Tiroler PR-Büro stoppt Tiwag-Auftrag

22. Mai 2010, 11:52
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Aufgrund von Datendiebstahl - Solange Landesrechnungshof prüft

Innsbruck - Nachdem beim Vorwurf der angeblichen Wahlkampffinanzierung des wiedergewählten VP-Bürgermeisters im Kaunertal (Bezirk Landeck) durch die landeseigene Tiroler Wasserkraft AG auch eine für die Tiwag arbeitende PR-Agentur genannt wurde, hat diese jetzt die Zusammenarbeit vorerst gestoppt. "Wir können aufgrund des Datendiebstahls derzeit nicht mehr im gleichen Ausmaß wie früher für den Erfolg unseres Kunden arbeiten", begründete Geschäftsführer Georg Hofherr gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" in ihrer Samstags-Ausgabe.

Untersuchungen hätten ergeben, dass "Dritte der Agentur in einem gezielten Spionageakt umfangreiche Datensätze widerrechtlich entwendet, teilweise gelöscht und verändert hätten". Dabei seien bei deren Veröffentlichung "unwahre Sachverhalte konstruiert worden", zitierte das Blatt den Agenturchef. Weitere Unterlagen könnten jederzeit verwendet werden, um "erneut eine unredliche Vorgangsweise zu suggerieren". Deshalb wurde der Auftrag auf Eis gelegt. Die Agentur hatte die Tiwag bisher bei ihren Kraftwerksinitiativen unterstützt.

Klage wird geprüft

Man wolle die in der Causa der Wahlkampffinanzierung von den Oppositionsparteien Bürgerforum Tirol und Grüne geforderten Überprüfungen durch den Landesrechnungshof abwarten. Zudem werde eine Klage geprüft, sagte Hofherr der "TT". Er zeigte sich überzeugt, dass der Landesrechnungshof das "gesetzmäßige und redliche Handeln" der Agentur bestätigen werden. Nach der Prüfung solle der Tiwag-Auftrag wieder aufgenommen werden.

Ans Licht gebracht hatte die mögliche Wahlkampffinanzierung der Ötztaler Tiwag-Kritiker Markus Wilhelm. Er hatte auf seiner Internetseite www.dietiwag.org einen von der Tiwag gesponserten VP-Wahlkampf im Kaunertal geortet. Wilhelm veröffentlichte Dokumente, die belegen sollen, dass die PR-Agentur auch für den Wahlkampf des siegreichen Bürgermeisterkandidaten in der Gemeinde, Josef Raich, verantwortlich zeichnete.

"Ich begrüße den vorläufigen Rücktritt der Agentur vom Tiwag-Auftrag sehr", hatte dieser in einer Stellungnahme gemeint. Wilhelm hielt fest, dass er "selbstverständlich an keinem einzigen der bisher publizierten Original-Dokumente der PR-Agentur auch nur einen Beistrich verändert oder weggelassen habe". Anfang Mai hatte sich in dieser Sache auch die Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien eingeschaltet. (APA)

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