Leben im Burgenland

21. Mai 2010, 19:38
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Da verteidigt einer eine sinnlose und teure Maßnahme, weil es der Populismus so will

Man wird sich Minister Norbert Darabos nicht als glücklichen Menschen vorstellen dürfen. Er möchte, wenn der Schein nicht trügt, öfter gerne etwas anderes sein, als er ist.

Darabos war bei Alfred Gusenbauer ein guter SPÖ-Geschäftsführer, dann wollte er Innenminister werden, musste aber das Verteidigungsressort übernehmen. Dort hat er es zu tun mit alten Generälen (150 für ein 30.000-Mann-Heer), unkündbaren Verteidigungsbeamten, wahnsinnsteuren Eurofightern und einem generell heruntergekommenen Heer. Daher ist er auch lieber Sportminister (was auch zu seinem Ressort gehört).

Überdies muss Darabos den völlig sinnlosen und 22 Millionen Euro teuren "Assistenzeinsatz" des Heeres an der burgenländischen Grenze verteidigen. Oder, er muss gar nicht, sondern er tut es freiwillig und aus innerer Überzeugung.

Im Parlament sagte er jetzt zu der diesbezüglichen Bemerkung eines grünen Abgeordneten: "Ich lebe jeden Tag im Burgenland (aha, Pendler). Ich weiß, dass die Menschen den Einsatz goutieren - sie fühlen sich von den Soldaten nicht bedroht!". Das ist beruhigend, auch weil Darabos damit für einen Ausbildungsstand garantiert, wo einem Rekruten nicht das Sturmgewehr versehentlich losgeht.

Und wieder kann man nur sinnieren, was die Politik aus an sich vernünftigen Menschen macht. Da verteidigt einer eine sinnlose und teure Maßnahme, weil es der Populismus so will. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 22.5.2010)

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