.5.2010, 18:12

in den letzten jahren bewegen wir uns eher wieder zurück.

nuts1
03
25.5.2010, 12:42

das kannman gut an den roten strichen beobachten .. ;)

Sibylle Rosenstrauch
02
25.5.2010, 17:37

Die heimse ich regelmäßig ein, wenn ich mich zum Thema äußere. Aber schauen wir den Tatsachen ins Auge: Wie viele Frauen sind in der ungarischen Regierung vertreten? Und auch in niederösterreichischen Städten präsentiert sich nicht nur ein Stadtpartei-Kernteam gänzlich frauenlos!

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